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Thalmässing: Wenn Grabsteine Geschichte(n) erzählen...

Im Juraort sollen die steinernen Tafeln auf dem jüdischen Friedhof wissenschaftlich untersucht werden - 13.04.2019 18:00 Uhr

Im Zuge eines von der EU geförderten Kooperationsprojekts will die Marktgemeinde Thalmässing die jüdischen Grabsteine erforschen und dokumentieren lassen.


Das Leader-Projekt "jüdisches Leben" geht zurück auf die Stadt Pappenheim. Dort will der Heimat- und Geschichtsverein den Judenfriedhof wissenschaftlich erforschen und dokumentieren lassen.

Einzel- und Kooperationsprojekt

Die Inschriften sollen in die Epidat-Datei des Salomon-Ludwig-Steinheim-Institutes für deutsch-jüdische Geschichte aufgenommen werden. In dem internationalen Verzeichnis jüdischer Grabstein-Epigraphik finden sich etwa 70 000 Bilddateien von mehr als 35 000 Grabmalen. Thalmässing würde mit zwei Einzel– und einem Kooperationsprojekt teilnehmen: Zum einen will man die eigenen jüdischen Grabsteine durch das an der Uni Duisburg-Essen angesiedelte Steinheim-Institut erforschen und dokumentieren lassen. Zusätzlich sollen die Grabtafeln von einem Steinmetz gereinigt und konserviert werden.

Kooperierend ist derzeit eine gemeinsame Broschüre geplant. Diese könnte die jüdische Geschichte in den einzelnen Orten aufgreifen und die Totenwege erklären. Bis 1832 bestatteten die Thalmässinger Juden ihre Toten in Georgensgmünd. Auch aus Schwabach, Roth, Hilpoltstein oder Windsbach wurden Verstorbene in Georgensgmünd zur Ruhe gebettet. Der genaue Inhalt müsste zwischen den Projektpartnern noch abgesprochen werden.

Begegnungshaus und Spaziergang

Die jüdische Kultusgemeinde München steht dem Projekt positiv gegenüber. Bei einer Förderung von 70 Prozent kämen auf Thalmässing Kosten von gut 16 000 Euro zu. Die Verwaltung erhofft sich auch mögliche Impulse für einen vor Kurzem gegründeten Arbeitskreis, der über ein Begegnungshaus und einen historischen Spaziergang durch Thalmässing nachdenkt.

Georgensgmünd als weiterer, von den Pappenheimern angesprochener Teilnehmer will ebenfalls die jüdische Geschichte pflegen und hat großes Interesse an dem Projekt signalisiert.

STEFAN BERGAUER 

bga

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