Mittwoch, 20.11.2019

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"Nix gscheids" bei Kabarett-Gastspiel in Michelfeld

Mundart-Songpoet Wolfgang Buck gastierte in der Asamkirche und erntete viel Applaus. - 07.05.2019 15:49 Uhr

Viel Applaus erntete der fränkische Liedermacher Wolfgang Buck bei seinem Auftritt in der Michelfelder Asamkirche. Dort nahm er auch fränkische Eigenheiten aufs Korn.


Wolfgang Buck ist im Auerbacher Raum kein Unbekannter, trat er doch schon vor vielen Jahren bei "Kultur im Keller" sowie zweimal im Bergbaumuseum Maffei auf. Gleich beim ersten Lied "Di Sunna douder goud" erinnerte er sich daher an die Bergleute, die unter Tage schufteten und selten die Sonne sahen. Seit 1983 schreibt der bei Bamberg lebende Buck Lieder in fränkischer Sprache. Diese handeln meist von Themen aus dem Alltag, vom Schweinsbraten und vom Sportwahn, von der Liebe und der Digitalisierung, von der Angst vor dem Zahnarzt und dem typischen Samstag in einer Siedlung.

Aber auch politisch wird der frühere evangelische Pfarrer: Im Lied "Flüchdlingskinder" macht er deutlich, dass jeder Vorfahren habe, die eher zufällig in die Region gekommen und dort geblieben seien. "Des vergisst er, der Herr Minister", lautete Bucks lakonischer Kommentar dazu.

Spitzbübischer Humor

Sein spitzbübischer Humor, sein breites Grinsen und seine Virtuosität an der Gitarre sind seine Markenzeichen. Als er jung war, lange Haare trug und laute Musik hörte, hatte sein Vater noch gedacht, dass aus dem Buben "nix gscheids" wird. Buck ist heute einer der bekanntesten fränkischen Liedermacher.

Seit über 30 Jahren steht er als Sänger, Musiker und Kabarettist auf der Bühne. Anfangs neben dem Beruf als Gemeindepfarrer, inzwischen als Vollzeit- und auch Vollblut-Künstler.

Der gebürtige Mittelfranke bleibt sich in seinen Texten selbst treu. Die Vorliebe für die fränkische Küche, besonders für krustigen Schweinebraten und zarte Klöß, nimmt man ihm im "Des vom Schweinebrodn" wirklich ab. Und auch sein Lästern über Sportskanonen, die ihre Freundin alleine zurücklassen, während sie joggen, biken oder powerwalken, scheint zu seinem Gemüt zu passen. "Nimm lieber mich. Bei mir bekommst Du Zärtlichkeit und nicht einen nach Schweiß riechenden Sportler", so sein ironisches Resümee, natürlich im Original im fränkischen "Dialeggd" gesprochen.

Ganz aktuell war sein Lied "Alles hinderlässd Schburn". Es ging dabei um Helmkameras und Pulsuhren, die ständig Daten übertragen. Oder um den Kühlschrank, der selbstständig Lebensmittel bestellt. "Und dann petzt er beim Doktor." Das Konzert mit Wolfgang Buck, der nach drei Zugaben mit großem Beifall verabschiedet wurde, war ein Geschenk der Stadt zum Klosterjubiläum. Die Künstlergage übernahm die Stadt. Freiwillige Spenden gingen zu hundert Prozent an den Förderverein St. Otto. In der ersten Hälfte des Konzerts war die Akustik in den hinteren Reihen schlecht.

Die Pfarrei reagierte flexibel und stellte flugs etliche Stühle vor dem Altarraum auf, so dass die hinteren Bankreihen nach vorne rutschen konnten. Viele der Zuhörer waren Bewohner von Regens Wagner, die den ganzen Sonntag über begeistert am Fest teilnahmen.

VON BRIGITTE GRÜNER

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