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Donnerstag, 20.06.2019

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Statt Seminarhotel jetzt Glamping in Püttlach

Ein gebürtiger Oberfranke will das luxuriöse Camping der Zukunft in die Fränkische Schweiz bringen - 09.05.2019 13:00 Uhr

Acht dieser sogenannten „tiny houses“ (Mini-Häuser) hat Frank Weibelzahl in Püttlach aufstellen lassen. Die Zukunft des Fachwerkhauses ist nach wie vor unsicher.⋌ © Foto: Julian Seiferth


Wer durch Püttlach fährt, der sieht acht sehr kleine Häuser direkt neben dem alten Fachwerkhaus. "In dem Fachwerkhaus hatten wir eigentlich ein Seminarhaus geplant", sagt Frank Weibelzahl, der Mann hinter dem Projekt. Diese Idee habe er dann aber verwerfen müssen und sich nach einer "abgespeckten Version" umgeschaut. "Da hätte es einiges gegeben, von Bauwagen über Baumhäuser bis hin zu eben diesen Mini-Häusern."

Weibelzahl folgt mit seiner Idee einem Trend, dem sogenannten Glamping. Das steht für glamouröses Camping und bringt neue Camping-Formen abseits der klassischen Zelte hervor. Nach Gesprächen mit anderen Glamping-Anbietern, die "mehr als begeistertes" Feedback gegeben hätten, fand der gebürtige Kulmbacher einen Betrieb aus Norddeutschland, der vor sechs Wochen die acht fertigen Häuser in Püttlach lieferte und anschloss.

"Wichtig war mir, dass die Häuser komplett autark funktionieren, also eine eigene Küche und die Sanitäranlagen beinhalten", sagt Weibelzahl. "Die Gäste sollen sich komplett selbst versorgen können." Vor dem Einbau habe er das Grundstück trockenlegen und die Infrastruktur schaffen müssen. "Es ist klar, dass das nicht alles von jetzt auf gleich fertig wird. Deshalb ist auch die Mauer zur Straße hin noch grau. Ich mache das fast alleine, da gibt es keinen großen Bautrupp, der das für mich übernimmt."

Frank Weibelzahl, inzwischen selbst nach Püttlach gezogen, lebte die vergangenen 20 Jahre in München. Daher kennt er auch die Fränkische Schweiz, wie er sagt: "Die Region hier hat brutal viel zu bieten, das die Gäste wahnsinnig schätzen. Es gibt Entspannung, aber doch Nähe zur Autobahn. Wir haben hier viele kleine Brauereien und den Gasthof gleich nebenan. Es gibt gutbürgerliche Küche zu unschlagbaren Preisen und gutes, günstiges Bier. Egal ob man Fahrrad fahren, wandern oder mit dem Kajak aufs Wasser will – hier ist so viel geboten."

Ab Juni könne man sich bei ihm einmieten, einige Buchungen lägen auch schon vor. "Ich freue mich drauf. Auch die Nachbarn freuen sich, dass sich etwas tut."

Wie es mit dem Fachwerkhaus weitergeht ist unterdessen nicht klar, wie Weibelzahl sagt: "Ich musste das Projekt in verschiedene Stufen einteilen und das Fachwerkhaus ist die zweite."

Ein Gutachter habe ihm bestätigt, dass keine Gefahr von dem Gebäude ausgehe. "Eine Sanierung würde einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten und das werde ich ohne ordentliches Konzept nicht machen. Das Haus steht seit 20 Jahren so da, das wird seine Zeit dauern. Ich habe hier keine Erdölquelle auf dem Grundstück."

Er wolle das Gebäude fürs erste so stehen lassen und nur außen kleine Ausbesserungen machen. "Wenn sich jemand findet, den das stört und der da helfen will: Ich beteilige mich gerne und stelle auch die Brotzeit – gar kein Thema." 

Von Julian Seiferth

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