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Mittwoch, 16.10.2019

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Starkregen schwemmt Erdreich und Nährstoffe rein

Initiative "boden:ständig" soll den Igelsbachsee vor zu vielen Einträgen schützen — Infoveranstaltung am 31. Januar - 19.01.2019 06:00 Uhr

Die Hügellandschaft am Igelsbachsee wird bei Starkregen vom Idyll zur Belastung. Zuviel Erdreich und Nährstoffe werden dann in das Gewässer gespült. © Foto: Wolfgang Dressler


Es seien vor allem die immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse, welche die Behörde schon vor Jahren den Stein ins Rollen bringen ließ. So Jakob Meier, Projektleiter aus den Reihen des Amts für ländliche Entwicklung (ALE). Die Folgen der Niederschlagsmengen sollten abgemildert werden. Der Freistaat habe sich aber auf die Gebiete konzentriert, wo es einen entsprechenden Problemdruck gäbe. Das Wassereinzugsgebiet jenes fränkisches Sees gehöre hier zweifelsohne dazu, auch wenn es in den vergangenen Jahren keine Probleme gegeben habe.

Gerade deswegen sei die Gelegenheit nun günstig, die Situation zu stabilisieren. Denn im Falle eines Falles könne das hügelige Gelände für starke Bodenerosion und entsprechende Nährstoffeinträge im Wasser sorgen. Dem soll in Kooperation mit den Wasserwirtschaftsämtern entgegengewirkt werden.

"Die Kommunen und die Landwirte aber sind die Hauptakteure", so Meier. Betroffen sind im aktuellen Fall neben der Stadt Spalt auch der Markt Absberg. "Wir müssen mehr Struktur in die Landschaft hinein bringen", erklärte der Projektleiter den generellen Ansatz. In der Vergangenheit habe man bei Flurbereinigung und Städtebau den Fokus darauf gelegt, bei Regen das Wasser möglichst schnell aus den Gemeinden und den Flächen hinaus zu bringen. Nun erfolge glücklicherweise ein Umdenken. Im Rahmen von "boden:ständig" gelte es nun, "vor Ort gemeinsam ein Maßnahmenprogramm zum Landschaftsumbau zu entwickeln".

Dabei gibt es große Unterstützung vom Freistaat. Der von einem Ingenieurbüro erarbeitete Bestands- und Bewertungsplan etwa sei für die Kommune ebenso kostenfrei wie der folgende Maßnahmenplan. Bei dessen Umsetzung helfe dann "ein Kümmerer", versicherte Meier. Es gäbe hier verschiedene Fördertöpfe, die angezapft werden könnten, bestenfalls würden Maßnahmen mit bis zu 80 Prozent bezuschusst.

Fünf Projekte gäbe es bereits in Mittelfranken, weitere fünf seien in Vorbereitung. Im Landkreis sei die Gemeinde Rohr mit im Boot. "Ihr wärt also in guter Gesellschaft", rührte Meier die Werbetrommel. Die Maßnahmen zur Schaffung von dezentralen, temporären Wasserrückhaltungen selbst seien oft nicht größerer Natur. Wege erhöhen und verbreitern, Bachläufe erneuern, Gräben mit Querverbauungen oder Agrarflächen mit Drosselbauwerken versehen, nannte der Projektleiter Beispiele. Es handle sich ja um freiwillige Maßnahmen, "die nicht weh tun sollen".

Entschädigung

Kommt es dennoch mal zu Ungemach, wenn etwa im Feld aufgestautes Wasser die Ernte vernichte, übernehme die Kommune die entsprechende Entschädigung. Was die Initiative anbetrifft, gab es bereits vor der Stadtratssitzung eine Infoveranstaltung für die Ortsobmänner des Bayerischen Bauernverbandes. Eine weitere für die Allgemeinheit folgt am Donnerstag, 31. Januar, im Kornhaus – Beginn ist um 19.30 Uhr.

JÜRGEN LEYKAMM

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