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Mittwoch, 23.10.2019

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Georgensgmünd ist Fairtrade-Gemeinde

Seit Sonntag darf sich die Rezatgemeinde als 157. Kommune in Bayern mit diesem Titel schmücken - 06.06.2019 17:13 Uhr

Gruppenbild mit Mitgliedern der Gmünder Fairtrade-Steuerungsgruppe, mit Marlene Mortler, Bürgermeister Ben Schwarz und (rechts von ihm) Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz. © Foto: Andreas Regler


Im Rahmen des Wasserradfestes verlieh Manfred Holz, Fairtrade-Ehrenbotschafter, den Titel und überreichte Bürgermeister Ben Schwarz und Vertretern der lokalen Steuerungsgruppe die Ernennungsurkunde.

Bürgermeister Ben Schwarz betonte, dass Fair Trade zwar nur ein Aspekt unter vielen sei. Dennoch sei das Ganze "mehr als nur ein Logo", denn es rege zum Nachdenken an. Und so "ein Gedankenanstoß ist wichtig", bekräftigte er.

Marlene Mortler meinte, bei ihr renne man mit diesem Thema offene Türen ein. "Es freut mich, wenn Sie Fair Trade unterstützen", ließ die frisch gewählte EU-Parlamentarierin und Landwirtschaftsexpertin die Zuhörer wissen. Gleichzeitig versäumte sie nicht darauf hinzuweisen, dass man "aber auch die heimische Landwirtschaft nicht vergessen" dürfe.

Mit Bravour geschafft

Eine Meinung, die neben Schwarz auch Manfred Holz teilte. Der Fairtrade-Ehrenbotschafter attestierte Gmünd, dass es als Fairtrade-Gemeinde "ab heute in der Champions League" spiele. Er sei "richtig beeindruckt", so Holz in seiner Laudatio, wie Georgensgmünd die doch recht hohen Anforderungen umgesetzt und "alle Kriterien mit Bravour geschafft" habe. Gleichzeitig verdeutlichte er den Gedanken hinter der Initiative und appellierte an die Anwesenden: "Kaufen Sie also möglichst nur noch bio, fair, regional und saisonal!" Denn "die Moral endet nicht am Regal" und beim Einkaufen könne jeder "Macht" ausüben.

Alexander Vogel ließ als Vertreter der lokalen Steuerungsgruppe den Gmünder Bewerbungsprozess kurz Revue passieren und hob hervor, dass es beim Fair Trade-Gedanken nicht nur um bessere Löhne für die Produzenten in Südamerika oder Afrika gehe, sondern auch Aspekte wie das Verbot von Kinderarbeit oder menschenwürdige Arbeitsbedingungen tangiert seien.

Den Anstoß zum Vorhaben "Fairtrade-Kommune" habe eine Gemeinderatssitzung im Januar 2018 gegeben. Dort seien die Bemühungen des Landkreises Roth sowie der Stadt Hilpoltstein um das Fairtrade-Siegel vorgestellt worden. Nach einer längeren Diskussion habe sich der Gemeinderat entschlossen, das Projekt auch in Gmünd anzugehen. In den folgenden Monaten habe sich dann eine Steuerungsgruppe gebildet, die das Unter-nehmen seitdem vorantreibe und um weitere Unterstützer aus den Reihen der lokalen Wirtschaft, der Vereine oder kommunaler Einrichtungen werbe.

Kaffee und Schokolade

Dass das Thema Fair Trade in Georgensgmünd bereits zahlreiche Wurzeln geschlagen hat, bewies ein Gang über das Wasserradfest. An etlichen Stationen und Stände prangte das Fairtrade-Siegel (das Gmünder Logo zeigt die stilisierten Silhouetten des Wasserrads sowie der katholischen und der evangelischen Kirche), um anzuzeigen, dass hier fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Schokolade oder Cocktails verkauft werden.

In der Gemeindebücherei wurden außerdem kurze Filmclips gezeigt, auf dem Vorplatz konnten diverse "faire" Produkte verkostet werden und im benachbarten Schlösschen gab es Informationen zu fair produzierter Schokolade sowie einen Escape-Room, der sich mit der Rohstoffrückgewinnung aus alten Handys beschäftigte.

Übrigens: Neben der Gemeinde Georgensgmünd wurde auch die Dr.-Mehler-Schule jüngst mit einem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet. Seit vergangenem Freitag darf sie sich Fairtrade-School nennen – als erste im Landkreis.

Die Schule hatte sich parallel zur Kommune um das Siegel beworben und es im Rahmen des Schulfestes verliehen bekommen.

ANDREAS REGLER

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