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Slupina und Hörmann räumen wieder ab

Sportler des Jahres im Landkreis Roth stehen fest - 14.01.2019 16:30 Uhr

Die Artisten des Circusvereins Neumarkt wirbelten regelrecht durch die Halle und brachten das Publikum zum Staunen.Fotos: Salvatore Giurdanella


Die Sportgemeinde des Landkreises bleibt ihren Champions treu. Mit Spannung war der Ausgang der Wahl zur Sportlerin und zum Sportler des Jahres 2018 am Freitagabend erwartet worden. Wirklich überrascht war am Ende dann aber doch niemand, dass es wie schon im Vorjahr Kunstradfahrerin Milena Slupina und Tischtennis-Ass Hannes Hörmann waren, die bei der Gala in der Anton-Seitz-Turnhalle die Gläserne Eins strahlend in die Luft reckten. Beide machen damit ihr persönliches Einser-Quartett komplett. Die Mannschaften des Jahres, die U17-Fußballerinnen und die Tischtennis-Jungenmannschaft gehören beide wie Hörmann zum TV Hilpoltstein. Auch das ist durchaus bemerkenswert.

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Sportler des Jahres 2018 im Landkreis Roth

Jedes Jahr zeichnet der Landkreis Roth seine erfolgreichsten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften aus. Hier die Nominierten für die "Gläserne Eins" im Überblick (wird laufend ergänzt).


Wir hatten einer Serie im Vorfeld der Gala die jeweils vier nominierten Sportlerinnen und Sportler vorgestellt und eine Abstimmung für die User angeboten. Allerdings konnte hierbei nur im Block über alle acht Kandidaten abgestimmt werden und nicht über Frauen und Männer getrennt. Das Ergebnis war dennoch ein klein wenig überraschend.

Zwar waren sich auch unsere User einig, dass Milena Slupina die "Goldene Eins" zusteht. 29,4 Prozent der Teilnehmer wählten sie an die erste Stelle. Doch die zweitmeisten Stimmen gingen an Eileen Henglein, nämlich 18,4 Prozent. Zur Erinnerung: Am Freitagabend bei der Gala wurde die Dressurreiterin von der PSG Abenberg-Ebersbach als Vierte ausgezeichnet. Erst hinter Slupina und Henglein konnte sich der erste männliche Kandidat positionieren. Nicht Sportler des Jahres Hannes Hörmann aus Hilpoltstein, sondern der Spalter Mountainbike-Fahrer Simon Maurer, am Freitag als Dritter geehrt, stand in der Gunst der User ganz oben.

Wer wird Nummer 20.000?

Im Landkreis Roth stimmen aber nicht die User von nordbayern.de ab, wem die Ehre der gläsernen Trophäe gebührt. Die erfolgreichen Sportler bestimmen selbst ihre Besten unter den nominierten Tops. Seit 39 Jahren würdigt der Landkreis sportlichen Erfolg in aller Tiefe und Breite und macht jedes Jahr aufs Neue staunen, was es zwischen Wendelstein und Greding, zwischen Spalt und Allersberg an Vielfalt und Leistungsstärke gibt. 19 667 Personen sind seit 1976 ausgezeichnet worden. "Ich bin schon jetzt gespannt, wer nächstes Jahr der 20 000ste sein wird", blickte Landrat Herbert Eckstein voraus.

Den passenden Rahmen für das Defilee der besonders erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler des Vorjahres bietet Jahr für Jahr die mehrstündige Gala, bei der im Januar alle einzeln vom Landrat aufgerufen werden. 530 Athletinnen und Athleten zwischen U10 und Ü80 waren heuer geladen, die in 22 Sportarten regional, national und international erfolgreich waren. 72 Seiten brauchte das Programmheft, um allein die Namen, Titel und Platzierungen aufzulisten.

Pausenlos im Einsatz

Zur Gala wurde der Ehrungsmarathon auch in diesem Jahr vor allem durch das bunte Rahmenprogramm. Die Showtanzgruppe des Schwander Carneval Clubs eröffneten als Cheerleader die Veranstaltung. Sie stimmte die zahlreichen Besucher auf das ein, um was es in den nächsten drei Stunden gehen sollte: Unermüdlich Applaus zu spenden. Bewundernswerte Ausdauer zeigte an entscheidender Stelle Gebärdendolmetscher Arno Scharte, der pausenlos im Einsatz war und den kompletten Ablauf des Abends für die vielen gehörlosen Gäste übersetzte. Auch das, so Landrat Herbert Eckstein anerkennend, "eine wahrhaftig sportliche Leistung".

Hätten sich alle so sehr Zeit gelassen auf die Bühne zu kommen, wie die Schachmeister, mit denen die Ehrung begann, hätte sich der Abend weit in die Nacht hineingezogen. "Die sind halt nicht im Blitzschach ausgezeichnet worden", schmunzelte der gut gelaunte Landrat. Voll wurde die Bühne, als Leichtathletik aufgerufen wurde. Nach wie vor sind Läufer, Springer und Werfer im Landkreis stark vertreten. Einige von ihnen waren auch als Sportler oder Mannschaften des Jahres nominiert. Die W50/55 Mannschaft des TSV Röttenbach/LG Landkreis Roth und die U16-Mannschaft der LG Landkreis Roth wurden ebenso wie Läuferin Christine Ramsauer (LAC Quelle Fürth) jeweils auf den dritten Platz gewählt. Der herausragende Marathon-Mann des Landkreises Sebastian Reinwand (TSG 08 Roth/ART Düsseldorf) konnte mit seinem zweiten Platz auch bei der vierten Nominierung am Karriereende die Gläserne Eins nicht ganz erreichen.

Exotische Sportarten

Neben den klassischen Disziplinen treten bei der Sportlerehrung stets auch einige Sportarten ins Rampenlicht, die hier eher exotisch anmuten. Ob Bobsport, Billard, Gewichtheben oder moderner Fünfkampf – es gibt eigentlich kaum etwas, das es im Landkreis nicht gibt. Die 1. Snookermannschaft der TSG 08 Roth durfte sich über den zweiten Platz unter den Mannschaften des Jahres freuen. Stark präsentierte sich die kleine Gruppe junger Kraftsportler. Die drahtigen jungen Damen Amelie und Helene Hörner, 16 und 18 Jahre jung, demonstrierten der Halle eindrucksvoll ihr Können mit der Langhantel.

Der ebenfalls erst 16-jährige Moritz Taschner, deutscher Meister in mehreren Disziplinen, unter anderem im Kraftdreikampf, war erst im Vorjahr ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt und darf wie alle anderen Kandidatinnen und Kandidaten schon die Nominierung zur Sportlerwahl des Jahres als besondere Anerkennung verstehen. Denn, wie es Eckstein gekonnt formulierte: "Jeder, der hier nominiert ist, ist sensationell gut drauf."

„Starke“ Darbietung: Die Gewichtheberinnen des ASV Neumarkt bereicherten die Sportgala.


Richtig gut drauf war auch die Freestyle-Gruppe vom Auhof, die die Besucher der Sportgala mit ihrem lässigen Auftritt begeisterte. "Freestyle für Alle" war auf ihre schwarzen T-Shirts gedruckt und locker in Hüfte und Knie groovte die coole Truppe erstmals vor richtig großem Publikum.

Ganz allein gehörte die breite Bühne später einem erst 13-jährigen blonden Wirbelwind mit Riesenpower: HipHop-Tänzerin Elena Schiller aus Thalmässing bestach durch kraftvolles Auftreten und Präsenz mit Ganzkörpereinsatz. Da staunten vor allem die Damen und Herren in der ersten Reihe nicht schlecht.

Schützen in Tracht

Staunen konnte auch, wer die Ehrung der Landkreis-Schützen aufmerksam verfolgt hat. Vielerlei Gerät von Perkussions- und Luftgewehr über Sportpistole, Bogen und Armbrust bis Blasrohr kommt dort im Wettkampf zum Einsatz und wurde auch im zurückliegenden Sportjahr von Schützen überwiegend aus dem Landkreis-Süden meisterhaft bedient. Die Schützen, vor allem die der älteren Generation, erfreuen bei der Ehrung stets auch das Auge, wenn sie in Tracht nach vorne kommen.

Im Rednitzhembacher Volleyball wächst erfolgreicher Nachwuchs heran, der der in die Bezirksliga aufgestiegenen Damenmannschaft nachstrebt. Die wurde mit glatten 100 Stimmen auf Platz zwei bei der Wahl zur weiblichen Mannschaft des Jahres gewählt. Herbert Eckstein, dessen Herz seit jeher dem Fußball gehört, freute sich explizit, dass viele Kicker den Weg zur Sportlerehrung gefunden hatten. Auch die hochkarätige Landesliga-Mannschaft des SC Großschwarzenlohe, die als Mannschaft des Jahres vorgeschlagen war und den vierten Platz belegte. Wie in jedem Jahr konnten auch heuer nicht alle sportlichen Aushängeschilder Urkunden, Medaillen und Applaus am Galaabend persönlich abholen. Zum Glück muss man sagen, denn wären wirklich alle da, würde das den zeitlichen Rahmen vollends sprengen.

Kurze Verwirrung

Den einzuhalten gab sich Moderator und Laudator Herbert Eckstein redlich Mühe, hätte damit aber fast, ohne es zu wollen, den spannendsten Teil des Abends geschmissen. Weil es länger dauerte als gedacht, die Matten für den Auftritt der Mädchen-Turngruppe des TV Hilpoltstein auszulegen, zog der Landrat kurzerhand die Verkündigung der Ergebnisse zur Wahl der Einzelsportler des Jahres in die Umbaupause vor. Damit überraschte er sowohl die Sportler selbst als auch die Fotografen. Nach kurzer Verwirrung aber hatten sich alle gesammelt und feierten das Duo, das schon ein Jahr zuvor ganz oben in der Gunst der Landkreissportler stand.

Mit knappem Ergebnis für Vizeweltmeisterin Milena Slupina, der die Leichtathletin Carolin Kupsch vom TV Eckersmühlen/LG Landkreis Roth knapp auf den Fersen war, ging die Wahl zur Sportlerin des Jahres aus. Überwältigend klar war das Veto für den "Tischtennis-Ikonen-Anwärter" Hannes Hörmann, der mit großem Abstand vor Sebastian Reinwand und dem Mountainbiker Simon Maurer die meisten Stimmen erhalten hatte. Überhaupt Tischtennis und der TV Hilpoltstein. Der Verein aus der Burgstadt räumte drei der vier Trophäen der Sportlerwahl ab. Tischtennis, eigentlich eine Randsportart, zählt dank der herausragenden Arbeit, die in Hilpoltstein geleistet wird, seit Jahren zu den absoluten Favoriten im Landkreis-Sport.

Brandneues Programm

Zwar standen diesmal keine Turner auf der Ehrungsliste, aber die Hilpoltsteiner Mädchen vertraten mit ihrem Showauftritt ihre Sportart meisterlich. Zum Abschluss der Gala hatte das Landratsamt hochkarätige Gäste aus der Nachbarschaft eingeladen. Der Circusverein Neumarkt wirbelte mit einer riesigen Gruppe junger Artisten über, sogar weit über die Matten. Hochstapeleien mit Stühlen und Körpern, Handstandakrobatik, Jonglage sowie waghalsige Sprünge und Würfe ließen das Publikum staunen. Das erlebte am Freitag sogar eine Premiere: Das Artistik-Programm ist brandneu, war zur Sportlerehrung zum allerersten Mal zu sehen und wurde mit tosendem Applaus honoriert.

Schließlich öffnete sich der Vorhang und machte den Weg frei zum Büfett, das traditionell den Übergang zum gemütlichen und kommunikativen Teil des Abends wies – sportartübergreifend vereint in der Warteschlange zu Leberkässemmel und anderen fränkischen Spezialitäten.

STEFANIE GRAFF

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