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Dienstag, 21.05.2019

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Leben mit Demenz ist lebenswert

Melanie Huml, bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, hat in der Kreisklinik eine Ausstellung eröffnet. - 19.04.2019 16:43 Uhr

Eine Ausstellung zum Thema Demenz hat die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (5.v.li.) auf Einladung von MdL Volker Bauer in der Rother Kreisklinik eröffnet. © Robert Schmitt


Es handelt sich dabei um ein Info-Regal in Form eines überdimensionalen Kopfes, dessen Fächer Informationen zu Symptomen und Stadien der Krankheit enthalten. Drei Wochen ist die gefragte Wanderausstellung nun im Eingangsbereich des Klinikums zu sehen. Nach Roth geholt, hat sie der Kammersteiner Landtagsabgeordnete Volker Bauer (CSU).

Im Schnitt sind es jeden Tag sechs bis acht Patienten, die im Rother Krankenhaus durch Symptome auffallen, welche auf Hirnleistungsstörungen hindeuten. Etwa 600 pro Jahr werden schon mit der Diagnose "Demenz" aufgenommen.

Um sie angemessen versorgen zu können, hat die stellvertretende Pflegedienstleiterin Bettina Honeiser ab 2012 einen Kreis ehrenamtlicher Helferinnen geschult, der in Krisensituationen zur Stelle sein kann. Drei der 15 Aktiven haben der Gesundheitsministerin die Motivation für ihren Einsatz geschildert.

Helga Schauster aus Heideck sowie Waltraud Helmschrott und Karin Kindermann aus Roth werden bei Bedarf angerufen, um verwirrten und Angst erfüllten Senioren beizustehen. Kindermann kommt dafür sogar nachts ins Krankenhaus. Um diese Hilfe auszubauen, hat der Förderverein des Krankenhauses 50 000 Euro bereitgestellt. "Uns ist es wichtig, das beispielhafte Projekt zu unterstützen", sagte Vorsitzender Anton Nagel.

Melanie Huml erklärte, dass die Zahl der Senioren mit Demenz steigen werde. "Heute leben in Bayern 240 000 Menschen mit solchen Einschränkungen, 2030 werden es aller Voraussicht nach 300 000 sein", so Huml. Die Staatsregierung habe deshalb eine eigene Demenzstrategie erarbeitet. "Wir müssen das Thema aus der Tabuzone holen", erklärte die CSU-Politikerin, der es nach eigenem Bekunden vor allem ein großes Anliegen ist, "Familien zu signalisieren, dass sie nicht alleine sind".

Hauptziele der Ausstellung seien in diesem Rahmen, Angehörige auf Hilfsangebote hinzuweisen und weitere ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, um die Würde und Selbstbestimmung der Betroffenen zu bewahren. "Auch ein Leben mit Demenz ist lebenswert", war die Medizinerin überzeugt.

Volker Bauer fand es wichtig, Menschen mit Demenz weiter in der Mitte der Gesellschaft zu halten. In Roth wird das künftig auch dank des Bezirks Mittelfranken besser möglich sein. "Der Bezirk baut hier eine Tagesklinik für Psychiatrie, die Expertise für die Behandlung von Demenz schafft", erklärte Bezirksrätin Cornelia Griesbeck (CSU).

Werner Rupp, Verwaltungsleiter des Rother Krankenhauses machte darauf aufmerksam, dass Senioren häufig durch eine Einweisung ins Krankenhaus stark belastet würden. "Menschen mit kognitiven Einschränkungen sollen deshalb insbesondere bei Flüssigkeits- und Salzmangel sowie Unterzuckerung nicht aus ihrem gewöhnten Umfeld herausgenommen werden", so Rupp. 

Robert Schmitt

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