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Donnerstag, 13.08.2020

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Beim Papa offene Türen eingerannt

Mit neun Jahren wartet der Mindorfer Maximilian Deyerler auf seine dritte Enduro-Saison. - 19.06.2020 16:07 Uhr

Maxi in Action auf der Strecke beim Sprung mit einer Yamaha YZ 65)

© Foto: Matthias Deyerler


Während der junge Mindorfer sich bislang unter anderem mit Fahrrad fahren fit hielt, darf er nun seit Kurzem wieder auf seinem Motorrad Fahrtechnik, Gleichgewicht und Geschicklichkeit trainieren. Auf seine dritte Saison im Enduro-Rennsport wird der Neunjährige aber wohl trotzdem noch etwas warten müssen. Denn ob es 2020 den ADAC Hessen-Thüringen/Nordbayern Enduro Jugend Cup oder irgendeine andere Rennserie geben wird, das steht noch in den Sternen.

Dass der Drittklässler überhaupt auf dem Motorrad über die Piste beziehungsweise durchs Gelände heizt, hat nicht zuletzt mit seinem Vater zu tun. Bis 2012 fuhr Matthias Deyerler nämlich selbst Enduro-Rennen. Der Sohnemann, der zwar als sportliche Betätigung zunächst einmal ganz klassisch beim Fußball landete (und auch noch aktiv spielt), bekam durch das Zuschauen beim Enduro fahren schnell selbst Lust auf diesen Sport. Bei seinem Vater rannte er mit seinem Wunsch, ebenfalls wettkampfmäßig Motorrad fahren zu wollen, natürlich offene Türen ein. Die ersten eigenen "Erfolge brachten ihn dann endgültig auf den Geschmack", berichtet der Papa.

Seit 2017, als er das erste Jahr auf dem Motorrad aktiv war, geht es stetig bergauf. 2019 legte der damals Achtjährige auf seiner gut 40 Kilogramm schweren und rund 10 PS starken KTM 50 SX schließlich so richtig los: Er startete sowohl beim ADAC MX-Cup als auch im ADAC Enduro Jugend Cup in der 50 ccm-Klasse. Beim Motocross holte er sich fünf Tagessiege und bei den restlichen drei Rennen wurde er Zweiter.

 

Rundkurs mit Prüfungen

 

Ähnlich erfolgreich fährt der Schüler, der für den AMC Roth aktiv ist, im Enduro-Bereich, wo mehrere Runden auf einem abgesteckten Rundkurs in einer bestimmten Zeit gefahren werden müssen und dabei jeweils eine längere Sonderprüfung mit diversen Hindernissen zu absolvieren ist. Das Mindorfer Nachwuchstalent meisterte das so gut, dass es von fünf Rennen zwei gewann und dazu zweimal den zweiten Platz sowie einmal den vierten holte. Unterm Strich ging der Gesamtsieg 2019 damit in beiden Rennkategorien jeweils in den Hilpoltsteiner Ortsteil, wo Maxi mit seiner Familie wohnt.

Kein Wunder also, dass dem Neunjährigen der Motorradsport bislang sehr gefällt. Am meisten, verrät er, mache ihm aber "das Springen und das Schnellfahren" Spaß. Angst habe er auf seiner Maschine nicht wirklich. Ähnlich geht es seiner Familie. Obwohl: Wenn Maxi bei seinen Enduro-Rennen ganz alleine auf der Strecke unterwegs ist, sei er schon etwas "angespannt und aufgeregt", gibt Matthias Deyerler zu. Aber andererseits könne "immer und in jedem Sport etwas passieren" und Verletzungen habe es bislang Gott sei Dank nicht gegeben. Nichtsdestotrotz unterstützen und fördern die Eltern ihren Filius. Denn ein gutes Dutzend Rennwochenenden pro Jahr, dazu Spritkosten, Lizenzgebühren, Gesundheitscheck, die zahlreichen Fahrten zum Training und nicht zuletzt das Material, also Motorrad und Ersatzteile sowie Sicherheitsausrüstung, kosten einiges. Da kommen schnell 10 000 Euro pro Saison zusammen, rechnet Papa Matthias vor.

In seiner Rennmontur fühlt sich Maxi Deyerler wohl.

© Foto: Matthias Deyerler


Gut, dass da der eine oder andere Sponsor, wie der ADAC, wo Maxi mittlerweile im Enduro-Jugendleistungskader fährt, oder Offroadsport Noderer aus Eysölden, zumindest für etwas Unterstützung sorgt.

Apropos Papa: Der ist für Sohn Maxi das größte Vorbild. Und den Papa zu überholen, das "wäre derzeit das wichtigste" für ihn, meint der Elektriker-Meister lachend. Drei bis vier Jahre gibt sich Matthias Deyerler noch, bis es soweit ist. Dass es momentan keine Wettkämpfe gibt, daran habe Maxi so langsam durchaus zu knabbern. "Die Rennen und die anderen Fahrer, die Freunde, die man dabei trifft, fehlen ihm schon. Man muss ihn jetzt schon motivieren. Und er kann sich selbst auch schwer einschätzen", wo er aktuell steht, bilanziert Matthias Deyerler, der seinen Sohn neben dem Vereinstraining auch coacht.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Denn mittlerweile haben die ersten Trainingsstrecken wieder geöffnet. Vergangene Woche durfte Maxi in Dachsbach ran, zuletzt war er in Zirndorf auf der Strecke unterwegs. Und auch wenn Matthias Deyerler meint, derzeit sei noch nicht absehbar, wann oder ob es heuer überhaupt noch mit einer Rennserie los geht: In der 65 ccm-Klasse, in der Maximilian Deyerler ab diesem Jahr starten würde, weist der ADAC-Rennkalender aktuell für September (noch) zwei Wettbewerbe aus. Vielleicht klappt es ja für den Neunjährigen heuer doch mit dem einen oder anderen Rennen und damit mit seiner dritten Saison im Motorradsport.

ANDREAS REGLER

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