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Dienstag, 25.06.2019

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Nicht zum Nulltarif

Stadt investiert viel Geld in zehn Grüngut-Sammelplätze - 26.04.2019 15:08 Uhr

Gerhard Gögelein, Michael Knappe und Gudrun Berger an der Grüngut-Sammelstelle mit betonierter Bodenplatte im Heckenacker. © priv/sis


Den großzügigen Service, dass die Rothenburger ihre Gartenabfälle relativ nah zu jeder Tageszeit kostenlos entsorgen können, wollte die Verwaltung eigentlich abschaffen, weil das freiwillig gemachte Angebot ausgenutzt wird. Plastikabfälle, Restmüll, sogar ausrangierte Elektrogeräte wie Drucker oder Waschmaschine und sogar ein Altölfass, die der Wertstoffhof entgegennimmt, wurden schon illegal entsorgt.

Auch einheimische Firmen und Auswärtige nutzen die öffentlich zugänglichen Container als willkommene Gelegenheit, ihr Grüngut abzuladen. Das Angebot ist eigentlich ausschließlich für Rothenburger gedacht. Aber das lässt sich nicht kontrollieren. Man hofft auf Vernunft und Verständnis. Aber das, was sich in der Realtiät entwickelt hat, ist ein unglaubliches Ärgernis. Man könnte auch von einer Sauerei sprechen.

Dass viele Zeitgenossen die Gartenabfälle nicht nach Rasen- oder Heckenschnitt trennen und im Plastiksack in die Grüngut-Containern werfen, ist da fast noch das kleinere Übel angesichts des wild abgelagerten Mülls von Hausrat. Auch die öffentlichen Standorte für Altglas- und Blechcontainer werden missbraucht, um Müll loszuwerden.

Einfach hingeworfen. © sis


Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs können ein Lied davon singen. Mindestens einmal in der Woche sind sie zusätzlich mit zwei Transportern unterwegs, um abgelagerten Hausrat, Sperrmüll und Sondermüll an den Grüngut- und Recycling-Containern einzusammeln. Das gemischte Grüngut müssen die städtischen Mitarbeiter auf der Deponie an der Blinksteige mühsam trennen oder es kann dann halt nicht kompostiert werden.

Dass alle diese Missstände die Kosten der Entsorgung in die Höhe treiben, liegt auf der Hand. Zur Kasse gebeten werden die Bürger Rothenburgs. Das ist ungerecht, dass sie für die Ex-und-Hopp-Gesellschaft belangt werden. Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Schließung der öffentlichen Grüngut-Sammelplätze hatte einen Sturm der Entrüstung bei den Gartenbesitzern ausgelöst. Der Vorschlag einer kontrollierten Annahme des Schnittmaterials auf der Deponie, konnte sich nicht durchsetzen. Die Anlieferung mit dem Auto oder sogar einem erforderlichen Anhänger hätte für die Bürger großen Aufwand und Umstand verursacht. Eine Zumutung für ältere Mitbürger, die nicht mehr so mobil sind, aber ihren Grünschnitt noch mit der Schubkarre zur Sammelstelle um die Ecke bringen können.

Auf Beschluss des Stadtrates bleiben zehn Standorte im Stadtgebiet erhalten und werden mit einer festen Betonplatte ausgestattet, als zusätzliche Sicherheit zu den flüssigkeitsdichten Containern zum Schutz des Grundwassers vor Verunreinigung. In der Umgebung von Wohnbebauung sollen die Grüngut-Con-tainer auch eingegrünt werden. Die großen Behältnisse werden von der Firma Weinreich geleert, die sieben kleineren von der Stadt. Hinweisschilder sollen für eine gute Handhabe sensibilisieren. Es bleibt zu hoffen, dass es klappt. 

sis

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