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Montag, 27.01.2020

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B2-Drama bei Wernsbach: Unfallstelle bald viel sicherer

Straße ist künftig autobahnähnlich ausgebaut, Gegenverkehr gibt es nicht mehr - 14.01.2020 05:49 Uhr

Mitte 2020 ist die B 2 bei Wernsbach fertig ausgebaut. Dann gibt es keinen Gegenverkehr mehr, sondern autobahnähnliche Verhältnisse ohne Tempolimit. © Staatliches Bauamt Nürnberg


Andreas Eisgruber kann es nicht fassen. „Diese Stelle hat sich bisher überhaupt nicht als Unfallschwerpunkt hervorgetan. Und plötzlich so eine tragische Häufung“, sagt der Leiter des Staatlichen Bauamtes Nürnberg. Und doch: Am Sonntag kam es an der Bundesstraße 2 bei Wernsbach (Landkreis Roth), nur wenige Hundert Meter von der Stelle entfernt, an der genau eine Woche zuvor eine Mutter und ihre drei Kinder nach einem Zusammenprall mit einem Transporter ihr Leben lassen mussten (der Zustand des Vaters ist kritisch, aber stabil), erneut zu einer folgenschweren Kollision.

Eine 29-Jährige war offenbar im Baustellenbereich ins Bankett geraten, verriss das Lenkrad und geriet in den Gegenverkehr. Bei dem Zusammenprall mit dem Wagen eines entgegenkommenden Ehepaars wurden alle drei Unfallbeteiligten schwer verletzt. Im Verschwenkbereich der Baustelle war die zulässige Geschwindigkeit auf Tempo 60 reduziert, inwieweit zu schnelles Fahren für den Unfall verantwortlich war, wird noch untersucht.

Nur Tempo 60 erlaubt

Der tödliche Unfall einige Hundert Meter weiter nördlich lag zwar nicht direkt im Baustellenbereich, für den aus Richtung Süden kommenden Transporterfahrer galt hier, einige Hundert Meter vor der Baustelle, aber schon Tempo 60.

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Kleinbus rammt Familienauto auf B2: Mutter und drei Kinder tot

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B2 bei Wernsbach im Landkreis Roth erlitten eine Mutter und ihre drei Kinder tödliche Verletzungen. Der Vater wurde schwer verletzt. Ein 19-Jähriger war am Sonntagabend mit seinem Transporter aus noch ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr geraten und prallte frontal in den Familienwagen.


Die besondere Tragik hinter diesen beiden Unfällen: Schon in wenigen Monaten sind solche Zusammenstöße an dieser Stelle gar nicht mehr möglich. Denn bei der erwähnten Baustelle handelt es sich um die 31 Millionen Euro teure Umgehung für das Örtchen Wernsbach. 

Ist die Bundesstraße hier fertig ausgebaut, gibt es keinen direkten Gegenverkehr mehr. Autobahnähnlich, mit zwei Spuren pro Richtung und Mittelstreifen mit Leitplanke dazwischen, rollt hier ab Mitte 2020 der Verkehr. Nicht einmal ein Tempolimit wird es dann mehr geben.

So soll der Verkehr auf der Strecke von Nürnberg über Roth und Weißenburg bis nach Augsburg noch einmal deutlich beschleunigt werden. Weil ihr Dorf bisher durch die Fahrzeugkolonnen auf der B 2 in zwei Teile geteilt wird, hatten die Wernsbacher jahrelang um die 4,1 Kilometer lange Straße gekämpft.

Umgehungsstraße später fertig als geplant

Ursprünglich sollte diese Umgehungsstraße sogar schon Ende 2019 fertig sein, also noch vor den beiden schweren Unfällen zuletzt. Dann wäre aber eine mehrmonatige Vollsperrung der B 2 während der Bauzeit nötig gewesen.

Weil gleichzeitig auf der A 9 bei Allersberg gebaut wurde, war die Region Hilpoltstein/Heideck aber bereits mit Umleitungsverkehr belastet. Um die Orte zu entlasten, wurde an der B 2 auf die Vollsperrung verzichtet und bei laufendem Verkehr gebaut. Dadurch verlängerte sich die Bauzeit um drei Monate. Durch die winterliche Baupause wird nun ein halbes Jahr daraus.

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