Mittwoch, 11.12.2019

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Widerstand gegen Südschwenk der Juraleitung

Die TenneT-Stromtrasse im Norden des Landkreises Roth wird scharf kritisiert - 01.06.2019 06:00 Uhr

Vertreter der Politik informierten sich vor Ort über die möglichen Folgen des Südschwenks der Stromtrasse. Mit dabei waren Helmut Bauz (2. v. li.), Robert Pfann (3. v. li.), Volker Bauer (4. v. li.) und Jürgen Spahl (5. v. li.). © Robert Schmitt


Gemeinsam mit den Bürgermeistern Robert Pfann (SPD) aus Schwanstetten, Helmut Bauz (Freie Wähler) für Büchenbach und Jürgen Spahl (parteilos) aus Rednitzhembach macht sich der Kammersteiner Landtagsabgeordnete Volker Bauer (CSU) gegen den Südschwenk der Juraleitung durch Forstgebiete auf dem Gebiet der drei Gemeinden zwischen Rednitz und Europakanal stark.

Unterstützt werden die Politiker vom "Energiebündel" Roth-Schwabach, dem Bund Naturschutz, den Grünen und dem Bauernverband im Landkreis. In Schwanstetten hat sich bereits eine Bürgerinitiative gegen die Umleitung gegründet.

Breite Schneisen

Der Netzbetreiber TenneT will die bereits existierende 160 Kilometer lange Juraleitung im Rahmen der Energiewende zur Stromautobahn Richtung Südostbayern ausbauen. Nach Bürgerprotesten aus Schwabach und Katzwang soll die bestehende Route nach Süden verlegt werden. Ein Schwenk durch die Waldgebiete des nördlichen Landkreises würde die Leitung um etwa zwölf Kilometer verlängern. Sie würde auf mindestens 50 Meter breiten Schneisen durch die Region pflügen.

"Damit müssten 50 bis 80 Hektar Forst gerodet werden", sagt der Mittelhembacher Landwirt Gerhard Nerreter beim Ortstermin. "Das wäre Wahnsinn", sind nicht nur Bauer und die drei Kommunalpolitiker überzeugt.

Auch Energiebündel-Chef Werner Emmer ist entsetzt: "Die Frage ist, ob wir die Leitung überhaupt brauchen." Die Kapazität der Energieerzeugung sei in Deutschland aufgrund des dezentralen Ausbaus regenerativer Energien dreimal so hoch wie der Bedarf, rechnet der Energie-Experte vor.

Um vor Stromausfällen zu schützen, sei es deshalb viel wichtiger, die Speicherkapazitäten auszubauen, statt Windstrom von der Küste in die Industriezentren des Südens zu transportieren. 

Darüber hinaus gebe es bei Ingolstadt bereits zwei Gaskraftwerke, die einspringen könnten, wenn in Bayern weder die Sonne scheint noch der Wind weht.

Robert Schmitt E-Mail

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