Dienstag, 19.11.2019

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Ostseewind zieht durch den Poststadel

13 zeitgenössische Künstler aus Danzig stellen ihre unkonventionellen Werke in Hilpoltstein aus. - 13.10.2019 15:23 Uhr

Über die gelungene Ausstellungseröffnung freuen sich (v. li.) Bezirksrätin Cornelia Griesbeck, Bürgermeister Markus Mahl, Vizekonsul Maciej Szmidt und Kuratorin Dorota Kabiesz. © Foto: Robert Unterburger


Mahl wies darauf hin, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Museums- und Heimatvereins und der Stadt Hilpoltstein handele: "Vor zwei Jahren hatten wir die letzte Ausstellung in unserer deutsch-polnischen Reihe", blickte der Bürgermeister zurück. 2007 hatte die mit einem Konzert von Musikern aus Pommern ihren Auftakt gefunden, "danach haben wir jedes Jahr Ausstellungen mit polnischen Künstlern gehabt".

Kunst verbindet

Kunst dürfe zwar "provozieren und hinterfragen", so Mahl, gleichwohl "betrachten wir die politische Landschaft in Polen mit Sorge." Doch Kunst verbinde auch: "Wir sind Freunde und so soll es bleiben", unterstrich Markus Mahl. Denn der Bezirk Mittelfranken und das Marschallamt der Woiwodschaft Pommern pflegen eine enge Partnerschaft; es gebe auch ein Austauschprogramm mit den Schulen.

"Wir bekommen mit dieser Ausstellung die einzigartige Möglichkeit, 13 Künstler aus Danzig vorzustellen", freute sich der polnische Vizekonsul Maciej Szmidt. Die Werke würden sich auf zeitgenössische Künstler konzentrieren, deren Kunst sehr unkonventionell sei. "Der Bezirk Mittelfranken spielt eine wichtige Rolle im Bereich Kunst, Kultur sowie Partnerschaft und leistet einen Beitrag zur Zusammenarbeit", erklärte Bezirksrätin Cornelia Griesbeck aus Wendelstein überzeugt. Schließlich unterhalte der Bezirk eine Partnerschaft mit dem Limousin und seit dem Jahr 2000 eben auch eine Regionalpartnerschaft mit dem Marschallamt der Woiwodschaft Pommern in Gdansk. Vielleicht entstehe daraus eine Städtepartnerschaft, wünschte sich Griesbeck.

Stellvertretende Landrätin Edeltraud Stadler beschäftigte sich mit dem Ausstellungsthema "Wind von der Ostsee". Wind sei "eine interessante physikalische Gestalt" und überall wehe "ein anderer Wind". Stadler wünschte der "universellen Sprache der Kunst, Kultur und Musik" daher "die notwendige Toleranz, um Herausforderungen zu meistern."

"Seit fast 20 Jahren unterhalten der Bezirk Mittelfranken und Pommern eine Partnerschaft mit der Hauptstadt Danzig", erinnerte Kuratorin Dorota Kabiesz. Als ehemalige Hansestadt sei Danzig geprägt von der "Offenheit zum Meer und zur Welt insgesamt". Es sei eine Stadt mit 1000-jähriger Geschichte, die Wiege der Solidarność-Bewegung.

"Hier stellen wir nun Werke von 13 bedeutenden Künstlern, größtenteils Professoren der Kunstakademie Danzig, vor", so die Kuratorin weiter. "Die überwiegende Mehrheit von ihnen ist in Danzig geboren, die meisten von ihnen leben und schaffen seit eh und je in dieser Stadt." Seit mehreren Jahren bildeten sie eine bedeutende Künstlergruppe.

Heiterkeit löste Kabiesz’ Aussage aus, dass die Ausstellung in fünf Städten gezeigt werde: in München, Köln, Nürnberg, Berlin – und in Hilpoltstein!

Seit 14 Jahren "richten wir internationale Ausstellungen aus", so Museumsleiter Peter Hagenmaier. Gemeinschaftsausstellungen des Bezirks mit Pommern seien heute allerdings "schwierig", denn die politische Entwicklung fördere solche Projekte nicht. Musikalisch umrahmte das Gitarrenduo Tobias Schuster und Egon von Brüning von der Musikschule Hilpoltstein die Vernissage.

ROBERT UNTERBURGER

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