Donnerstag, 19.09.2019

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Millionenschäden durch Unwetter in Roth, keine Verletzten

Mindestens 30 Autos von Bäumen begraben - Anton-Seitz-Schule schwer beschädigt - 19.08.2019 16:10 Uhr

Ein Unwetter richtete am Sonntagabend in Roth und Umgebung schwere Schäden an. Mindestens 30 Autos wurden durch umstürzende Bäume beschädigt. © Martin Regner


Der Schwerpunkt der Schäden liegt nach Angaben der Polizei in Büchenbach, Georgensgmünd, Rednitzhembach, Röttenbach, Spalt und Roth. Unzählige Straßen waren durch umgestürzte Bäume unpassierbar, auch die B 2 war zwischen Rednitzhembach und Roth  für fast eine Stunde gesperrt, weil rund 20 Bäume auf die Fahrbahnen gefallen waren. Es bildete sich ein langer Stau.

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Roth: Ein heftiges Unwetter verwüstete am Sonntagabend die Anton-Seitz-Schule

Nach oben gefaltete Dachteile, auf Autos gestürzte Bäume, abgebrochene Äste auf Gehwegen: Die Anton-Seitz-Schule in Roth wurde vom Unwetter am Sonntagabend besonders hart getroffen.


In Roth wurden zahlreiche Dächer abgedeckt, am schlimmsten traf es wohl die Anton-Seitz-Schule im Norden von Roth. Hier faltete der Sturm Teile des Daches nach oben, auf dem Schulhof und den Wegen um die Schule herum liegen Bäume und herabgefallene Äste. Teilweise wurden Autos unter Baumteilen begraben, teilte die Polizei mit. 

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Schneise der Verwüstung im Landkreis Roth nach heftigem Unwetter

Besonders schlimm wütete das Unwetter vom Sonntagabend in Büchenbach, Georgensgmünd, Rednitzhembach, Röttenbach, Spalt und Roth. Zwei Schulen wurden schwer beschädigt, auf das AWO-Betreuungszentrum an der Friedrich-Ebert-Straße fiel ein Baum. Zahlreiche Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert und die Holzhütte der Feuerwehr landete kopfüber in einem privaten Garten.


In Abenberg, Büchenbach und Rednitzhembach fiel für über eineinhalb Stunden der Strom aus. In der Folge fiel auf der Bahnstrecke Georgensgmünd-Roth-Nürnberg der Strom aus. Eine S-Bahn blieb etwa 100 Meter nach dem Bahnhof Büchenbach liegen.

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Unwetter: Hier wird ein gestrandeter ICE bei Roth evakuiert

Es war ein besonders schweres Unwetter, das am Sonntagabend die Region erfasste. Im Landkreis Roth entwurzelte der Wind einen Baum, der eine Oberleitung traf - und damit einen ICE bei Unterheckenhofen stranden ließ. Die Fahrgäste mussten stundenlang ausharren, ehe der Zug evakuiert wurde.


Zwischen Unter- und Oberheckenhofen strandete ein mit 400 Personen besetzter ICE, ebenfalls wegen dem Stromausfall auf der Strecke. Die Bergung der Passagiere zog sich über mehrere Stunden hin, weil die Wege zur Bahnstrecke zum Teil unpassierbar waren.

Wie ein Bahnsprecher mitteilte, steht der noch in der Nacht geräumte Zug weiterhin auf der Strecke (Stand: Montagvormittag). Bis der ICE abgeschleppt werden kann, wird es noch dauern: Es müssen erst noch rund 20 bis 30 Bäume, die vor und hinter dem Zug auf den Gleisen liegen, von der Strecke geräumt und die Oberleitung repariert werden. 


ICE bei Roth gestrandet: Evakuierung dauerte Stunden


Wann der Zugverkehr auf der betroffenen Strecke wieder aufgenommen wird, ist noch unklar. "Ich wage die vorsichtige Prognose, dass das am Dienstag, 20. August, im Laufe des Tages sein kann", sagte der Bahnsprecher. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist zwischen Georgensgmünd und Roth eingerichtet. 

Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse sind keine Verletzten bekannt, so der Polizeisprecher: "Da bin ich sehr, sehr froh." Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest, zum Teil müssen erst noch Versicherungsgutachter tätig werden. Erste Schätzungen gehen von einem Millionenschaden aus. Insgesamt gingen am Sonntagabend über 90 Notrufe bei der Polizei ein.

Im Landkreis Roth fuhren die Feuerwehren rund 250 Einsätze während der ganzen Nacht. Los gingen die Einsätze ab 19.10 Uhr, die letzten Feuerwehr- und THW-Kräfte kehrten erst gegen 6 Uhr morgens am Montag wieder zurück. Das Ausrücken gestaltete sich mitunter schwierig, weil die Feuerwehrleute wegen Bäumen über der Straße zum Teil ihre Feuerwehrhäuser nicht erreichen konnten. 

Zwischen Rittersbach und Georgensgmünd wurden zwei Hopfengärten vom Wind umgelegt, in Obersteinbach ein weiterer. Zwischen Ober- und Untersteinbach "ist der halbe Wald auf der Straße gelegen", wie eine Augenzeugin berichtet. Die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter laufen.

Dieser Artikel wurde am 21. August 2019 um 10:35 Uhr aktualisiert. 

 

Martin Regner

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