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Wie die Universität Bayreuth durchstartet

Nach dem Erfolg bei der Exzellenz-Initiative baut die oberfränkische Hochschule nun in Kulmbach ihre siebte Fakultät auf. - 13.04.2019 10:31 Uhr

Als symbolische Gabe zur Fakultätseröffnung erhielt Uni-Präsident Prof. Stefan Leible, hier mit Gründungsdekan Prof. Stephan Clemens (l.), Brot.


Welcher Zusammenhang besteht zwischen Krankheitsrisiko und individuellem Lebenswandel? Wie hängen Gesundheit und die Herkunft zusammen? Was braucht es für eine Versorgung möglichst aller Menschen mit gesunden Lebensmitteln? Mit diesen und weiteren Forschungsfragen werden sich künftig Studierende und Dozenten in Kulmbach beschäftigen.

Region soll profitieren

Dort gibt es bereits einen Schwerpunkt der Lebensmittelindustrie und somit reichlich Know-how, außerdem eine Reihe von staatlichen Institutionen rund um das Thema Lebensmittel.

"Wir möchten mit dieser Fakultät neue Wege gehen", kündigte Professor Stephan Clemens, der Gründungsdekan der neuen Fakultät, bei der offiziellen Fakultäts-Eröffnung an. Ziel sei es, dass ganz unterschiedliche Fächer von der Biochemie bis zur Soziologie gemeinsam an Fragen arbeiten, die zu den großen globalen Herausforderungen gehören. Als ein Beispiel nannte Professor Clemens die rasante Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, deren Ursachen zum erheblichen Teil in der Ernährung liegen.

Von dem neuen Hochschulangebot, das Bachelor- und fünf Masterstudiengänge in Ernährung und Gesundheit umfassen wird, soll nicht nur die Universität selbst profitieren, sondern auch die gesamte Region Oberfranken.

Attraktiv soll die Ausbildung aber auch für Studenten aus der ganzen Welt sein; deshalb werden englischsprachige, interdisziplinäre Studiengänge entwickelt.

Erst im vergangenen Herbst machte die Universität Bayreuth in der Wissenschaftswelt von sich reden. Als eine der wenigen Hochschulen in Bayern konnte sich die oberfränkische Hochschule bei der jüngsten Runde der ebenso renommierten wie begehrten Exzellenz-Initiative durchsetzen.

Die Bayreuther Afrikaforschung kommt daher neben Projekten der Universität Würzburg und der beiden Münchner Universitäten in den Genuss der millionenschweren Spitzenförderung von Bund und Land.

Nun folgt der Aufbau der siebten Fakultät in Kulmbach, der etwa 136 Millionen Euro kostet. Das zugrunde liegende Konzept billigte die Bayerische Staatsregierung im vergangenen Sommer.

Bereits Mitte dieses Jahres werden die ersten Stellen ausgeschrieben. Zudem beginnen die Berufungsverfahren, sodass im Oktober 2020 die ersten Studierenden auf dem Campus Kulmbach ihr Studium aufnehmen können.

22 neue Professuren

Die Universität Bayreuth selbst existiert seit Mitte der 1970er Jahre. Mehr als 150 Studiengänge werden an den bislang sechs Fakultäten in Natur- und Ingenieurwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie den Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften angeboten.

Eingeschrieben sind aktuell etwa 13 500 Studierende. Neben rund 950 nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern forschen und lehren an der Hochschule gut 230 Professoren. Durch die neue Fakultät in Kulmbach sollen weitere 22 hinzukommen. 

KIRSTEN WALTERT

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