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Dienstag, 22.10.2019

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Wegen Kraftwerk: Wieder Fischsterben in Leerstetten

Schwerster Fall seit einigen Jahren - Tiere werden Richtung Turbine gedrückt - 04.01.2019 13:45 Uhr

Er hat’s nicht geschafft. Dieser tote Fisch wurde am Unterlauf der Schleuse an Land gespült.


Mitarbeiter des Nürnberger Wasser- und Schifffahrtsamtes bestätigten den Vorfall. Es sei nicht der erste Fall dieser Art, allerdings der schwerste seit einigen Jahren. Das Problem speziell in Leerstetten: Im Unterlauf der Schleuse gibt es seit knapp sechs Jahren ein Kraftwerk und daneben einen so genannten Leerschuss. Werden Kraftwerk und Leerschuss vorübergehend in Betrieb genommen, wird das Wasser über einen rund 200 Meter langen Stollen mit großer Wucht Richtung Turbinen gedrückt.

In diesen Stollen, die ansonsten stehenden Gewässer ähneln, sammeln sich aber gerade in den Wintermonaten viele Fische, weil es dort kaum Strömungen gibt und das Wasser auch etwas wärmer ist. Läuft der Betrieb an, gibt es für einen Teil der Fische offenbar kein Entrinnen mehr.

Die Schleuse Leerstetten und links im Vordergrund das Kraftwerksgebäude. Hier waren gestern noch Dutzende, vielleicht sogar einige hundert tote Fische zu sehen. © Fotos: Gerner


Ähnliche Erfahrungen muss das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg in seinem Zuständigkeitsbereich nur noch hin und wieder an der Schleuse Eckersmühlen machen. "Das Phänomen ist aber eigentlich in ganz Deutschland bekannt", so ein Sprecher der Behörde.

Von den toten Fischen dürfte schon in wenigen Tagen nicht mehr viel zu sehen sein. An den betreffenden Stellen haben sich längst Kormorane und Fischreiher zum großen Fressen eingefunden.

Robert Gerner Schwabacher Tagblatt E-Mail

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