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Abgasreinigung und Freizeitspaß in der Bildungsregion

Kunststoffcampus und Adventure Campus ziehen immer mehr Interessierte an - 28.09.2018 06:05 Uhr

Die Erstsemester im Studiengang Outdoorsport und Adventuremanagement lernten nicht nur die Hochschule und den Campus kennen, sondern auch sich selbst. © HAM


Vor acht Jahren starteten die ersten Studenten an der Hochschule für Angewandtes Management am Adventure Campus in der Hahnenkammstraße ihr Studium. Seitdem herrscht im ehemaligen berufsgenossenschaftlichen Ausbildungszentrum wieder Leben – und immer mehr zumeist junge Menschen entscheiden sich für ein Studium in Treuchtlingen.

Seit vergangenem Jahr fokussiert sich die Hochschule vermehrt auf die eigenen Stärken und das Potenzial in der Region. Die Bereiche Outdoor – Sport – Tourismus wurden gestärkt und vom Konzept her leicht verändert. Mit dem Fokus Outdoorsport und Adventuremanagement entwickelte man dabei einen Studiengang, der wohl deutschlandweit einzigartig ist. Der Tourismusstudiengang wird zunehmend an den regionalen Gegebenheiten und den Vorzügen des eigenen Hotelbetriebs am Campus ausgerichtet.

Das neue Konzept geht laut den Verantwortlichen auf. Aus ganz Deutschland kommen nun 82 Studierende in die Altmühlstadt. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch und das Interesse an unserem Studienkonzept“, sagt Manuel Sand, akademischer Leiter am Treuchtlinger Hochschulstandort.

Dabei darf man sich den Betrieb auf den Anhöhen des Patrichs nicht wie in einer normalen Hochschule vorstellen, an der ständig Vorlesungen gehalten werden. In drei einwöchigen Präsenzphasen pro Semes­ter werden die junge Menschen künftig am Adventure Campus büffeln, wohnen und gemeinsam aktiv sein.

Studium und Freizeit

„Die Studierenden können nicht nur das Campusflair genießen und sich auf das Studium konzentrieren, mit der Boulderhalle, der Soccerhalle und den neu entstandenen Mountainbiketrails im Heumöderntal können sie abends auch den Kopf frei bekommen,“ erläutert Campusleiter Wolfgang Feldner.

Anfang der Woche starteten die Studierenden im Sportmanagement und im Branchenfokus Outdoorsport und Adventuremanagement, in den kommenden Wochen folgen dann die Studierenden im Masterstudiengang Sportmanagement und in den BWL-Branchenfokusprogrammen Tourismus- und Hotelmanagement sowie Musik- und Kulturmanagement. Am ersten Tag standen neben der Einschreibung, einer Einführung in das Studium, das Sportmanagement und das wissenschaftliche Arbeiten auch das gemeinsame Kennenlernen auf dem Programm.

„Jetzt sind wir zwar müde, aber der erste Tag hat uns sehr gut gefallen. Wir hatten keinen steifen Unterricht im Klassenzimmer, sondern waren viel draußen und haben uns so bereits gut kennengelernt“, berichteten die Erstsemester im Studiengang Outdoorsport und Adventuremanagement nach ihrem ersten Präsenztag an der Hochschule für angewandtes Management einhellig.

Einmal im Jahr veranstaltet die Einrichung auch einen Outdoorkongress, um mit anderen Wissenschaftlern, Politikern, Verbänden aber auch interessierten Bürgern aktuelle Themen aus dem Bereich Freizeit zu besprechen. In der Vergangenheit ging es beispielsweise um das Spannungsfeld „Outdoor-Mensch-Natur“ oder „Mountainbike und Tourismus“.

Das Thema der 7. Auflage am Dienstag und Mittwoch, 19. und 20. Februar 2019, wird „Leadership und Guiding“ sein, also die kaufmännische Führung eines Unternehmens aber auch die touristische Führung von Besuchern in einem Gebiet. Dabei soll ein Zusammenhang hergestellt werden, der für Führungskräfte und Outdooranbieter gleichermaßen fruchtbare Lerneffekte bieten wird. Momentan arbeitet die Hochschule noch am genauen Programm.

Kunststoffcampus Bayern

Im Weißenburger Kunststoffcampus treffen sich inzwischen Fachleute aus der ganzen Welt um über neue Technologien zu sprechen. © Manuel Mauer


Ungefähr 80 Fachleute aus dem In- und Ausland waren neulich zu Gast auf dem Kunststoffcampus Bayern in Weißenburg, einer gemeinsamen Forschungs- und Bildungseinrichtung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach und der Technischen Hochschule Deggendorf. Eingeladen hatte der Erprobungsdienstleister k3works, ein Tochterunternehmen der Firma Alfmeier aus Treuchtlingen. Die drei Partner betreiben angewandte Forschung für Unternehmen aus der Region.

Auf dem Podium saßen mehrere Vertreter namhafter Unternehmen aus der Branche, darunter Mitarbeiter von Automobil- und Tankherstellern sowie Zulieferern und Spezialisten. Thema des diesjährigen Fachforums waren „Wässrige Medien im Fahrzeug“. Das klingt zunächst einmal ziemlich unverständlich – doch was in Weißenburg besprochen wurde, ist eigentlich für jeden Autofahrer relevant.

Zu den „wässrigen Medien“ im Fahrzeug zählen unter anderem AdBlue, das zur Abgasnachbehandlung genutzt wird, sowie Wasser, das in Fahrzeugsystemen zur Kühlung oder Reinigung dient. Die Referenten informierten auf dem zweitägigen Forum über bestehende Systeme, ihre Potenziale sowie zukünftige Entwicklungsaufgaben, zum Beispiel in Bezug auf Wassereinspritzung zur Emissionsreduzierung.

Dieses Thema wird angesichts gesellschaftlicher Forderungen und politischer Vorgaben – Stichwort Klimaziele – in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. „Unser Forum soll auch dazu dienen, Vertretern der Automotive-Branche hierzu mögliche Lösungswege zu präsentieren. Einige haben Wirtschaft und Wissenschaft unter anderem hier auf dem Kunststoffcampus gemeinsam entwickelt“, berichtet Professor Christian Wilisch, der Leiter der Einrichtung.

Darüber hinaus präsentierten die Vortragenden die besonderen Herausforderungen, die wässrige Medien in Fahrzeugen mit sich bringen, etwa ihr Verhalten bei Hitze oder Kälte und in Bewegung. „Hier sind schon in der Entwicklungs- und Erprobungsphase innovative Verfahren gefragt, die den Unterschied zwischen Simulation und Realität so weit wie möglich aufheben“, erklärte Nicolaus Rehse, der als Leiter des Bereichs Testing bei k3works über Dynamik- und Kältesimulationsverfahren sprach.

Neues Testgerät

Dass der Treuchtlinger Dienstleister gemeinsam mit dem Kunststoffcampus Bayern in diesem Bereich einiges zu bieten hat, wurde bei einem weiteren Programmpunkt des Forums deutlich: k3works Geschäftsführer Andreas Pöppl und Professor Andreas Grzemba, Vizepräsident des Wissens- und Technologiecampus, stellten den neuen vollelektrischen „Octopoden“ des Kunstoffcampus vor. Dabei handelt es sich um einen Bewegungssimulator, der das Verhalten von wässrigen Lösungen und ihre Reaktion auf unterschiedliche Temperaturen testet und aufzeichnet. Die Ergebnisse können dann für die Entwicklung neuer Geräte in Autos verwendet werden.

Nach dem Auftakt 2016 führte k3works mit seinem zweiten Forum auch gleich einen neuen Namen ein: Aus dem SCR-Forum ist der „k3 info tank“ geworden. Denn bei dem Expertentreffen gehe es nicht mehr nur um SCR – die englische Abkürzung steht für die Reduktion von Stickoxiden in Abgasen.

„Wir wollen damit auch unser Ziel unterstreichen, die Branche nicht nur durch unsere Dienstleistungen, sondern auch als ‚think tank‘ rund um Tanksysteme zu unterstützen und zu begleiten“, so Andreas Pöppl. Sein Fazit unmittelbar nach der Veranstaltung: „Den ersten Rückmeldungen nach ist uns das auch gelungen.“ 

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