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Kreative Fotoaktion: Wenn die Maske im Gebüsch landet ...

"Schule am Stadtpark" geht das Thema Corona kreativ an und will Ängste nehmen. - 11.07.2020 15:03 Uhr

Eklig, unhygienisch und unfair für alle anderen: Das Hinterlassen einer gebrauchten Maske an einem Telefonhörer.

© Foto: Schule am Stadtpark


An der sonderpädagogisch ausgerichteten "Schule am Stadtpark" will man sich diesen Umstand jetzt kreativ zunutze machen. Denn seit Längerem schon ist Corona dort ein großes Thema – auch jenseits von Hygiene- und Abstandsregeln: Zuerst schnürten die hausinternen Sozialarbeiterinnen Gute-Laune-Päckchen für die Schülerschaft, die daheim zu bleiben hatte. Danach ließ ein Teil des Kollegiums die Nähmaschinen rattern, um textile Schutzmasken zu nähen und sie anschließend an die Pennäler zu versenden. Zuletzt rief man – gemeinsam mit anderen Bildungseinrichtungen des Landkreises – in einem Wettbewerb dazu auf, möglichst ideenreich mit dem Virus umzugehen. Motto: "Bild dir dein Corona!"

Unaufgeregt entgegentreten

Von ungefähr komme dieser Aktionismus nicht, vielmehr liege ihm von Anfang an eine zentrale Fragestellung zugrunde: "Neue Realität, neue Normalität, ein Leben vor und nach der Pandemie – was soll das heißen?" Anja Knieling und Lena Gsänger, Jugend- und Schulsozialarbeiterinnen der "Schule am Stadtpark", haben vor allem eines festgestellt: Wenn solche Rahmen über dem Alltag ihrer Schüler aufgezogen werden, "dann schafft das ein Klima der Verunsicherung".

Dem gelte es zwar entschieden, aber auch möglichst unaufgeregt entgegenzutreten – "indem wir drauf schauen: Wie läuft unser Miteinander gerade? Was ist anders geworden?" Schließlich werde man auch im kommenden Schuljahr mit Corona leben müssen. Eine Bestandsaufnahme also. Sie soll die Besonderheiten der Zeit in den Fokus nehmen. Allerdings nicht aus einer defizitären Sicht. Stattdessen gelte es, darüber nachzudenken: "Wo sind die Ressourcen? Was bringt uns diese ungewöhnliche Phase Neues?"

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"Klar, man trägt Mundschutz, meidet Körperkontakt und muss tausend Sachen beachten", räumt Jugendsozialarbeiterin Anja Knieling ein. Gleichwohl sollte man die Dinge nicht ausschließlich in ein pessimistisches Licht tauchen. Funktionieren kann das so: Es bestehe aktuell keine uneingeschränkte Möglichkeit, ins Kino zu gehen? – "Dafür feiern wir die Renaissance des Autokinos!". Man dürfe nur im Kleinen Party machen? – "Dann genießt man die Gesellschaft eben umso intensiver!". Die Klassen wurden dezimiert? – "Aber die Betreuung ist jetzt individueller!"


Reinigen und entsorgen: So pflegen Sie Schutzmasken richtig.


Gsänger und Knieling geht es um einen Perspektivwechsel. Einen, der dazu taugt, "Ängste zu nehmen" oder diese mindestens zu hinterfragen. Und weil in diesem Sinn nicht alles schwarz sei, "wollen wir wieder ein buntes Projekt anstoßen."

Also zurück zur Gesichtsmaske. Dass "dieses vor Kurzem noch so hohe Gut, weil es schwer zu kriegen war" jetzt flächendeckend herumliegt, sei den Schülern keineswegs entgangen. Drum wären die gerade unterwegs, um den Pandemie-Müll abzulichten. Überall dort, wo sie auf ihn stoßen. Am Straßenrand, in Hecken, auf Wiesen. Danach sollen die Aufnahmen vergrößert und von den Schülern farbig angemalt werden, erläutert Lena Gsänger die Kunstaktion.

Mitmach-Aktion läuft

Nicht ganz zufällig gehe es bei den Projekten der "Schule am Stadtpark" immer auch darum, "präsent für die Schüler zu sein und den Draht zu ihnen zu halten", so Anja Knieling. Denn Fakt sei leider doch: "Wir sehen sie jetzt weniger" und "wir müssen sie ja trotzdem irgendwie auffangen." – Wenn’s sein muss, eben mit Mundschutz...


Wer sich an der Aktion beteiligen will, kann Fotos von achtlos entsorgten Gesichtsmasken schicken an: anja.knieling@landratsamt-roth.de

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