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Abi 2020 im Landkreis: "Wir wollen das Beste draus machen"

Auf alles, was Spaß macht, mussten die Abiturienten dieses Jahr verzichten. - 08.07.2020 06:03 Uhr

Sie lassen sich die Feierlaune trotz Corona nicht verderben und tragen das Virus, das ihren Schulabschluss geprägt hat, fröhlich auf der Brust: Die Stufensprecherinnen vom Gymnasium Roth, Anna Schön (links) und Chiara Rösl. Denn das CoronABI 2020 ist geschafft und zumindest ein bisschen Feiern ist erlaubt.

© Foto: Steffi Graff


So kommen auch die bereits angeschafften Abikleider doch noch zu ihrem Auftritt. Immerhin zwei Begleitpersonen pro Absolvent dürfen bei der Zeugnisübergabe dabei sein. Der zentral festgelegte Termin ist der 17. Juli. Die Feiern beginnen am späten Nachmittag.

Zwischendurch wären dem oder der ein oder anderen doch fast die Nerven durchgegangen, als Mitte März die Schulen plötzlich zu waren und ein dickes Fragezeichen über dem bevorstehenden Abitur hing. Erst als der neue Zeitplan stand und klar war, wie man dorthin kommt, begann für die Q12 die Abiphase so richtig. Zumindest, was die blanke Prüfungsvorbereitung betraf.

Keine Rituale, keine Feiern

Abi pur hat dieser Jahrgang erlebt. Auf alles, was Spaß macht, auf all die Rituale und Feiern, die in normalen Jahren dazugehören, mussten sie verzichten. Im stillen Kämmerlein und mit viel Abstand statt in großer Gemeinschaft sind sie durch die letzten Wochen ihrer langen Schulzeit gegangen.

Was die Ergebnisse anbelangt, unterscheidet sich der Abijahrgang 2020 jedoch nicht maßgeblich von denen vorangegangener Jahre: Mit einem Durchschnitt von 2,27 liegt das Gymnasium Hip exakt auf dem Landesdurchschnitt des Vorjahres. In Roth sieht es mit 2,23 nicht viel anders aus. Von den 92 Abiturienten in Hilpoltstein dürfen sich 89 über das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife freuen. In Roth sind es 83 von 84. 28 der Hilpoltsteiner und 23 der Rother Schülerinnen und Schüler haben eine Eins vor dem Komma stehen. Beide Schulen freuen sich über jeweils einmal die Traumnote 1,0.

"Als irgendwann vor ein paar Wochen die schriftliche Mitteilung kam, dass es keine Abifeier geben werde, sind bei manchen von uns schon Tränen geflossen", erinnern sich die Stufensprecherin der Q12 am Gymnasium Roth Chiara Rösl und Anna Schön.

Aufgeteilt in Gruppen

In Hilpoltstein hatte die Absage des Abiballs nicht ganz so tief eingeschlagen. "Wir waren uns von Anfang an ganz sicher, dass wir irgendetwas Gutes auf die Füße stellen können", berichtet Stufensprecherin Luzie Schmechtig. Was genau, das ist in der vergangenen Woche von den Schulleitern der Landkreisgymnasien gemeinsam mit Landrat Herbert Eckstein besprochen worden und kann jetzt von den verschiedenen Arbeitskreisen mit Leben gefüllt werden.

Hier wie dort werden die Abiturientinnen und Abiturienten ihre Abschlusszeugnisse aufgeteilt in vier Gruppen überreicht bekommen. Jeweils vier kleinere offizielle Feiern statt einer großen, das ist der Kompromiss, auf den sich alle geeinigt haben.


Besser als 2019: Bayerns Abiturienten trotzen Corona.


Viermal eine Feierstunde mit kurzen Ansprachen in den Aulen pro Schulhaus. Umrahmt von musikalischen Beiträgen aus den Reihen der jeweiligen Q12. "Wir werden unseren Absolventen den roten Teppich ausrollen und ihnen eine tolle Bühne bereiten", verspricht die Schulleiterin des Hilpoltsteiner Gymnasiums Anja Hilbert. "Sie sollen noch einmal unsere volle Aufmerksamkeit und Wertschätzung spüren."

Genauso ist es auch in Roth: "Jede und jeder wird einen großen Auftritt auf der Bühne bekommen" bestätigt die Kollegstufenbetreuerin des dortigen Gymnasiums Birgit Freimuth. Auch wenn manches Detail eben doch anders sein wird als sonst. Die Zeugnismappen werden nicht persönlich überreicht, sondern auf einem Tisch zum Mitnehmen bereitgelegt. Statt mit herzlichen Umarmungen werden die Gratulationen deutlich distanzierter ablaufen müssen. Ein gemeinsames Abschlussfoto des ganzen Jahrgangs wird es nicht geben.

Kein Essen, kein Trinken

Ersatzlos gestrichen ist das gemeinsame Feiern nach dem offiziellen Teil. Kein Essen, kein Trinken. Noch nicht einmal ein Glas Sekt zum Anstoßen ist auf dem Schulgelände erlaubt. Wer fertig ist, muss gehen. "Das tut natürlich schon weh", sind sich die Stufensprecherinnen einig. "Wir wären gerne wenigstens ein letztes Mal alle zusammengekommen." Auch, dass man sich so von den meisten Lehrerinnen und Lehrern nicht verabschieden könne, finden sie alle schade.

Trotzdem: Jetzt ist Vorfreude statt Frust angesagt, und es gibt eine Menge vorzubereiten. "Wir geben uns echt alle Mühe, das Beste daraus zu machen, was unter den bestehenden Bedingungen möglich ist." Von den Schulleitungen und Oberstufenbetreuern gebe es dabei viel Unterstützung, versichern die Schülervertreterinnen. Und dank moderner Technik gibt es ja vielleicht sogar noch die ein oder andere Überraschung...

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