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Mittwoch, 24.07.2019

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Rasende Frau versuchte Polizisten in den Arm zu beißen

Angeklagte musste nach Rauschfahrt von zwei Beamten gebändigt werden — Zu Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt - 03.01.2019 21:32 Uhr

Die Frau fuhr im Mai betrunken Auto. Als sie in eine Verkehrskontrolle kam, leistete sie Widerstand und versuchte, einen Polizisten zu beißen. Die Angeklagte sagte, an dem Abend habe sie etwas zu viel Wein getrunken, als ihr einfiel, dass sie noch mit ihrem alten Hund raus musste.

Vor der Tür hörte sie Schreie aus Richtung des Fahrradweges. Sie wollte helfen, zog ihre Jacke schnell über ihr Nachthemd und fuhr mit ihrem Auto los. Sie sei extra langsam auf dem Fahrradweg unterwegs gewesen, um die schreiende Person zu finden und ihr zu helfen. Auf dem Rückweg habe sie die Bundesstraße genommen und sei in eine Polizeikontrolle geraten. Die Polizisten hätten sie gleich angeschrien. Sie solle eine Atemalkoholkontrolle machen, was ihr aufgrund einer Lungenerkrankung nicht gelang. Als die Beamten ihr sagten, dass sie ins Krankenhaus zur Blutentnahme soll, wollte sie nicht mitgehen. Dort angekommen wurde ihr schlecht und sie musste zur Toilette. Das wurde ihr dann aber verweigert. Den versuchten Biss stritt die Frau ab.

"Auf die Idee, die Polizei zu holen, statt selbst loszufahren, sind Sie nicht gekommen", fragte Richter Holger Gebhardt. Die Beschuldigte sagte, sie hätte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht.

Sehr langsam gefahren

Die Polizistin, die zusammen mit einem Kollegen die Kontrolle durchführte, sagte als Zeugin aus. Bei einer Streifenfahrt sei ihnen ein PKW aufgefallen, der auf der Bundesstraße sehr langsam fuhr. Sie beschlossen, ihn zu kontrollieren. Dabei nahmen sie einen sehr starken Alkoholgeruch war.

Nachdem der Atemtest nicht funktionierte, sollte die 66-Jährige in die Klinik zur Blutentnahme. Daraufhin wehrte sie sich, versuchte zu flüchten und versteifte sich, als sie in den Polizeiwagen steigen sollte. Eigentlich wollten die Beamten, dass sie freiwillig mitgeht, das machte sie aber nicht und sie hätten Gewalt anwenden müssen, sie sogar bis zur Tür der Klinik getragen.

Im Behandlungszimmer sagte die Frau, dass ihr schlecht sei und sie zur Toilette müsse. Der Toilettengang wurde ihr aber verweigert, da die Blutentnahme sonst gefährdet gewesen wäre. Die Zeugin musste die Angeklagte mit ihrem gesamten Körpergewicht bändigen. Ihr Kollege hielt Arme und Kopf fest. Da versuchte sie ihn in den Arm zu beißen. Das konnte der Polizist gerade noch verhindern, indem er seinen Arm wegzog. Als die Angeklagte von der Polizei nach Hause gefahren wurde, entschuldigte sie sich für ihr Verhalten.

Die Staatsanwältin forderte eine Geldstrafe von 4500 Euro. Sie sah den Sachverhalt als bestätigt. Die Beschuldigte habe außerdem die Trunkenheit im Verkehr und den Widerstand gegen die Polizeibeamten gestanden. Zudem fuhr sie langsam in der Nacht.

Gegen die Rentnerin sprach aber, dass sie mehrere Straftaten in sehr kurzer Zeit beging, außerdem hat sie schon einen Eintrag im Fahreignungsregister wegen Trunkenheit im Verkehr. Ihren Führerschein, den sie seit dem Vorfall nicht mehr hat, bekommt sie auch erst nach einer dreimonatigen Sperrfrist wieder.

"Habe die Wahrheit gesagt"

Ihr Rechtsanwalt Hans-Walter Hofmann forderte, unter der Geldstrafe zu bleiben, die die Staatsanwaltschaft forderte. Seine Mandantin dachte, sie muss helfen und gestand die Tat und zeigte Reue. Als sie die Polizei sah, bekam sie Panik und leistete deshalb Widerstand. "Sie wollte niemanden verletzen und niemand kann sagen, ob sie den Polizisten beißen wollte."

Als letztes Wort sagte die angeklagte Frau: "Ich habe die Wahrheit gesagt." Richter Holger Gebhardt verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 3000 Euro und eine Führerscheinsperrfrist von drei Monaten.

  

NADINE GEBHARD

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