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Sachsen-Franken-Magistrale: Neue Pläne sorgen für Ärger

Fernverkehrsverbindung soll angeblich doch nicht ausgebaut werden - 30.07.2020 18:10 Uhr

Für den Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale - hier der Streckenabschnitt beim Haidenhübel-Tunnel zwischen Velden und Neuhaus - schienen die Zeichen nun wieder schlechter zu stehen.

© Siegfried Fuchs


"Wir werden uns mit aller Kraft gegen diese Zurückstellung wehren", kündigt der Kommunalpolitiker angesichts der Tatsache an, dass im Vergleich zu den vorherigen Entwürfen die Fernverkehrsverbindungen von Nürnberg über Hof nach Dresden und Leipzig fehlen. Letztlich stehe hier nicht nur der leistungsfähige Anschluss Bayreuths an den Schienenfernverkehr auf dem Spiel, sondern auch die restliche Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale", so Ebersberger.


Fünf Kilometer langer neuer Tunnel im Pegnitztal?


Blicke man auf die tatsächlichen Verkehrsströme, die sich tagtäglich auf den Autobahnen zwischen Süddeutschland und Sachsen durch die Region ergießen, müsste der Schienenverkehr florieren, argumentiert Bayreuths Oberbürgermeister. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Angebot eine attraktive Alternative zum Auto und zum Fernbus darstellt. Dazu bedarf es umsteigefreier Verbindungen, kurzer Reisezeiten und komfortabler ICE-Züge. Mit dem politisch ambitionierten Deutschland-Takt soll ein langfristig geltender Bahnfahrplan erstellt werden, mit dem auch periphere Städte und Regionen auf der Schiene deutlich besser angebunden werden.

Gutachter prognostizieren zu niedrige Fahrgastzahlen

Vor Kurzem wurde der dritte Entwurf des Deutschland-Taktes den Ländern vorgestellt, und im Vergleich zu den vorherigen Entwürfen fehlen die eingangs erwähnten Fernverkehrsverbindungen rund um die knapp 400 Kilometer lange Sachsen-Franken-Magistrale. Nach den jüngsten Vorstellungen der Gutachter würde die schlechte Schienenfernverkehrsanbindung der Industrieregionen Ostoberfranken und Südwestsachsen im Schienenverkehr auf Dauer zementiert.

Die Gutachter prognostizieren nunmehr zu geringe Fahrgastzahlen, die einen durchgängigen Fernverkehr von Nürnberg nach Dresden und Leipzig nicht rechtfertigten. "Derartige Prognosen stellen die Gegebenheiten und Notwendigkeiten auf den Kopf. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Verkehrsprognosen der Gutachter beim dritten Entwurf plötzlich ins Bodenlose stürzen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass im Hintergrund tendenziös zu Gunsten anderer Schienenverkehrsprojekte gearbeitet wird", erklärt Oberbürgermeister Ebersberger.

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Ziele wie Klimaschutz, gleichwertige Lebensverhältnisse und das Zusammenwachsen Deutschlands und Europas brauchten klare verkehrspolitische Vorgaben sowie engagierte und intelligente Konzepte in den Verkehrsministerien, aber keine wilden Streichorgien. Es werde nun ganz offensichtlich, dass Ostoberfranken und Südwestsachsen schlechter behandelt werden als andere Regionen, die um Infrastrukturmittel des Bundes und der EU konkurrieren.

aar/nn

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