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Neue Kita am Hasenbühl in Roth soll in Modulbauweise kommen

Bauausschuss spricht sich für die Planung aus - - 10.04.2020 10:02 Uhr

Im Moment dient das Wiesengrundstück am Hasenbühl in Roth noch als Parkplatz. Schon bald könnte dort ein Kindergarten für vier Gruppen stehen. © Foto: Carola Scherbel


Weil aufgrund der Entscheidungsfreiheit der Eltern bis zum Sommer nicht klar ist, ob "Korridorkinder" noch ein Jahr im Kindergarten bleiben oder schon in die erste Klasse der Grundschule gehen, könnten ab September bis zu 75 Kitaplätze fehlen. Für diese Kinder muss bis September eine Lösung her.

Ursprünglich an Container gedacht

Deshalb hatten die Stadträte ursprünglich einen Containerfertigbau vorgeschlagen, damit die Kita im Herbst stehen und bis zu 75 Kinder aufnehmen kann. Um die Not für die Kinder und Eltern möglichst bald zu beheben, sollte also "temporär" in Containern ein Kindergarten mit drei bis vier Gruppen am Hasenbühl eingerichtet werden.

Zeitlich lautete der Auftrag "sportlich" und den hat Stefan Hofmann binnen zwei Monaten bis zu einem ersten "Zwischenergebnis" erledigt: Die Rother Architektin Carmen Bräutigam stellte dem Ausschuss einen Vorentwurf vor. Mit dem Jugendamt am Landratsamt sei der Plan bereits besprochen, hieß es, und die Förderrichtlinien konnte Hofmann ebenfalls schon nennen. Zur Debatte stellte er vor dem Ausschuss noch die konkrete Bauweise.

Die Container könnten nämlich wirklich nur übergangsweise genutzt werden für drei, höchstens aber fünf Jahre. Eine dauerhafte Lösung biete dagegen eine andere Bauweise: Aus Modulen. Die sind etwas höherwertiger und etwas teurer, erklärte Stefan Hofmann. Statt 3,7 Millionen Euro würden dafür 4,5 Millionen Euro anfallen.

Langgestreckt und zweckmäßig

Sie sind aber auch aufstockbar bis zu sechs Stockwerken, versicherte Carmen Bräutigam scherzhaft, als sie den Vorentwurf für einen langgestreckten, zweckmäßigen Bau mit kleineren Mehrzweckräumen, dafür größeren Spielfluren sowie mit einer großen Freifläche samt Terrasse, Rutschen und Spielgeräten präsentierte. Die Fassade könnte mit Naturholz gestaltet werden, es sei kein Unterschied zu einem konventionellen Bau zu erkennen, erklärte Bräutigam vor dem Ausschuss.

Schon die Stromkosten sprächen für die höherwertige Modulbauweise, plädierte Falko Fabianek (Freie Wähler). Denn in schlechter gedämmten Containern wären die "sicher sechsstellig". Auch die exponierte Lage am Ortseingang an der Hilpoltsteiner Straße erfordere eine optisch schönere Lösung, unterstützte Andreas Buckreus (SPD) den Vorschlag der Verwaltung. Gleichzeitig biete das Bauen in der Nähe des nach wie vor unbeschrankten Bahnübergangs vielleicht die Möglichkeit, bei der Bahn intensiver darauf hinzuweisen, dort "etwas zu tun".

Spart mehr Zeit als Geld

Diese Hoffnung bestätigte Bürgermeister Ralph Edelhäußer: Die Stadt habe im Zuge der Arbeitsgruppe um die Zukunft von Gredl und S-Bahn nun "endlich einen Ansprechpartner bei der Bahn", an den man sich in Sachen Bahnübergang nochmals schriftlich wenden werde.

Die Kosten für den von Carmen Bräutigam als viergruppigen Kindergarten vorgestellten Bau liegen – so erfuhr SPD-Stadtrat Edgar Michel auf Nachfrage – nicht gerade im unteren Bereich: Wie für das Kinderhaus auf der Kupferplatte würden auch hier mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter verbaut. Für die Kupferplatte hatte der Stadtrat kürzlich wie berichtet eine Kostendeckelung beschlossen. Doch mit hohen Kosten werde man wohl leben müssen.

"Man spart nicht viel Geld", sagte der Bürgermeister: "Nur Zeit". Zwei praktische Vorschläge von Falko Fabianek sollten noch in die Planung eingearbeitet werden: Für Längsparkplätze am Weinweg sei sicher noch Platz zu schaffen, regte er an, um die Parksituation rund um die Kita und das nahe Augustinum nicht noch mehr zu belasten. Außerdem könnten doch jetzt schon alle die, die Erde und Schutt abzuliefern haben, ihre Ladung am Hasenbühl abkippen. Denn wenn die Senke für den Kindergartenbau aufgefüllt werden müsse, sei es doch sinnvoller, die Erde dort abzuladen als an der Deponie die "explodierenden Kosten" bezahlen zu müssen. Fabianek: "Und wenn das Material dann doch nicht gebraucht wird, kann man es immer noch wieder aufladen und zur Deponie fahren."

Der Ausschuss empfahl am Ende einstimmig, die Planung in Modulbauweise voranzutreiben. 

CAROLA SCHERBEL E-Mail

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