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Schon ab 20 Neuinfektionen: Maskenpflicht im Unterricht

Die Schwelle an Bayerns Schule wird am September sehr niedrig angesetzt - 01.08.2020 13:23 Uhr

Im neuen Schuljahr gilt die Maskenpflicht eigentlich nur bis zum Platz im Klassenzimmer. Falls es in einer Region allerdings in sieben Tagen mehr als 20 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern gibt, wird die Maske auch im Unterricht verpflichtend.

© Foto: Jens Schulze/epd


Die Maskenpflicht ist Teil eines Vier-Stufen-Systems, das der Freistaat nach den Sommerferien startet. Der Vier-Stufen-Plan richtet sich nach dem Infektionsszenario in den jeweiligen Regionen. Ziel sei zum Schulstart der Regelbetrieb ohne Mindestabstand, aber unter besonderen Hygienebedingungen. "Das ist der große Wunsch. Darauf arbeiten wir hin", sagte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Aber dabei gelte: "Gesundheit hat oberste Priorität."

"Kinder und Jugendliche verstehen die Corona-Regeln durchaus. Aber nur, wenn sie in der Gesellschaft genauso gelten", meinte Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV).

Höchste Stufe: Rückkehr zum Distanzunterricht

Bei hohen Infektionszahlen in einer Region könne laut Piazolo in den dortigen Schulen auch eine Rückkehr zum Distanzunterricht von zu Hause aus nötig sein – die vierte und höchste Stufe. Dieses Szenario greift ab mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt.

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In der Stufe zwei (mehr als 20 Neuinfektionen) wird Piazolo zufolge auch im Unterricht eine Maskenpflicht eingeführt. "An einen hundertprozentigen Unterricht ist dann nicht zu denken. Da muss man dann darauf achten, dass die Kinder überhaupt emotional in der Lage sind zu lernen. Viele sind da hochverunsichert", betonte Fleischmann.


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Es gelte jetzt, Ruhe zu bewahren und nicht in Hektik und Hysterie zu verfallen. "Wer jetzt den Kindern und Jugendlichen vermittelt, dass sie sowieso nie einen Job finden werden und ihr Leben mit Corona versaut ist, der fängt das nie wieder ein", verdeutlichte Fleischmann. Langfristig werde man alle Kinder wieder in die Spur bringen können. Dafür sei es wichtig, gemeinsam vorzugehen. Gegenseitige Schuldzuweisungen von Eltern, Lehrern und Kultusministerium seien kontraproduktiv.

Mindestabstand ab 35 Neuinfektionen

Falls es in einem Kreis sogar zu mehr als 35 Neuinfektionen kommt, tritt Stufe 3 in Kraft. Dann gilt auch wieder der Mindestabstand von 1,50 Metern – dann müssen aus Platzgründen die meisten Klassen auf mehrere Zimmer aufgeteilt werden. Wenn das Infektionsgeschehen in einer Region sehr eingrenzbar ist - etwa auf einen Agrarbetrieb oder ein Heim – dann kann es laut Piazolo Ausnahmen von den vier verschiedenen Szenarien geben. Der Wert von 35 Neuinfektionen entspricht dem Grenzwert im bayerischen Frühwarnsystem.

"Es ist gut, dass es jetzt klare Maßgaben gibt, die rechtzeitig kommuniziert wurden", sagte Fleischmann. Man müsse aber ehrlich und transparent kommunizieren, dass es in Schulen in unterschiedlichen Orten auch unterschiedliche Unterrichtszeiten und Regeln geben könne.

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Es sei wichtig, die Kinder, anders als bisher, zu eigenverantwortlichen Lernern zu erziehen. "Die Bildungsverlierer waren in den vergangenen Monaten die Kinder, die nicht selbstständig lernen konnten. In Zukunft sollten das aber alle können", forderte Fleischmann. Die Schule müsse sich verändern und könne nicht zurück zur Normalität der Vor-Corona-Zeit.

Freiwillige Reihentestung für Lehrer

Für alle Lehrkräfte besteht im neuen Schuljahr das Angebot einer freiwilligen Reihentestung. Eine Pflicht dazu wird aber laut Piazolo nicht eingeführt. "Die Frage ist immer, was man damit gewinnt." Er wünsche sich aber, dass die Lehrkräfte sich je nach eigenem Risiko testen lassen. Bei entsprechenden Symptomen werde es sowohl für sie als auch die Schüler ohnehin rasche Tests geben. Mehrtägige Klassenfahrten bleiben bis mindestens Ende Januar 2021 untersagt.


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msm/dpa

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