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Sonntag, 20.10.2019

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Vom Choral bis hin zu Jazz- und Popsongs

Beim Jubiläumskonzert zeigte der Betzensteiner Posaunenchor seine Vielfältigkeit - 06.05.2019 10:21 Uhr

Ob Choral, Popsong oder Jazzstück: Chorleiter Christian Steger hat mit den Betzensteiner Bläsern ein abwechslungsreiches Programm beim Jubiläumskonzert präsentiert.


Wenn der Posaunenchor Betzenstein ein Konzert gibt, hat man den Eindruck, dass auch die Musiker Spaß an ihren Darbietungen haben. Die Stücke waren am Samstag so vielfältig wie die Bläserliteratur, die es für Posaunenchöre gibt. Von Chorälen über Stücke aus Romantik und Barock, von zeitgenössischen Werken über Kompositionen aus dem Pop- oder Musical-Bereich, von jazzigen Rhythmen bis zu Volksliedern und Fanfaren wurde eine große Bandbreite an Liedern geboten.

Mit festlichem Glanz

Der Posaunenchor zeigte sich sehr konzentriert. Gut zu hören waren die Unterschiede bei den ganz leisen und den voll tönenden Passagen der ausgewählten Lieder. Bei "Singing in the rain" gefielen die kurzen Pausen und die danach auf den Punkt zeitgleich einsetzenden Instrumente. Immer wieder glänzten besonders die Tuben, etwa beim Marsch "In die weite Welt" oder beim swingenden "Let’s all praise the Lord". Auch die Posaunen waren mit ihrem gekonnten Glissando herauszuhören.

Seit 50 Jahren sind Horst Otto (re.) und Joachim Gröschel (3.v.re.) aktive Bläser. 25 Jahren spielen Richard Büttner (li.) und Simon Weidinger (3.v.li.). Geehrt wurden die langjährigen Bläser von Bezirksobmann Matthias Öffner, Obmann Konrad Wolf und Dekan Dr. Gerhard Schoenauer (hinten v.li.).


Bei Händels berühmtem "Halleluja" brillierte das hohe Blech. Hoch-B-Trompeten verliehen diesem Stück besonders festlichen Glanz. Für jede Stimme gab es während des zweistündigen Konzerts besondere Herausforderungen. Selbst die Stimmbänder kamen zum Einsatz. Im "Oberfrankenlied" sang der Chor je eine Strophe über Franken und über den Heimatort: "Da liegt mein kleines Städtchen, liegt mein Betzenstein." Auch das neuzeitliche "Let’s all praise the Lord" aus der Feder von Richard Roblee beinhaltete einen Gesangspart, den die Musiker gekonnt zum Besten gaben.

Kein Konzert ohne Ehrungen: Insgesamt seit rund 1000 Jahren spielen die derzeit 39 aktiven Bläser. Vier davon wurden besonders ausgezeichnet. Je fünf Jahrzehnte sind Joachim Gröschel (2. Stimme Flügelhorn) und Horst Otto (Tenorposaune) dabei. 25 Jahre musizieren Richard Büttner (Tenorhorn) und Simon Weidinger (Bassposaune) mit. Dekan Gerhard Schoenauer und Bezirksobmann Matthias Öffner zeichneten die langjährigen Bläser zusammen mit Chorobmann Konrad Wolf aus. Weitere zehn Bläser sind zehn, 20 oder 30 Jahre aktiv im Posaunenchor dabei.

Neben dem Hauptchor gefielen auch die Jungbläser, die Ausbildungsleiter Tobias Deinlein bei zwei eigenen Stücken dirigierte. Auch ihr Repertoire war abwechslungsreich. Von der "Eurovisionshymne" ging es über die Titelmelodie aus "Die Kinder vom Süderhof" zum Choral "Großer Gott, wir loben Dich". In dieses bekannte Kirchenlied – das erste Stück, das der Betzensteiner Posaunenchor 1950 öffentlich spielte – stimmten nach der ersten Strophe alle Bläser kräftig mit ein.

Drei Gründerväter leben noch

Die Besucher, die nicht nur aus dem eigenen, sondern auch aus den benachbarten Dekanaten gekommen waren, zollten am Ende stehend Beifall und erklatschten sich drei Zugaben. Nicht nur die Musik hatte beeindruckt. Auch die Programmauswahl und die Moderation durch Konrad Wolf waren sehr gelungen. So ganz nebenbei erfuhren die Zuhörer einige "Gschichtla" aus der 70-jährigen Geschichte des Chores. Und immer wieder klang das Lob an die Gründungsmitglieder durch, von welchen drei noch leben. Konrad Deinlein und Leonhard Weidinger waren unter den Zuhörern, Erich Otto hatte sich entschuldigt.

Voll des Lobes waren die Grußredner. In den vergangenen 70 Jahren habe der Posaunenchor bei jeder Trauerfeier in Betzenstein gespielt, sagte Pfarrer Ulrich Böhm. Ein Lob galt der Nachwuchsarbeit, die immer wieder jungen Menschen Freude an der Kirche und den Gottesdiensten vermittelt. Musizieren und Singen sei wie ein doppeltes Gebet, sagte Pfarrer Werner Wolf von der Gemeinde St. Laurentius in Obertrubach. Er ist seit 35 Jahren als Priester in Obertrubach und habe in dieser Zeit den Posaunenchor schon oft erlebt, berichtete Wolf und überreichte eine Spende. Eine Dankurkunde zum 70-jährigen Bestehen des VEP Bayern überreichte Dekan Schoenauer an Konrad Wolf. Für die Jungbläser hatte der Dekan ein Geldgeschenk dabei.

Eine Form von Gotteslob

"Gott loben, das ist unser Dienst", meinte Bezirksobmann Pfarrer Matthias Öffner. Er freute sich, dass inzwischen die Enkel der Gründungsmitglieder in Betzenstein dirigieren. Im letzten Stück "Rise and Shine!" vom zeitgenössischen Komponisten Christian Sprenger zeigte der Posaunenchor nochmal sein Können.

VON BRIGITTE GRÜNER

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