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Bestechende Optik und voll im Trend, aber trotzdem zu viel

Expertin mit klarer Meinung: Kies und "Alibi-Pflanzen" im Garten genügen nicht. - 15.06.2019 06:30 Uhr

Kies und ein paar "Alibi-Pflanzen" im Garten: Nicht genug, findet Vera Wache. © Edgar Pfrogner


"Steingärten verhindern sämtliches Leben darunter", kritisiert sie. Grund dafür sei die Aufbauweise vieler Kiesbeete. Der natürliche Boden wird dabei abgetragen, an seiner statt eine Kunststoffplane verlegt, bevor Steine und "ein paar Alibi-Pflanzen" aufgetragen werden. Unter die Plastikplanen käme dabei kein Sauerstoff mehr, somit würden sämtliche Bodenorganismen absterben. Das hohe Gewicht der Steine tue ein Übriges.

Trotzdem ist es umstritten, ob Steingärten als versiegelte Flächen gelten. Doch Vera Wache hat diesbezüglich eine klare Meinung: "Es gibt zahlreiche Studien, die besagen, dass die verwendeten Folien kaum wasserdurchlässig sind, obwohl das gerne behauptet wird". Zudem würden sich die vielen Kiesgärten schädlich auf das "Kleinklima" um die Wohnhäuser auswirken: "Die Steine heizen sich tagsüber in der Sonne auf und strahlen nachts die ganze Wärme ab". Der Temperaturunterschied zu einer Rasenfläche könne so ein bis zwei Grad Celsius betragen.

Es gibt Alternativen

Auch dem Argument der Pflegeleichtigkeit tritt Wache energisch entgegen. "Im Laufe der Zeit wandert Humus von benachbarten Gärten auf die Kiesbeete über. Und damit auch das Unkraut, das sich dort angeblich nicht ausbreiten kann". So müssten die Beete alle drei bis zehn Jahre erneuert werden. Eine gute Nachricht gibt es dennoch für alle Steingartenliebhaber: Wer nicht auf sein Kieselbeet verzichten möchte, kann es unter ökologisch sinnvollen Aspekten anlegen. "Steingärten können auch nach dem Vorbild natürlicher Geröllhänge, wie zum Beispiel in der Hersbrucker Heide, angelegt werden", so Wache.

Dabei werde der Boden abgetragen, mit Splitt oder Kies abgemagert und dann wieder als Untergrund für das Beet verwendet. Oft wird auch Mulch als Unterboden eingesetzt. Es gibt also Alternativen zu den umstrittenen Plastikplanen. Gartenliebhaber haben es somit selbst in der Hand, wie viel Leben im Garten ist.

Vera Wache von der VHS Roth empfiehlt die Tipps der LWG Bayern zum Anlegen von Steingärten: www.lwg.bayern.de 

JOHANNES LENZ E-Mail

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