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Dienstag, 11.08.2020

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Feuerwehr-Oldtimer: Verschrotten oder bewahren?

Ausschuss beriet über ein Feuerwehrfahrzeug mit Baujahr 1969 in Oberbreitenlohe - 09.07.2020 19:58 Uhr

Behalten oder loswerden? Was aus dem historischen Ford Transit aus Oberbreitenlohe wird, ist unklar.

© Martin Regner


Oberbreitenlohe war die erste Station: Hier steht im alten Feuerwehrhaus ein Oldtimer. Es ist das allererste motorisierte Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Röttenbach aus dem Jahre 1969, das für den heutigen feuerwehrtechnischen Einsatz nicht mehr einsetzbar und derzeit abgemeldet ist. Die Feuerwehr selbst, so Kommandant Günther Penzenstadler, könne sich um das Fahrzeug nicht mehr kümmern.

"Was soll man mit diesem Vehikel anfangen?" lautete die spannende Frage, die es zu beantworten galt. Während die Einen dafür plädierten, das Gerät möglichst schnell "abzustoßen", damit es keine weiteren Kosten mehr erzeuge, machten sich die Anderen dafür stark, dieses erste Fahrzeug als Oldtimer für die Gemeinde und ihre Feuerwehrgeschichte zu konservieren.

Bilderstrecke zum Thema

Der ganze Stolz der Oberbreitenloher Feuerwehr: TSF von 1969

Angeschafft wurde der Ford Transit der zweiten Generation einst für die Feuerwehr Mühlstetten im Altlandkreis Weißenburg. Heute steht er im Ortsteil Oberbreitenlohe im Landkreis Roth. Das Fahrgefühl beschreibt Mathias Fleischer von der Feuerwehr Röttenbach-Mühlstetten als "unbeschreiblich geil".


Bürgermeister Thomas Schneider, der zu den Fans des Oldtimers zählte, gab bekannt, dass man in etwa 2 000 Euro in die Hand nehmen müsse, um die Fahrtüchtigkeit des Feuerwehrautos zu gewährleisten. Neben den Bremsen, die von Werner Brickel aus Oberbreitenlohe bereits überholt wurden, bedürfe es neuer Zylinderkopfdichtungen und einiger weiterer kleinerer Reparaturen. Als künftigen Standort finde man bei der Gemeinde sicher ein geeignetes Plätzchen.

Suche nach Interessenten

Eduard Schielein (SPD) sah dagegen keinerlei Sinn darin, auch nur einen müden Euro in das nutzlose Gefährt zu stecken. Wolle man es behalten, würden nicht nur Reparaturkosten anfallen, sondern auch Gebühren für die Anmeldung, für ein H-Kennzeichen (für Oldtimer) und die Versicherung entstehen. Sicher würde sich ein Liebhaber finden, an den man das Fahrzeug "verscherbeln" könne. In Röttenbach würde es nur im Wege stehen. Auch Michael Gerstner (CSU) und Kai Stuckenberg (Freie Wähler) plädierten dafür, das Fahrzeug zu verkaufen. Wenn möglich jedoch an einen Liebhaber in Röttenbach, damit das Gefährt im Ort bleibe, und so vielleicht doch anlässlich von Feierlichkeiten als Schaustück ausgestellt zu werden. Erika Kauschka (CSU) und Bürgermeister Thomas Schneider hielten dagegen.

Oldtimer-Freund Thomas Schneider (l.) versus Eduard Schielein (2.v.r.) und Kai Stuckenberg (r.), die das alte Vehikel lieber aufgrund der Folgekosten abstoßen wollen.

© Foto: Johann Schrenk


Man könne es doch, so Kauschka, bei Veranstaltungen nutzen und von einem Freundeskreis betreuen lassen. Dafür könnte man laut Schneider zunächst einmal im Kreis des Feuerwehrvereins nach möglichen Oldtimer-Freunden suchen. Erst wenn dies erfolglos bliebe, könne man daran denken, das Feuerwehrauto zu verkaufen. Doch damit laufe man Gefahr, dass es aus dem Gesichtskreis Röttenbachs verschwindet.

Letztlich beschloss das Gremium mit 4:1 Stimmen, dass man zunächst herausfinden solle, ob es im Kreis der Feuerwehr Interessierte gäbe. In diesem Falle wäre man bereit, rund 1500 Euro für sofortige Reparaturmaßnahmen zu investieren. Sollten später aufwendigere Reparaturen anstehen, müsse der Ausschuss neu entscheiden.

JOHANN SCHRENK E-Mail

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