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Saaß: Mutmaßlicher Satteldieb wehrt sich gegen Strafe

40-Jähriger soll Stahlschränke aufgebrochen und Beute im Wert von mehreren Tausend Euro gemacht haben - 19.11.2015 18:23 Uhr

Symbolbild eines Pferdes.

© dpa


Der Mann ließ durch Rechtsanwalt Helmut Haberberger Rechtsmittel einlegen, so dass es vor Richterin Julia Taubmann und Referendarin Veronika Stark als Vertreterin der Staatsanwaltschaft zur Verhandlung kam. Die wurde allerdings vertagt, es gab eine neue Verhandlung mit der geschädigten Pegnitzerin als Zeugin und den beiden Auerbacher Polizeibeamten.

Es lief nicht alles rund in dieser Verhandlung. Rechtsanwalt Haberberger beklagte, dass ihn einige Schreiben des Gerichts bisher noch nicht erreicht hätten. Umgekehrt hat das Gericht Beweisfotos, vom Verteidiger zugesandt, erst bei der Sitzung geöffnet — zu einem Zeitpunkt, als die wichtigste Belastungszeugin aus Pegnitz als Geschädigte bereits entlassen war. Dann war unklar, ob Haberberger Pflichtverteidiger ist, wie es in den Akten hieß.

Schwerer Diebstahl wurde dem Beklagten vorgeworfen, der zunächst jede Aussage ablehnte. Laut Anklageschrift soll er im Herbst 2013 die Sattelkammer bei den Pferdefreunden in der Saaß und deren Stahlschränke aufgebrochen und drei Sättel entwendet haben.

Die Auerbacher Polizei fand keine Täterhinweise, doch dann wurde der Lieblingssattel der Bestohlenen im Internet angeboten, die Polizei machte einen „Scheinkauf“, doch bei der anschließenden Durchsuchung musste „Zwang angewendet werden“, wie ein Polizist vor Gericht aussagte.

Erst nach Einsatz von Pfefferspray klappte alles und drei Sättel wurden in der Wohnung des Beklagten sichergestellt.

Die geschädigte Reiterin erkannte eindeutig ihren Sattel wieder, „ohne einen Hauch von Zweifeln“, wie der Beamte vor Gericht erklärte. Auch die Seriennummern stimmten überein. Als Beweis legte die junge Reiterin Beweisstücke vor, angefangen von der Rechnung über die in den Sattel eingestanzten Namen bis zum Bankbeleg.

Reitutensilien fehlten

Eindeutig konnte sie auch nachweisen, dass sie den Sattel vom Angeklagten gekauft hat. Damals war sie über den Kauf glücklich. „Ich bin ein emotionaler Mensch und wir sind ein Team, das aus dem Pferd, dem Sattel und mir besteht“, sagte sie, den Tränen nahe. Schwer fiel es ihr, den Angeklagten zu beschuldigen, denn sie ist Patin seiner Tochter — aber immer wieder hätten Reiterutensilien gefehlt, bestätigte sie.

Für 3050 Euro stand der Sattel im Internet zum Verkauf, wurde von der Bestohlenen erkannt, aber die Verteidigung wollte das nicht wahrhaben, legte deshalb Bilder vor, die aus den Jahren 2010 und 2013 stammen und beweisen sollen, dass ein ähnlicher Sattel im Spiel ist, zumal die Geschädigte ihn dem Angeklagten überlassen haben soll.

Richterin Taubmann beendete die Diskussion mit dem Vorschlag, den beschlagnahmten Sattel aus der Asservatenkammer holen zu lassen, die Verhandlung um einige Stunden zu verschieben, oder einen neuen Termin anzusetzen. Gleichzeitig kündigte sie an, die von der Verteidigung vorgelegten Bilder überprüfen zu lassen, ob sie tatsächlich zu den angegeben Zeiten gemacht wurden. Nachdem der Verteidiger aus Zeitgründen keine Verschiebung wollte, gibt es einen neuen Termin, aber mit weniger Zeugen.

CLAUS VOLZ E-Mail

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