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Aus dem Wald in die Altstadt

Dank Georg Weybrecht erstrahlen Rothenburgs Gassen im vorweihnachtlichen Glanz - 21.11.2018 10:46 Uhr

Nadelbäumchen und Girlanden aus Tannenzweigen sorgen – ohne bunte Lichter – für festliche Stimmung an den Häusern. © Scheuenstuhl


Einst wurden die Bäumchen im Städtischen Forst geschlagen. Doch der nadelige, stilvolle Fassadenschmuck stößt nicht nur bei den zahlreichen Gästen der Tauberstadt auf Begeisterung. Auch die Hausbesitzer fanden im Laufe der Jahre immer mehr Gefallen daran. Mit der steigenden Nachfrage – heuer werden an die 140  Exemplare die Fassaden zieren – musste man sich jedoch nach einem anderen Lieferanten umschauen.
Kurz hinter der Grenze zu Baden-Württemberg wurde man bei Georg Weybrecht fündig. Jutta Striffler, zweite Vorsitzende des bei dieser Aktion federführenden Verkehrsvereins, ist voll des Lobes für den rührigen Baumschulen-Besitzer. Er sei immer zur Stelle und gehe auf die Wünsche seiner Kunden ein, sagt sie. Auch jetzt, so kurz vor der Haupt-Lieferung der Bäumchen am Samstag, nehme er noch Bestellungen entgegen.

Baumschule seit 1960

Per Motorsäge wird Bäumchen für Bäumchen gefällt. © Scheuenstuhl


Georg Weybrecht legt großen Wert darauf, die schönsten Bäumchen für den Weihnachtsschmuck der Tauberstadt auszuwählen. Bei einigen tausend Exemplaren auf den rund vier Hektar seiner Baumschule, die sein Vater 1960 gegründet hat, zeugt dies von einer wahren Leidenschaft für seine Arbeit. Aber auch bei den größeren Exemplaren für seine Kunden ist er immer auf der Suche nach etwas Besonderem. So darf sich eine Rothenburger Bank heuer über eine neun Meter hohe Blautanne freuen, die mit außerordentlich vielen Tannenzapfen bestückt ist.
Der optimale nadelige Weihnachtsbote für die Fassaden ist eine Nordmanntanne mit einer Höhe zwischen einem Meter und 1,20 Meter. Zehn Jahre dauert es im Schnitt bis die Pflänzchen diese Höhe erreichen. Zudem sollten sie einen gleichmäßigen Wuchs der Zweige aufweisen.

Letzteres sorgte bei dem 57-Jährigen schon für die eine oder andere böse Überraschung. So entdeckt er ab und an bei einem ansonsten perfekt gewachsenen Bäumchen fehlende Äste – und zwar von Menschenhand widerrechtlich abgeschnitten. Ein Unding! Die diesjährigen Weih-nachtsbäumchen haben unter den heißen Temperaturen im Sommer nicht gelitten. "Sie sind gut und tief verwurzelt", so der Fachmann. Die neu gesetzten Pflänzchen hatten es da vergleichsweise schwerer.

Nach dem Schlagen der Bäumchen müssen sie noch geputzt werden. Dabei werden so viele der unteren Äste entfernt, damit die Tanne in den schmiedeeisernen Ausleger passt. Fünf Stück dieser Anbringungshilfen hat der Verkehrsverein noch eingelagert. Sollten sich mehr Interessenten melden, bestehe die Möglichkeit für das nächste Jahr – ab einer gewissen Anzahl – weitere davon anfertigen zu lassen, erklärt Jutta Striffler.

Mit der Lieferung der vorweih-nachtlichen Dekoration ist für Georg Weybrecht die Arbeit aber noch lange nicht vorbei. Zwischen dem ersten und zweiten Advent verbringt er wieder jede freie Minute in seinem Wald. Denn dann muss er die Weihnachtsbäume schlagen, die er ab Mitte Dezember direkt vor Ort an seinem Betrieb verkauft.

Kein Müßiggang

Und auch im Rest des Jahres kann für ihn von Müßiggang keine Rede sein. An Pfingsten beispielsweise liefert er die Birken für die Dekoration in Rothenburg. Ansonsten ist er auch in der Gartenpflege tätig und betreibt mit seiner Frau seit 2015 die Straußenfarm samt Straußen­stüble. Ein Mitarbeiter unterstützt das kleine Familienunternehmen.

Dieser jüngste Betriebszweig verursachte heuer einiges Kopfzerbrechen bei den Weybrechts. Die Gewitter im Frühjahr brachten so starke Regenfälle mit sich, dass der sonst so beschauliche Rohrbach übers Ufer trat und das danebenliegende Straußenstüble unter Wasser setzte. Nach einer umfassenden Sanierung kann man dort jetzt wieder Kaffee und Kuchen genießen und gesellige Stunden verbringen.

mes

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