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Über vier Millionen für eine neue Schule in Neuhaus

Erste Schritte sind gemacht: Architekt stellt sie vor — Gemeinderäte sehen keine Alternative - 02.04.2019 15:13 Uhr

Mit Ausnahme von Haustechnik- und Lagerräumen werden im neuen Schulgebäude alle Klassen- und Funktionsräume ebenerdig untergebracht. Auf dem Entwurf sind mittig die rund 7,5 Meter hohe Aula, links die Verwaltungsräume und rechts der Trakt mit Klassenzimmern zu sehen. © Entwurf: Atelier 13 GmbH


Bereits am 28. November 2018 hat sich der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung für einen Neubau der Grundschule mit Hort und Turnhalle entschieden. Denn das bestehende Schulgebäude könnte nur mit nicht vertretbarem Aufwand barrierefrei gemacht werden. Einen ersten Zwischenstand der Planungen stellte Architekt Norbert Thiel aus Hersbruck den Markträten vor.

Der Entwurf sieht ein Schulgebäude mit insgesamt 1680 Quadratmetern Nutzfläche vor. Die Kosten liegen bei rund 4,23 Millionen Euro brutto, werden aber bezuschusst. Dazu kämen in einem weiteren Bauabschnitt eine neue Sporthalle und die Außenanlagen. Die reine Bauzeit würde rund 13 Monate dauern. Wunsch ist es, die Planung und die Besprechung der Förderung in diesem Jahr voranzutreiben. 2020 könnten die Pläne eingereicht werden. Nach der Genehmigung würde die Ausschreibung erfolgen. Grundsätzlich waren alle Markträte damit einverstanden, in der vom Architekten aufgezeigten Richtung weiterzumachen.

Es sei schon viel passiert seit der Beauftragung, berichtete Thiel. Es habe Besprechungen mit der Schulleitung gegeben. Auch wurde das bestehende Schulhaus in Augenschein genommen und der so genannte Instandsetzungsaufwand ermittelt. Der finanzielle Aufwand einer Sanierung läge geschätzt bei 80 Prozent der Kosten für einen Neubau und wäre nicht barrierefrei. Ab 70 Prozent solle man erfahrungsgemäß zu einem Neubau tendieren, so der Planer. In Erwägung gezogen wurde auch eine vorübergehende Auslagerung in Container-Klassenzimmer. Das sei jedoch sehr teuer. Da ausreichend Grund zur Verfügung steht, wäre es besser, zunächst eine neue Schule zu bauen und das jetzige Gebäude nach der Fertigstellung und dem Umzug rückzubauen. Danach käme ein dreigruppiger Hort dazu. Die Betreuung könnte bis dahin in einem Teil des jetzigen Schulgebäudes, das erst ganz zum Schluss abgebrochen wird, erfolgen. Als letzte Maßnahme wäre die Anlage eines Außensportplatzes denkbar.

Die neue Grundschule würde mit allen Klassenzimmern, Funktions- und Verwaltungsräumen sowie der Aula im Erdgeschoss liegen. Bei zusätzlichem Raumbedarf wäre in mehreren Richtungen eine Erweiterung möglich. Haustechnik und Lager wären in einem Untergeschoss unterhalb des Verwaltungstrakts untergebracht. Jedes der sechs Klassenzimmer bekommt eine Außentür, die im Brandfall auch als Fluchttür dienen kann. Somit können in den Fluren Garderoben, Lern- und Kommunikationszonen eingerichtet werden, da die Gänge nicht frei bleiben müssen. Die rund 7,5 Meter hohe Aula kann bestuhlt 224 Menschen Platz bieten. Die geplanten Pult- und Satteldächer kämen für die Installation von Photovoltaik in Frage.

Die im Entwurf geplante Fläche stimmt nicht mit den förderfähigen Flächen überein. Teils liegen die Planer etwas darunter, teils auch – wie bei der größeren Aula – darüber. Interessant waren für die Markträte die voraussichtlichen Kosten. 68 000 Euro veranschlagt Thiel für die Erschließung, 3,1 Millionen seien reine Baukosten, 232 000 Euro für Ausstattung und 830 000 für Baunebenkosten kämen zusammen auf rund 4,23 Millionen Euro brutto. Diese Berechnung entspreche den aktuellen Baupreisen und beinhalte weder Sporthalle noch Außenanlagen. Eine Turnhalle mit Umkleiden und Zuschauertribüne käme auf 2,1 bis 2,4 Millionen Euro mit Zuschüssen von einer knappen Million Euro. Abhängig von der Entsorgung müsste für den Rückbau der bestehenden Schule nochmals eine halbe Million eingerechnet werden. "Diese Maßnahme ist allerdings nicht förderfähig." Insgesamt gebe es derzeit eine sehr gute Fördersituation für den Bau von Schulen, erklärte der Architekt.

Alle Markträte seien sich der hohen Kosten bewusst, meinte Peter Pflug (SPD). Alternativen zur Weiterverfolgung der Pläne sah dennoch niemand. Bürgermeister Josef Springer (CSU) äußerte sich zuversichtlich zur Finanzierung, zumal andere kostenintensive Aufgaben wie der Hochbehälterbau abgeschlossen seien.  

BRIGITTE GRÜNER

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