Mittwoch, 13.11.2019

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Schweinsdorf in der Spur

Umbau des "Hirschen" zu Sozialwohnungen abgeschlossen – Weitere Pläne - 12.03.2019 12:44 Uhr

Der Umbau des "Hirschen" zu Sozialwohnungen ist der jüngste Schritt zur Nachverdichtung in Schweinskopf. © Weber


Der Umbau des früheren Gasthauses "Zum Hirschen" zum sozialen Wohnbauprojekt mit neun Einheiten ist nun abgeschlossen. Aber für die Gemeindeverantworlichen und Entscheidungsträger vor Ort ist das kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil.

Schließlich müssen jetzt erst einmal Mieter für das Projekt gefunden werden, die sozial bedürftig sind und die Voraussetzungen erfüllen, dass die Gemeinde nach den geforderten Modalitäten die Fördergelder ausgezahlt bekommt. Am nächsten Wochenende ist ein großer "Tag der offenen Tür" geplant. Dabei soll das Projekt im Gesamtkostenumfang von nicht ganz siebenstelliger Höhe vorgestellt werden. Die Gemeinde Neusitz sieht in der Umnutzung der früheren Gastwirtschaft samt der dazugehörigen Fremdenzimmer eine gute Gelegenheit zur weiteren Belebung von Schweinsdorf.

Auch wenn es schwer fiel, sich von der einzigen Wirtschaft im Ort, die dazu noch Gäste aus dem weiteren Umkreis anlockte, zu verabschieden. Die Eigentümer des Anwesens hatten  aus gesundheitlichen Gründen den gastronomischen Betrieb aufgeben müssen. Lange Zeit suchten sie nach einem Nachfolger. Ohne Erfolg. Schließlich kaufte die Gemeinde im Jahr 2016 das  Wirtshaus und verhinderte so erst einmal, dass es zur Asylunterkunft werden konnte. Ein Bewerber von auswärts hatte nämlich schon die Finger ausgestreckt.

Verlockende Finanzierung

Bei einem Seminar in Kloster Banz  erfuhr die Gemeinde, dass für den sozialen Wohnungsbau ein neues Förderprogramm aufgelegt wird. 30 Prozent der Kosten sollte es als Zuschuss geben und 60 Prozent als Darlehen. Blieben also relativ überschaubare 10 Prozent von der Gemeinde als Eigenanteil zu erbringen. Für die Seminaristen aus Neusitz war vor diesem Hintergrund klar, was mit dem frisch erworbenen Gemeinde-Eigentum werden sollte. Der Bürgermeister erreichte, dass die Weichen für die Aufnahme von Schweinsdorf ins Förderprogramm gestellt wurden.

Zeitgleich trieb  die Gesamtgemeinde Neusitz die Planung  für den Umbau der Gastwirtschaft zum sozialen Wohnprojekt voran. Das Ingenieurbüro Stein aus Wachsenberg kümmerte sich um die Details und fand gute, kostengünstige Lösungen.

Für die Scheune der früheren ­Gastwirtschaft ist eine beson­dere Nutzung vorgesehen. Sie soll ­zum Gemeinschaftshaus werden für den Ort Schweinsdorf.  Darüber hinaus darf der Umgriff der Kirche bis hinüber zur Umgehung als kommender innerörtlicher Siedlungsbereich zum weiteren  Bereich für  Revitalisierung, Nachverdichtung und Umnutzung werden.

Platz verschafft

Von langer Hand hatte die Gemeinde die Voraussetzung dafür geschaffen. 2011 kaufte sie das Pfarrhaus und die Pfarrscheune, 2012 ein landwirtschaftliches Anwesen. Die Fläche des früheren Gehöfts kann nach dem inzwischen erfolgten Abbruch der Gebäude Teil eines künftigen Siedlungs- und Umnutzungsbereichs werden.

"Wir machen hier Nägel mit Köpfen für die weitere Zukunft von Schweinsdorf," betont Bürgermeister Rudolf Glas. Seit 2005 geht es aufwärts für den Ortsteil von Neusitz.  Die Nachverdichtung mit Verkauf leerstehender Gehöfte hat Schwung in die Ortschaft und in die dörfliche Gemeinschaft gebracht. Insgesamt ist die Zahl der Einwohner innerhalb von 13 Jahren um immerhin 70 gestiegen auf über 420.

Darunter sind viele junge Familien, auch von auswärts. Sie haben die nach dem Strukturwandel in der Landwirtschaft frei gewordenen Bauernhäuser, Ställe und Scheunen im Dorf gekauft und für ihre Wohnzwecke umgenutzt. So wird für Nachverdichtung gesorgt.
Etwas Bauchweh hat eine Zeitlang das ganz neu unter Denkmalschutz gestellte Pfarrhaus gemacht. Unter dem Fundament ist ein größerer Hohlraum entdeckt worden, der von einem ausgespülten Gipsvorkommen herrührt. Inzwischen wurde erreicht, das Gebäude wieder aus der Denkmalliste zu streichen. So kann es abgerissen und überlegt werden, was mit der Fläche geschehen soll.

Auf jeden Fall erhalten bleibt die schon seit längerem unter Denkmalschutz stehende Pfarrscheune. Fest steht, dass sie, wie all die Schritte ums frühere Gasthaus und im Umgriff dort in das kommende Konzept für das Kirchen-Umfeld einbezogen wird.

Die Pläne zur Gestaltung und Nutzung dieses Bereiches nehmen derzeit Gestalt an. In einem Bebauungsplan sollen detaillierte Festlegungen für das Areal getroffen werden. Bürgermeister Glas ist froh, dass alle an einem Strick ziehen in Sachen Ortsentwicklung von Schweinsdorf.

Das Areal werde verkehrsmäßig durch eine Schleife um die Pfarrscheune herum erschlossen, kündigt er an. Sie knüpfe direkt gegenüber dem Hintereingang des neuen Wohnprojektes "Otilia" im früheren "Hirschen" an, verrät uns das Gemeindeoberhaupt. Der bisherige Stich zum Pfarrhaus soll etwas vom Friedhof weg verlegt werden.

Aber wie gesagt: Am kommenden Wochenende geht es nun erst einmal in die Vermarktung des besagten sozialen Wohnprojektes. Bürgermeister Glas und die Entscheidungsträger an seiner Seite sind gespannt auf die Resonanz. Sie laden zum "Tag der offenen Tür" ein und versprechen ausführlich Gelegenheit zur Besichtigung des umgebauten früheren Gasthauses "Zum Hirschen".

-ww-

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