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Dienstag, 22.10.2019

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Mit einmaligem Exotenzug

Traditionszirkus King Artur gastiert erstmals in der Tauberstadt - 19.11.2018 14:14 Uhr

Kameldame Salomé und Büffel Hades sind nur zwei der insgesamt 50 tierischen Akteure in der Manege. © Scheuenstuhl


Insgesamt 50 Tiere können die großen und kleinen Besucher bei den Vorstellungen bestaunen. Neben den traditionellen Zirkustieren, wie Esel, Ponys und Kamele gehören auch außergewöhnliche Zeitgenossen zu dem Zirkus-Tross, nämlich Lamas, Wasserbüffel, Yak-Rinder und auch ein amerikanischer Bison. Dieser stellt sein Können jedoch gerade andernorts zur Schau.

Dennoch lohnt es sich den "Exotenzug" des Circus King Artur einmal mit eigenen Augen zu sehen. Denn dabei flanieren zeitgleich 35 Tiere durch die Manege. Diese können aber nicht nur von Weitem bestaunt werden. In der Pause haben die kleinen Besucher die Möglichkeit, mit den Tieren in den Gehegen auf Tuchfühlung zu gehen.

Auslauf für die Tiere

Die große Anzahl an Tieren macht es für Zirkusdirektor Artur Kaiser und seine Frau Sandy, die maßgeblich für die Planung der Tournee zuständig ist, nicht gerade einfach, geeignete Plätze für die Vorstellungen zu finden. Denn natürlich brauchen sie eine entsprechend große Fläche, um den Tieren den nötigen Auslauf zu ermöglichen. Zudem darf das Areal nicht asphaltiert sein.

In Wörnitz, wo der ganze Tross zuletzt Station machte, war ausreichend Fläche für Mensch und Tier vorhanden. In Rothenburg ist die Situation schon an der Grenze. "Kleiner darf der Platz nicht mehr werden", erklärt Artur Kaiser. Er führt den Zirkus, der seit mittlerweile 300 Jahren besteht, in neunter Generation. In der Tauberstadt ist der Zirkus aus Biebelried zum allerersten Mal zu Gast. Acht Stunden benötigte das eingespielte Team, um das imposante Zirkuszelt zu errichten. Das Abbauen dauert dafür nur zwei Stunden.

Von den 25 Mitreisenden treten 15 auch in der Manege auf. Sie alle sind ausgebildete Artisten. Wenn man aus einer Zirkusfamilie stammt, wächst man ganz natürlich damit auf und lernt viel von den anderen Artisten, sagt Artur Kaiser. Den Feinschliff hole man sich dann aber an den entsprechenden Einrichtungen, wie etwa der Staatlichen Artistenschule Berlin.

Nachwuchs steht parat

Kühlen Kopf bewahren: Feuerspucker in Aktion. © Scheuenstuhl


So geht es auch dem jüngsten Star des Circus King Artur: die 7-jährige Loredana Kaiser. "Sie konnte kaum laufen, da wollte sie schon in die Manege", erinnert sich ihre Mutter Sandy Kaiser, deren Luftnummern besonderen Eindruck auf die Kleine gemacht haben. Die Nachwuchs-Artistin nahm kürzlich sogar im Fernsehen bei einer Talent-Show teil.

Aber auch die übrige Artisten-Riege mit Feuerspuckern, Seil­tänzern, Handstand-Akrobaten, Clowns, Hula-Hoop-Artisten und vielen mehr ist ausgezeichnet – im wahrsten Sinne des Wortes. "Wir bekamen den Silbernen Clown beim Internationalen Zirkusfestival von Monte-Carlo verliehen", erklärt Artur Kaiser stolz.

Grundsätzlich stellt er fest, dass Deutschland ein "schwieriges Pflaster für Zirkusse" sei. Kein Wunder also, dass es nur noch 280 davon in der Bundesrepublik gibt. Im europäischen Ausland, gerade in Frankreich, erfreue sich diese Form der Unterhaltung noch größerer Beliebtheit.

Bis zu 1000 Besucher können in dem beheizten Zelt untergebracht werden, etwa für den Erlanger Weihnachtszirkus. In der Tauberstadt ist bescheidenerweise für rund 250 Besucher pro Vorstellung bestuhlt. Angesichts des Erfolgs des Mitmach-Zirkus im Rahmen des Ferienprogramms besteht durchaus berechtigte Hoffnung, dass die Premiere in Rothenburg für den Circus King Artur kein Verlustgeschäft wird.

mes

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