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Monstertruck-Show in Auerbach: Was ist mit der Umwelt?

Autos werden zerstampft und zermalmt - Veranstalter wollen handeln - 11.07.2019 11:11 Uhr

Der Sheriff ist in der Stadt. Dieses Ungetüm wird am Sonntag in Auerbach Autos plattwalzen. Zum Repertoire der Monstertruckshow der Gebrüder Frank gehören Stunts wie der gleichzeitige Überschlag von zwei Autos, der Sprung durch eine Feuerwand mit einem Motorrad. © Klaus Trenz


Man kennt das aus dem Fernsehen: Fliegende Motorräder, platt gefahrene Autos und sieben Tonnen schwere Monstertrucks mit bis zu 600 PS. Am kommenden Sonntag sollen die Fahrer der überdimensionierten Trucks ihr Können am Edeka-Parkplatz am Novettaweg unter Beweis stellen und den Zuschauern spektakuläre Stunts präsentieren. Doch ist die Zerstörungswut in Zeiten einer geplanten CO2-Steuer überhaupt noch zeitgemäß?

Zum Repertoire der Monstertruck-Show der Gebrüder Frank gehören Stunts wie der gleichzeitige Überschlag von zwei Autos, der Sprung durch eine Feuerwand mit einem Motorrad und – der Höhepunkt der Show – tonnenschwere Monstertrucks, die Autos vom Schrotthändler zerstampfen, zerdrücken und zermalmen. "Wir rechnen mit 80 bis 100 Besuchern", sagt Veranstalter Albani Frank, "wenn das Wetter zu gut ist, sind ja viele eher in Freibädern."

Prüfung dauert an

Inzwischen veranstaltet die Familie in der dritten Generation die Shows. Früher gab es nur Autos, die sich überschlagen oder Motorräder, die durch die Luft katapultiert werden. "Man kennt das aus dem Fernsehen. Das war wie bei Evel Knievel", erzählt Frank. Erst später kamen die großen Trucks dazu.

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Gerade für so eine Art von Show gebe es viele Auflagen. "Das ist eine Motorsportveranstaltung, für die man eine Erlaubnis einholen muss", erklärt Pressesprecherin des Landratsamtes Amberg-Sulzbach, "Wir sind aktuell noch am Prüfen. Es geht hier um Grundsätzliches. Ob eine Gefahr für Menschen besteht oder eben, ob eine Beeinträchtigung der Natur und Landschaft vorliegt." Dafür gebe es Messwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Da der Antrag erst am Montag einging, dauere die Prüfung noch an.

Großes Interesse

Die Stadt Auerbach selbst habe recht wenig Einfluss und Handhabe. "Die Veranstaltung findet auf einem privaten Parkplatz statt", sagt Bürgermeister Joachim Neuß. "Man muss sagen, dass die vielen Besucher ja ein Indiz sind, dass das Interesse groß ist und es dafür einen Markt gibt. Wenn man hier über den CO2-Ausstoß nachdenkt, müsste man auch darüber nachdenken, ob die Formel 1 zeitgemäß ist."

Ähnlich sieht es der Vorsitzende der Grünen in Auerbach, Bernd Scheller: "Wenn man CO2 vermeiden kann, dann sollte man das unterstützen. Auf der anderen Seite ist das ein Spektakel bei dem relativ wenig CO2 ausgestoßen wird."

Verbot wäre nur Symbolik

Scheller geht nicht davon aus, dass man groß Dinge damit bewirken würde, wenn man solche Shows verbieten lässt. "Viele fahren für Fußballspiele des FC Bayern München oder des 1. FC Nürnberg hunderte Kilometer. Der Zuschauerverkehr zu solchen Ereignissen verursacht mehr CO2 als so eine Show in der Region."

Es gehe eher um die Symbolik zu sagen, dass man solche Veranstaltungen nicht besucht. Dasselbe gelte für die Formel 1. Denn dafür gibt es auch eine umweltbewusstere Variante: die Formel E, die auf Elektromotoren setzt.

Veranstalter Frank denkt selbst sehr viel über den zeitgemäßen Einsatz nach. "Die Show der Monstertrucks wurde bereits verkürzt, damit die Fahrzeuge nicht so lange laufen. Außerdem benutzen wir nur gereinigtes Benzin für die Feuer-Stunts – das rußt weniger", sagt Frank. Die Show versuche den Adrenalinspiegel der Besucher zu erhöhen und dabei trotzdem "auf die Umwelt zu achten".

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Finden Sie heraus, wie gut Sie sich in Sachen Umweltschutz, Klimawandel oder Nachhaltigkeit auskennen. Wir haben acht Fragen aus unserem Alltag herausgepickt mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten - aber nur eine davon stimmt. Am Ende sehen Sie, wie Sie abgeschnitten haben.

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

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Frage 1/8:

Wie lange dauert es, bis ein Kaugummi verrottet?

Mehrere Jahre - wenn überhaupt. Denn damit Kaugummi so schön gummiartig ist, braucht es sogenannte Polymere - und die basieren auf Erdölbasis. Zusammen mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen, künstlichen Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern kauen wir am Ende auf einer Substanz, die biologisch nur schwer abbaubar ist. Die ökologisch bessere Alternative sind also Lutschpastillen.

© Lukas Schulze, NZ

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Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

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Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

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Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

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Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

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Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

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