Mittwoch, 13.11.2019

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Schnabelwaid: Auch eine Mini-Schule hat ihren Reiz

Florentino Mayer offiziell ins Amt des Schulleiters eingeführt VON BARBARA STRULLER - 20.09.2019 07:55 Uhr

Florentino Mayer ist nun offizieller Schulleiter. © Foto: Barbara Struller


Gerade einmal 32 Kinder zählt die Grundschule in Schnabelwaid und hat für den 48-Jährigen "einen ganz besonderen Reiz". Am Beruf des Grundschullehrers begeistert den Ansbacher vor allem, "dass ich von Anfang an dabei sein kann".

Mayer ist das dritte Jahr in Schnabelwaid. Zuvor war er in Haar bei München sowie – nach seinem Studium in Erlangen – in Nürnberg, Fürth und Herzogenaurach als Lehrer tätig. Er kennt somit Schulen ganz anderer Größenordnung. "Wir sind eine tolle Schulfamilie in Schnabelwaid", sagt Florentino Mayer über Schüler, Förderverein und Elternbeirat.

Weil die Schule in Schnabelwaid so klein ist, gibt es dort jahrgangskombinierte Klassen. Im Klassenzimmer von Florentino Mayer sitzen die Erst- und Zweitklässler an den Tischen, bei seiner Kollegin und Stellvertreterin Carolin Schörner die dritte und vierte Klasse. "Kombinierte Klassen unterrichtet man anders, man muss die Schnittmengen finden", sagt Mayer, "sonst hüpft man ständig hin und her".

Einfacher sei das in Fächern wie Heimat- und Sachunterricht, Kunst, Musik oder Sport. "In Mathe und Deutsch ist das schon schwieriger." Dann nimmt der Lehrer die "großen Indianer", wie die Zweitklässler heißen, mit in den Nebenraum und erklärt ihnen das neue Thema.

Die acht "kleinen Indianer" aus der ersten Klasse arbeiten in dieser Zeit selbstständig.

"Wir haben hier viel Platz, das ist ein Luxus", erzählt Mayer über sein großes Klassenzimmer: Viel Platz vor der Tafel, wo sich die Kinder in einer Gruppe zusammensetzen können. Und auch Platz für ein Sofa in einer hinteren Ecke. "Außerdem ist es total schön, dass wir im Grundunterricht nicht an die 45 Minuten gebunden sind", sagt er. Dass sie etwa nach 20 bis 30 Minuten Mathematik in ein anderes Fach wechseln können.

Aufgelockert werde die Unterrichtszeit außerdem durch Bewegungspausen. "Die Jahrgangsmischung macht großen Sinn", sagt Mayer. Jeweils ein Erst- und ein Zweitklässler sitzen an einem Tisch.

"Die Großen sind Vorbilder, die leben vor wie es geht." Da sei der Schritt vom Kindergarten in die Schule nicht ganz so groß.

Lehrwerke gibt es für solche Klassen nicht, was aber den besonderen Reiz ausmache. In seiner neuen alten Position als Schulleiter ist Mayer in ganz andere Aufgaben mit eingebunden als an größeren Schulen: "Das finde ich spannend", sagt er.

Weil es in Schnabelwaid keine Verwaltungsfachkraft gebe, kümmern er und Carolin Schörner sich um das Personal und den Unterricht, die Datenerfassung und Statistiken.

Wenn Mayer am Nachmittag die Schultür hinter sich zugeschlossen hat, dann fährt er gerne – so nicht die kleine Tochter Spiel-Zeit einfordert – mit dem geländetauglichen Rennrad durch die Fränkische Schweiz.

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