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Dienstag, 22.10.2019

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Nun also doch: Räumungsverkauf im Sport Point läuft

Carmen Pepiuk muss ihr Intersport-Geschäft schließen - Outdoor-Planungen sind gescheitert - 03.05.2019 09:00 Uhr

Jetzt bewahrheiten sich die Gerüchte aus dem Februar: Im Sport Point läuft der Räumungsverkauf. Die Schließung des Geschäfts steht bevor. © Klaus Trenz


Noch zu Beginn des Jahres klang Pepiuk anders: "Wir wollen uns vielmehr auf den Outdoor-Sektor konzentrieren und haben unser Lager mit aktueller Ware vollgemacht." Die Nähe zur Fränkischen Schweiz prädestiniere ein Sportgeschäft geradezu, sich auf das Outdoor-Geschäft zu konzentrieren.

Nun also der Schlussverkauf. "Die Entwicklung im Handel ist auch für uns schwierig", so Pepiuk. Das erklärte auch ihr Ehemann Martin Pepiuk der Redaktion im Februar, als er gerade sein Druckgeschäft Druck-Punkt in Pressath verkauft hatte. "Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Konkurrenz durch den Onlinehandel und die Discounter in den vergangenen Jahren enorm gewachsen ist. Diesem teilweise ruinösen Preiskampf konnten und wollten wir uns nicht mehr aussetzen."

Martin Pepiuk sah auch damals schon schwarz für den Einzelhandel: "Diese ungute Situation wird sich nicht mehr ändern. Im Gegenteil, es dürfte noch schwieriger werden, in Zukunft als Einzelkämpfer und noch dazu auf dem flachen Land zu überleben."

Seine Frau teilt nun diese Einschätzung: "Die Prognosen sind nicht vielversprechend, nicht nur für uns, sondern generell im stationären Handel. Die Entwicklung macht vor keiner Branche halt."

Der Versuch, stärker ins Outdoor-Geschäft einzusteigen, sei ein Versuch gewesen, das Überleben des Ladens zu sichern, so Carmen Pepiuk: "Wir wollten diesen Effekt etwas abfedern, indem wir uns auf Outdoor konzentrieren. Leider hat das nicht funktioniert."

Margit Ponfick, eine Kollegin, ebenfalls aus dem Einzelhandel, bedauert das Schicksal des Sport Point. "Wir finden das selbstverständlich sehr schade", sagt die stellvertretende Sprecherin des Vereins "Unser Pegnitz", der sich für die Erhaltung des Einzelhandels in Pegnitz einsetzt.

Der Händlerkreis hatte seinerzeit schon bedauert, dass der Laden im Oktober 2015 aus der Stadtmitte "in die Peripherie" gezogen war. "Das war damals schon Teil eines allgemeinen Trends, dass sich Läden in kleineren Städten, auch und gerade in der Innenstadt, nicht halten."

Die Schuld sucht die Unternehmerin auch bei der Kundschaft: "Es gehören schon zwei dazu. Das Angebot ist auch in Pegnitz nicht so schlecht, wie die Kunden es oft reden. Es gibt hier ein recht gutes Angebot, aber die Leute versuchen oft gar nicht, in Pegnitz irgendetwas zu bekommen."

Fragt man Carmen Pepiuk, was aus den Mitarbeitern ihres Sportgeschäfts wird, ist sie relativ gefasst: "Die allermeisten bleiben noch hier, einige haben auch schon eine neue Arbeit gefunden." Sie selbst wird nicht dem Beispiel ihres Mannes folgen, der sich nach der Schließung seines Geschäfts auf das Online-Marketing konzentriert hatte. "Ich weiß noch nicht, wo meine Reise hingeht. Der Handel wird es auf jeden Fall nicht werden."

JULIAN SEIFERTH

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