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Mittwoch, 18.09.2019

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Bürger ärgern sich über Pflastersteinweg

"Das Pflaster ist nicht optimal", formuliert Jürgen Spahl vorsichtig. - 23.08.2019 12:47 Uhr

Der Weg um Lidl, Rossmann und Beck herum wäre eigentlich breit genug für Radfahrer. Doch die haben dabei wenig Freude, weil zwischen den Pflasterstein genau schmale Fahrradreifen hineinpassen. Auch für Fußgänger ist es kein Spaß, hier zu laufen. © Foto: Gunther Hess


"Das ist ein typisches Beispiel für gut gemeint und schlecht gemacht. Das Problem ist bekannt, wir sind dran", sagt Rednitzhembachs Bürgermeister Jürgen Spahl.

Begonnen hat alles vor Jahrzehnten, als das Schwabacher Falbenholz-Gewerbegebiet entwickelt wurde. Schon bald gab es einen ziemlich breiten Geh- und Radweg von der Spitalwaldstraße bis hinauf zur Ampel am damaligen Sondermüll-Platz. Der wurde auch asphaltiert und diente Radfahrern als sichere Verbindung nach Rednitzhembach.

Ein befestigter Trampelpfad

Doch mit dem schönen Weg gab es ein Problem. "Das war nur ein geduldeter Weg durch das Wäldchen, der ist nie rausgemessen worden. Das war ein befestigter Trampelpfad", bringt es Bürgermeister Spahl auf den Punkt.

Ein neuer Eigentümer baute zuletzt mitten auf dem Weg einen Lidl-Discounter, eine Rossmann-Drogerie und einen Bäckereiverkauf Beck. Der neue Eigentümer sollte den Weg "aufrecht erhalten", erinnert sich Spahl. Doch an der alten Stelle wäre dies unmöglich gewesen, ohne die Gebäude zu untertunneln. Also wurde der Weg um die Gebäude herum geführt.

Belegt mit Öko-Rasenpflaster

Belegt ist der Weg mit Öko-Rasenpflaster: Rund 15 Zentimeter Pflasterstein, dann eine etwa drei Zentimeter breite Fuge, wieder ein Pflasterstein, wieder eine Fuge... Die breiten Fugen sind mit Splitt gefüllt und lassen Regenwasser schnell und gründlich versickern.

Der Weg ist mit rund 1,30 Meter Breite nicht gerade üppig bemessen, aber es hätte schon gereicht. Nur: Mit dem Pflaster, das dort verlegt wurde, ist der Weg eigentlich nicht nutzbar. "Das Pflaster ist nicht optimal", formuliert Jürgen Spahl vorsichtig.

Schmale Reifen passen in die Fugen

Diese Fugen haben ein ziemlich blödes Maß. In sie passen nämlich schmale Fahrradreifen. Und wenn die Reifen nicht ganz in der Fuge versinken, dann kommt der Radfahrer zumindest kaum noch heraus und stürzt im ungünstigsten Fall. Auch Fußgänger können auf dem Pflaster nicht gut laufen.

Es ist ein Eiertanz. Einerseits soll in den Fugen viel Wasser versickern, auf der anderen Seite soll man den Weg ordentlich befahren können.


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"Da sind wir schon länger dran", räumt Bürgermeister Jürgen Spahl ein, "aber das ist ein Privatweg. Wir haben den Grundstückseigentümer aus Regensburg mehrfach gebeten, etwas zu machen." Doch der sieht wohl kaum eine Veranlassung dazu, denn der Weg entspricht den Plänen und ist abgenommen. Lediglich rund fünf Meter oben an der Ampel stehen im Eigentum der Gemeinde Rednitzhembach.

"Wir sind dran"

"Wir sind dran", versichert Spahl, doch der Gemeinde seien weitgehend die Hände gebunden. Asphaltieren dürfe sie den Weg auf keinen Fall. "Wenn alle Stricke reißen, dann verlegen wir dort geschlossenes Pflaster. Aber ich bin nicht sicher, ob wir das dürfen", so Spahl.

Einfach ist es nicht. "Wenn wir einen Fehler machen, dann deuten alle auf den bösen Bürgermeister", befürchtet Jürgen Spahl.

Seit es die Märkte gibt

Das Problem besteht im Prinzip, seit es die Märkte dort gibt. Eröffnet wurden sie im November 2018. "Die ersten Bürger beschwerten sich schon sechs Wochen danach", erinnert sich Bürgermeister Jürgen Spahl. 

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