Mittwoch, 23.10.2019

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Nicht mehr voll auf Draht

Roth will seine Stadtmarke überprüfen und eventuell erneuern - 18.04.2019 12:00 Uhr

Bleibt die Stadt Roth „Voll auf Draht“? Oder wird die „Marke“ umbenannt? © Carola Scherbel


Um den Draht zur eigenen Stadt geht es beim Nachdenken über die "Stadtmarke" für Roth. Soll die selbstbewusste Eigeneinschätzung "Voll auf Draht" weiter das Erkennungsmerkmal für die einst bedeutende Industriestadt bleiben? Oder will man sich fürs Werbebanner auf andere Felder verlegen — auf die Sportstadt, die Kultur-, Familien- oder Einkaufsstadt?

Der Stadtrat hatte bereits in einer Klausur ausführlich über das Überprüfen und/oder Erneuern der eigenen Marke diskutiert. Jetzt schlug der Stadtmarketingbeauftragte Mark Bartholl im Hauptausschuss auch offiziell die Überarbeitung beziehungsweise Neuentwicklung vor.

Zwar stimme es keineswegs, dass "Roth tot ist", sondern es passiere im Gegenteil viel in der Stadt – lapidar gesagt: "In Roth – da geht was." Aber die Stadt stehe trotzdem vor vielen Herausforderungen: Leerstände, baufällige Häuser, … Um Image und Realität einander anzupassen, sei es also "zwingend notwendig, der Stadt eine Identität und Zukunftsvision zu verpassen". Wichtig dabei sei: "Sie muss mit Inhalt gefüllt werden."

Für Bartholl steht also das drahtige Logo zwar auf dem Prüfstand, es müsse aber nicht unbedingt abgeschafft werden.

Für eine Überarbeitung wolle er außerdem "niemandem etwas überstülpen". Er will ein Projektteam gründen, dem nicht nur Vertreter aus dem Stadtrat angehören sollen. Alle Ideen zulassen, Befragungen und Workshops starten, möglichst viele Interessierte, Organisationen und Gruppen aus der Stadt am Prozess beteiligen – damit will Bartholl die Rotherinnen und Rother "so stark wie möglich und so umfassend wie nötig einbeziehen". Anführen werde den Prozess der Überarbeitung oder Neuentwicklung eine professionelle Agentur, um einen objektiven Blick auf die Stadt und ihre Marke zu richten.

Im Ausschuss traf Bartholls Idee durchweg auf positive Resonanz. Einstimmig gab man an den Stadtrat die Empfehlung weiter, die Stadtmarke zu prüfen und neu zu justieren. 80 000 Euro sind für das laufende Jahr im städtischen Haushalt vorgesehen, verriet Bartholl auf Nachfrage. Damit sollen neben den Kosten für die Agentur zumindest teilweise die für die neue Corporate Identity der Stadt bezahlt werden. Zeitlich legte er sich ebenfalls fest. Er will, dass der Prozess spätestens bis zur Kommunalwahl 2020 abgeschlossen ist.

Carola Scherbel

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