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Roth trägt Maske: Das ist die Fotografin hinter den Bildern

"Hinter jeden Maske steckt ein Lächeln" - 05.08.2020 11:51 Uhr

Hinter jeder Maske steckt ein Lächeln: Flavia Zaunseder stellt in Roth Porträts von Menschen aus der Stadt mit und ohne Maske aus.

© Foto: Yevheniia Frömter


Roth lacht - trotz Corona. Unter diesem Motto stellt die Fotografin Flavia Zaunseder Fotocollagen in der gesamten Innenstadt aus. Die "Open-Air-Ausstellung" soll nicht nur Gefühle und Stimmungen von Rother Bürgerinnen und Bürgern porträtieren. Zaunseder will damit insbesondere aufzeigen, "dass hinter jeder Gesichtsmaske ein Lächeln versteckt ist".

 

 

 

Zu Beginn der Corona-Pandemie dachte die Künstlerin über Möglichkeiten nach, etwas Besonderes zu präsentieren. Den letzten Anstoß habe ihr Paul Rösch gegeben: "Da müssten wir etwas machen." Zusammen mit ihrem Vater habe Zaunseder weitere Überlegungen angestellt und viel experimentiert. "Wir kamen schließlich auf die Idee mit den Collagen."

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Simpel und einfach sollte das Projekt ausfallen. Allerdings gestaltete sich die Umsetzung zu einem regelrechten Kraftakt. Einen kompletten Monat lang hat die leidenschaftliche Fotografin täglich bis zu zehn Stunden Menschen in den Fokus genommen. Über Facebook und Instagram machte sie auf sich aufmerksam: "Es haben sich sofort viele Leute gemeldet." Der Aufruf ging im Prinzip an jeden, der "die Idee cool fand".

Finanzierung aus eigener Tasche

Danach begann für Zaunseder erst die richtige Arbeit: Gestalten von rund 200 Plakaten, Erledigen von Verwaltungsarbeit für die Genehmigung der Ausstellung und Organisieren in alle Richtungen. Sogar die Plakatständer habe sie selbst "gebastelt". Finanziert hat die Rotherin alles aus eigener Tasche.

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Die erste Präsentation ihrer Werke sollte auf jeden Fall zu einem "prägnanten Datum" erfolgen. Nahezu gleichzeitig mit der Anordnung der Maskenpflicht standen Zaunseders Plakate parat: "Ein guter Zeitpunkt, und das Feedback war großartig." Nicht nur im Internet gab es großes Lob für ihr Schaffen. Auch auf der Straße wird die Fotografin regelmäßig angesprochen. Viele der abgelichteten "Modelle" zog es gleich auf den Markt- und Kugelbühlplatz, um ihre Motive zu bestaunen.

 

 

Trotz des positiven Echos musste Zaunseder auch die eine oder andere Kritik einstecken. Vor allem ein Foto, das einen jungen Mann mit ausgestreckten Mittelfingern zeigt, wurde als anstößig bewertet. Damit kann Zaunseder aber gut leben: "Kunst soll provozieren und zur Diskussion anregen."

Darüber hinaus unterstreicht sie die Meinungsfreiheit in diesem Zusammenhang sehr deutlich: "Es sollte die komplette Bandbreite sämtlicher Meinungen eingefangen werden." Dies sei ihrer Meinung nach auch gelungen.

Auch das Fernsehen war da 

Aufmerksamkeit hat Zaunseder nicht nur von der Rother Bevölkerung erfahren. Selbst das Fernsehen stattete ihr Besuche ab. Die Beiträge haben im Internet bereits die Runde gemacht: "Ich bin völlig überrascht, dass meine Ausstellung so gut ankommt."

Noch bis zum 15. September hat sie vom Ordnungsamt die Erlaubnis, die 48 Fotostandorte beanspruchen zu dürfen. In regelmäßigen Abständen würden die Motive ausgetauscht werden: "Es soll ja nicht langweilig werden."

 

 

Neue Projekte

Für das Engagement hätten Stadtverwaltung und einige Betriebe signalisiert, die Ausstellung finanziell unterstützen zu wollen. "Ich stehe hinter meiner Idee und hätte die Ausgaben deshalb auch selbst getragen."

Auf ihren Lorbeeren will sich Zaunseder jedenfalls nicht ausruhen. Vielmehr denkt sie bereits an neue Projekte. Allen voran eine Folgeausstellung in einem Jahr: "Als Rückblick, wie die Stimmung während der Corona-Zeit war."

mrm

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