Donnerstag, 24.10.2019

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Pegnitzer Aussichtsturm: "Neubau als Alternative"

Bürgermeister Raab hält das Bauwerk auf dem Schlossberg noch nicht für einen Sanierungsfall - 10.07.2019 09:55 Uhr

Quasi als „Vormerkposten“ werde von Jahr zu Jahr im Pegnitzer Haushalt die Sanierung des Aussichtsturms auf dem Schlossberg geführt, sagt Bürgermeister Uwe Raab. © Ralf Münch


Das ist jetzt etwa zehn Jahre her. Passiert ist seitdem nichts. Das NN-Interview beleuchtet diese Situation und fragt nach den Gründen.

Herr Bürgermeister Raab, warum wird der Turm nicht saniert?

Nicht im Ausgabenplan für das laufende Jahr, sondern ausschließlich jeweils in der Finanzplanung für die kommenden Jahre war dieses Projekt seit etwa 2010 hinterlegt, quasi als Vormerkposten und Rechnungsgröße, falls diese Investition aus statischen Gründen zeitnah binnen etwa eines Jahres hätte durchgeführt werden müssen. Die Sanierung des Aussichtsturmes ist noch nicht erfolgt, da aus baulicher Sicht noch keine dringende Erfordernis besteht und so ein Gesamtkonzept für den Schlossberg in der Fortführung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek) abgewartet werden kann. Dafür sind bereits Mittel im Haushalt eingestellt.

Für welchen Zweck?

So könnten beispielsweise im Rahmen eines Ideenwettbewerbes architektonisch ansprechende Varianten entwickelt werden. Nur mit einer solchen Vorgehensweise können mögliche Zuwendungen aus der Städtebauförderung erzielt werden. Allerdings will ich damit keine Vorfestlegung für das zu wählende Verfahren treffen. Mit einer ausschließlichen Sanierung wären wohl keine Fördergelder zu erreichen.

Der Zustand des Turms schaut nicht gerade sehr einladend aus. Wann ist mit einer Sanierung zu rechnen?

Der Aussichtsturm schaut nicht sehr viel anders aus, als in den vielen Jahren und Jahrzehnten, den wir ihn schon in dieser Form nutzen. Eine Sanierung ist aus statischen Gründen nicht erforderlich. In Zeiten von Konsolidierung und Stabilisierung muss deshalb erst recht die Grundlage für Fördermöglichkeiten geschaffen werden.

Ist in der Hinsicht schon etwas geschehen?

Den ersten Schritt dafür haben wir mit der Erstellung des Isek 2030 getan. Der nächste Schritt wäre die Beauftragung der Erstellung eines Gesamtkonzeptes für den Schlossberg, wie oben schon dargestellt. Ein solches sollte aus meiner Sicht zwingend wieder einen Aussichtsturm enthalten, dann natürlich gerne in modernerer Ausführung. Wahrscheinlich würde man dann Skywalk dazu sagen.

Wäre ein Neubau eine Alternative?

Ich persönlich betrachte einen Neubau sehr wohl als eine Alternative, aber eingebettet in eine Gesamtkonzeption. Sehen Sie, in einer der Klausurtagungen des Stadtrates zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept wurde dann schnell spaßig von einer ,Ziplineʻ oder einem Lift vom Marktplatz auf den Schloßberg geschwärmt.

Und was halten Sie davon?

Nicht, dass ich diesen Ideen mit meiner Antwort das Wort reden will, ich will mir das ausdrücklich offen halten, aber es unterstreicht die Wichtigkeit eines Gesamtkonzeptes und damit auch den Willen zu etwas Geduld. Schließlich kann die Freiraumgestaltung auf Ruhe und Erholung ausgelegt werden, oder auch auf Event und Nervenkitzel – nur um zwei mögliche Philosophien zu benennen.

Wegen der unmittelbaren Bäume am Turm müsste ein neuer Turm deutlich höher werden, denn die Bäume drohen die Sicht zu versperren. Wie stehen Sie zum NN-Vorschlag, einen höheren Turm zu errichten?

Dieser Vorschlag als eine Lösungsmöglichkeit wurde längst auch im Rathaus so diskutiert, nur, wie schon gesagt, er muss in eine Gesamtkonzept eingebettet sein.

Besteht die Chance, einen Turm aus Stahl – wie die Himmelsleiter bei Pottenstein – zu errichten?

Eine solche Chance besteht immer. Aber es bedarf eines Gesamtkonzeptes, das letztlich solche Fragen beantwortet.

Was würde ein Turm aus Stahl mehr kosten als ein Holzturm?

Diese Frage vermag ich nicht zu beantworten, da das sicherlich von den statischen Ansprüchen und nicht zuletzt vom Holz- beziehungsweise Stahlpreis zum Ausführungszeitpunkt abhängt.

Gibt es für eine Sanierung/einen Neubau des Turms Fördergelder? Wenn ja, in welcher Höhe?

Mit einem Gesamtkonzept für den Schlossberg gehe ich davon aus, dass wir Fördergelder mit Sätzen zwischen 60 und 90 Prozent generieren können, weil der Schlossberg eben auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept ,Pegnitz 2030ʻ bereits als Entwicklungsraum hinterlegt ist. Nur ist es aber halt nun mal im Leben so, auch im Leben einer Stadt, dass man nicht alles gleichzeitig, sondern die Dinge immer nur nacheinander, also eins nach dem anderen, erledigen kann. Es ist ja nicht nur der Aussichtsturm, der auf unserem geliebten Schlossberg in die Jahre gekommen ist. Der Handlungsbedarf ist umfassend.

Interview: HANS-JOCHEN SCHAUER

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