Freitag, 24.05.2019

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Verkehrsfreigabe der Tangente: Großer Augenblick

Verkehrsfreigabe der Tangente wurde endlich Wirklichkeit - 16.04.2019 10:25 Uhr

Beim Durchschneiden des Trassierbandes: von links Stadtbaudirektor Michael Knappe, Beate Wolf-Fuchs (Regierung von Mittelfranken), Baurat Frank Biedermann, Oberbürgermeister Walter Hartl, Landratsvize Stefan Horndasch, die beiden OB-Stellvertreter Bürgermeister Kurt Förster und Bürgermeister Dieter Kölle sowie Rothenburgs Polizeichef Stefan Schuster. © Weber


Damit spielte er auf die Verzögerung an, die es in den letzten Monaten gegeben hatte, bevor dort jetzt der Verkehr rollen darf.

Freilich trat die Vergangenheit mit ihren Pannen wie der stark verzögerten Lieferung eines Brückengeländers sowie der nachträglich geforderten, dann verspätet verfügbaren und montierten Leitplanken bei dem kleinen offiziellen Akt auf dem 900 Meter langen Straßenstück direkt vor der Einfahrt am Teknor-Apex-Gelände eher in den Hintergrund.

Stadtbaudirektor Michael Knappe reichte vor versammelter Schar von Behördenvertretern, Stadträten und Repräsentanten des ersten Unternehmens im Gewerbegebiet an der Ansbacher Straße zur erst jetzt umgesetzten Inbetriebnahme dieses Abschnitts eine weitere Begründung nach. Man habe erst noch auf die passende Witterung fürs Aufbringen der Markierungen warten müssen.

Zur Feier des Tages wurde das Projekt in den wichtigsten technischen Daten umrissen: Die Fahrbahn ist (ohne Abbiegespur) 7 Meter breit. 45 Meter Durchmesser haben die beiden Kreisverkehre an der Ansbacher Straße und Erlbacher Straße. 70 000 Kubikmeter Erde mussten bewegt werden. 11 000 Kubikmeter Frostmaterial wurden eingebaut. Die Asphaltdecke erstreckt sich auf insgesamt 8 400 Quadratmeter. Die Regenrückhaltung nimmt in Becken neben der Straße 700 Kubikmeter auf.

Süd-Ost-Tangente hat eine wichtige Doppelfunktion

Nicht nur als Verbindung zwischen Staatsstraße 2250 und dem südöstlichen Bereich der Vorstadt diene die Tangente, heißt es, sondern auch als Erschließung des 50 000 Quadratmeter großen neuen Gewerbegebiets zwischen der Autobahn und der Stadt.

15 Meter Länge auf jeder Seite hat besagtes Brückengeländer. Die nachträglich geforderten Schutzplanken spannen sich über insgesamt 630 Meter. Von Leitplanken war im Hinblick auf die zurückliegenden Haushaltsberatungen und auf das vorher mit diesem Begriff verbundene Sparpaket ausdrücklich nicht die Rede.

Auf der Westseite des parallel zur Straße verlaufenden 3 Meter breiten Geh- und Radwegs ist ein 490 Meter langes Schutzgeländer montiert. Die Geschwindigkeit auf der Tangente ist auf 70 Stundenkilometer begrenzt. Die Bepflanzung des Kreisverkehrs Ansbacher Straße musste wegen der Beschilderung noch kurzfristig modifiziert werden.

Oberbürgermeister Walter Hartl blickte aus gegebenem Anlass in die Geschichte des Projekts zurück: Die Planung durch das Nürnberger Ingenieurbüro Gauff war im Juli 2017 fertig. Der Auftrag an die Firma Wolff & Müller aus Künzelsau wurde im November 2017 erteilt. Die Kosten liegen bei rund 6,3 Millionen Euro, wovon 700 000 Euro allein auf die eine Brücke (mit den lange fehlenden Geländern) über den Lichtelgrasweg entfallen.

Der Freistaat übernimmt beim gesamten Straßenprojekt einen Kostenanteil von etwa 50 Prozent. Es sei nachgewiesen, dass die Tangente eine deutliche Entlastungwirkung auf die Verkehrsströme an der Döhlerkreuzung und für die Kreisstraße AN 33 auf Neusitzer Gemarkung bringe, wird betont.

"Respekt, was hier von der Stadt mutig angegangen und realisiert wurde," sagte stellvertretender Landrat Stefan Horndasch. Es sei nicht einfach eine Straße, die von A nach B verbinde. Er sei beim Spatenstich für die Europa-Zentrale von Teknor-Apex und auch beim Spatenstich für den Edeka-Markt auf dem früheren AEG- und Electrolux-Areal mit von der Partie gewesen. Von daher passe es gut, dass er jetzt mal bei einer Eröffnung dabei sein dürfe. Als Vertreter des Landkreises  äußerte er sein Bedauern, dass aus den großen Umgehungs-Plänen in Rothenburg nichts geworden sei.

Es sollte, wie von uns seinerzeit mehrfach berichtet, kurz nach der Jahrtausendwende zusammen mit dem Kreis Ansbach eine überörtliche Entlastungsstraße umgesetzt und die Kreisstraße AN 33 zur Gemeindeverbindungsstraße abgestuft werden. Die verschiedenen Interessen hätten sich aber nicht unter einen Hut bringen lassen.
Der Landkreis Ansbach werde deshalb die sanierungsbedürftige Kreisstraße AN 33 "bestandsorientiert ausbauen"  und habe dieses Projekt in das entsprechende Neubauprogramm aufgenommen. Wann es umgesetzt werden könne, sei aktuell nicht zu benennen, da anderes vorgehe.

An den Leitplanken hing es zuletzt bei der verzögerten Verkehrsfreigabe. © Weber


Horndasch: Verkehrsfluss wird positiv beeinflusst

Ausdrücklich positiv hob Horndasch die Anbindung als Kreisverkehr hervor. Das werde für besseren Verkehrsfluss sorgen. Von Colmberg her nach Rothenburg kommend sei es immer spannend wieviele der Ampeln am Neusitzer Kreuz und an der Autobahn man bei Grün schaffe.

Als sinnfällige Gaben zur Straßeneröffnung hatte er Plastikminiaturen mitgebracht: Sperrschilder und Hütchen für künftig notwendige Verkehrsregelungen sowie eine Riege von Landwehr-Soldaten, die für Ordnung und Befolgen der 70er-Zone sorgen soll.

Für das Staatliche Bauamt unterstrich Baurat Frank Biedermann den Entlastungseffekt der Tangente für den Döhlerknoten. Mit 11 300 Fahrzeugen am Tag ist die Ansbacher Straße zu nicht ganz der Hälfte des Verkehrsaufkommens dort beteiligt und es steht zu erwarten, dass künftig ein erheblicher Teil über die Straße Richtung Süden abfließe.

Ein Zugewinn sei außerdem der gemeinsame Geh- und Radweg vom Kreisverkehr auf der nördlichen Seite der Ansbacher Straße bis zur Infobucht. Kosten: 62 000 Euro bei einer Länge von 250 Meter und einer Breite von 2,50 Meter. Darüber hinaus wies Biedermann auf die beim Projekt erfolgte Sanierung der Ansbacher  Straße zwischen der Autobahn und dem Krankenhaus hin. Stellvertretend erfolgte das durch die Stadt Rothenburg. Die entstandenen Kosten von 250 000 Euro übernimmt der Freistaat Bayern.

Mit Sekt und Orangensaft stießen die Beteiligten auf das Erreichte an, bevor eine Auswahl (eine Frau und sieben Männer) an städtischen Vertretern und Behördenrepräsentanten zur Schere greifen durfte, um das zwischen zwei weißen Stehtischen aufgespannte rot-weiße Trassierband zu durchschneiden. Die Blüten von zwei Margaritenbäumchen auf den Tischen zitterten dazu im kühlen Nordostwind.

Vom Frühjahr 2018 bis zum November 2018 hatten die Bauarbeiten gedauert. Derzeit ist, während am Kreisverkehr Erlbacher Straße ambitionierte Rallye-Fahrer schon Wettbewerbe veranstaltet haben, wer den meisten Schotter aus dem Bett ums runde Pflanzbeet fegen kann, noch ein Bagger für Nacharbeiten seitlich der Tangente stationiert. Die Offiziellen setzten sich nach Akt mit der Schere ins Auto und drehten im Konvoi eine Proberunde über die Tangente. Polizeichef Stefan Schuster schwang sich aufs Dienstfahrrad und testete den Parallelweg an der Straße. 

-ww-

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