Freitag, 20.09.2019

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Wegen Beleidigung eines Polizisten: Pegnitzer muss in Haft

Landgericht bestätigt Urteil des Amtsgerichtes - 22.08.2019 16:05 Uhr

Das Landgericht Bayreuth hat am Donnerstag das Urteil des Amtsgerichtes Bayreuth bestätigt. Vorsitzender Richter Thorsten Meyer schickte einen Pegnitzer Bürger für sieben Monate hinter Gitter. Dieser hatte im August letzten Jahres Polizisten auf das Übelste beschimpft und bedroht und wurde nur kurze Zeit später auch noch mit Betäubungsmitteln erwischt.

Vor ziemlich genau einem Jahr stritt sich eine Tochter mit ihren Eltern spätabends in einem Pegnitzer Eiscafé. Es ging um den Verbleib des Enkelkindes. Da Alkohol im Spiel war, weigerten sich die Großeltern, das Kind zu übergeben. Der Streit eskalierte, die Polizei musste schließlich gerufen werden. Der Angeklagte und Verlobte der Kindsmutter beleidigte die Beamten auf übelste Art und Weise, wobei Worte wie "Drecksbullen" und "Hurensohn" noch die vornehmeren waren.

Anwalt legte Berufung ein

Den darauf folgenden Platzverweis konterte der Mann mit der Drohung, seinen Pitbull auf die Beamten loszulassen. Nur widerwillig folgte er schließlich der polizeilichen Aufforderung. Wenige Wochen später verstieß er zudem gegen das Betäubungsmittelgesetz und wurde dabei erwischt. Das Amtsgericht Bayreuth verurteilte den Pegnitzer zu insgesamt sieben Monaten Gefängnis.

Gegen dieses Urteil hatte dessen Rechtsanwalt Stephan Schultheis Berufung eingelegt: Es ging ihm um die Reduzierung der Gesamtstrafe.

Der Anwalt stellte vor allem heraus, dass sich der Angeklagte entschuldigt und die Taten vollumfänglich gestanden habe. Der Gesundheitszustand des derzeit krankgeschriebenen Pegnitzers sei nicht optimal. Zudem sei die Wirkstoffmenge des Rauschmittels geringer gewesen, so dass sich dies auch in der Gesamtstrafe widerspiegeln müsse.

Bereits 16 Vorstrafen

Dies lehnte die Staatsanwältin rundheraus ab und plädierte statt dessen sogar auf acht Monate Gefängnis. In der Gesamtbetrachtung sprächen außerdem 16 Einträge im Vorstrafenregister (Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung, Diebstahl, Betrug, unerlaubter Waffenbesitz) innerhalb von rund 20 Jahren gegen eine günstige Sozialprognose, weshalb eine Aussetzung zur Bewährung für sie nicht in Betracht komme.

Vorsitzender Richter Meyer reduzierte zwar die Strafe von den beantragten acht Monaten um einen Monat, bestätigte aber das Urteil des Amtsgerichts Bayreuth. Der Pegnitzer muss fünf Monate Haft wegen der massiven Beleidigungen und Bedrohungen gegen die Beamten und zwei wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, insgesamt also sieben Monate einsitzen. 

MICHAEL BENZ

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