Samstag, 14.12.2019

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Straßensperrung ist ein "Schlag ins Gesicht"

Die Michelfelder Vollsperrung wegen eines einsturzgefährdeten Hauses bringt Ladenbesitzer und Kunden in Rage. - 18.07.2019 09:00 Uhr

Dieses einsturzgefährdete Haus in Michelfeld sorgte für eine nach wie vor gesperrte Ortsdurchfahrt. Ladenbesitzer erleiden wegen ausbleibender Kunden empfindliche Umsatzeinbußen. © Foto: Klaus Trenz


Am schlimmsten erwischt es Innenstadt-Anlieger wie die Bäckerei Winter und die Metzgerei Humsberger. Von einer echten "Katastrophe" spricht Lornamay Trenz, Verkaufschefin in der Metzgerei. "Uns fehlt einfach der Durchgangsverkehr, das haben wir bereits vorigen Freitag gemerkt." Für zusätzliches Ungemach sorgte dann noch die "gesperrte Umleitung am Samstag." Dafür verantwortlich sei "irgendetwas mit Strom" gewesen.

Gerade Lastzugfahrer trauten sich nicht mehr, die Metzgerei zum Brotzeitholen anzufahren. "Mein Mann hat deshalb auch bei der Stadt Auerbach angerufen." Woraufhin sich Bürgermeister Joachim Neuß persönlich von den Verkehrsproblemen in Michelfeld überzeugte. Bei der aktuellen Vollsperrung fehlten die täglichen Berufspendler von und zu dem ZF-Werk und zu KSB.

Die ungeliebte Straßensperre war auch Thema beim "Dankeschön-Essen" am Gerätehaus der Wehr vorigen Samstag. Das berichtete Metzger Christian Trenz, zugleich zweiter Feuerwehrvorsitzender in Michelfeld.

Er kann sich noch gut an die verheerenden Auswirkungen der Bauarbeiten vor fünf Jahren mit gleichzeitiger Straßensperre erinnern. "Wir hatten kurz zuvor die Metzgerei übernommen und mussten damals Kurzarbeit anmelden." Die jetzige Sperre sei ein erneuter "Schlag ins Gesicht". Trenz hofft, dass möglichst bald eine "einseitige Ampel" oder ähnliches das Durchfahren mit dem Auto ermöglicht.

Mit markigen Worten kritisiert auch die Auerbacher Bäcker-Gattin Anette Winter die Michelfelder Misere. Ihr Bäckereibetrieb hat eine Michelfelder Zweigstelle. "Unsere Lebensader wird abgedrückt." Und sie fügt Augenblicke später hinzu: "Wenn man die Läden kaputt machen will, ist das der richtige Weg." Ihre Ladenkunden pflichten ihr bei. "Schon wieder derselbe Krampf", wird an die langwierige Sperrung wegen der Bauarbeiten erinnert. Bäckersfrau Anette Winter lässt durchblicken, dass sich eine solche Straßenblockade sehr wohl "in der Kasse" bemerkbar mache.

"Echt blöd" kommentierte auch die Gemischtwarenhändlerin Christine Höhn-Lindner die gegenwärtige Situation in Michelfeld. Sie hatte ihr Geschäft noch vom Vater übernommen, ist aber nicht wirklich auf die nun ausbleibende Laufkundschaft angewiesen. "Das meiste sind Stammkunden." Ortskundige kommen über die Schäfergasse zum Laden.

Friseurin Maria Ticulescu ("Marias Hairdesign") sieht keine Einschränkungen durch die Straßensperre. "Wir haben keine Laufkundschaft, außerdem fahren unsere Kunden bis zu uns durch die Baustelle durch." Mit dem örtlichen Bäcker und dem Metzger hätte sie "echt Mitleid", betont sie. Noch halbwegs zuversichtlich ist die stellvertretende Gesamtleiterin von Regens-Wagner Doris Frohnhöfer vor dem großen Fest am Wochenende. "Ich gehe mal davon aus, dass die Besucher trotz Straßensperrung zu uns finden."

Für eine reibungslose Einweisung zu den Parkplätzen sollen auch Helfer von vier Feuerwehren sorgen: von den Wehren Michelfeld, Nasnitz, Nitzlbuch und Ranna. So wird jeder, der von Pegnitz kommt, direkt zum Parkplatz Brühlwiese gelotst.

Auch die städtische Festorganisatorin Tanja Tauber von der Auerbacher Stadtverwaltung glaubt, dass die Probleme bei der Autoanfahrt zur 900-Jahr-Feier auf dem Regens-Wagner-Gelände "gut gelöst" seien. Gleichzeitig zeigte sie sich erleichtert, dass die ebenfalls am Sonntag stattfindende Ökumenische Wallfahrt nicht von der Sperrung betroffen sei. "Die laufen auf einer anderen Route."

FRANK HEIDLER

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