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Freitag, 18.10.2019

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Lichtgewehr als Werbemaßnahme für Nachwuchs

Bei der Gauversammlung des Schützengaus Pegnitzgrund stellten die 45 Schützenvereine Weichen für das kommende Jahr - 29.04.2019 18:25 Uhr

Gauschützenmeisterin Rebecca Kramer (li.) mit dem Trio Christian Ringer, Vanessa Radl und Werner Werthner (v. li.), das künftig den Vereinen als Ansprechpartner in Fragen der Aus- und Weiterbildung mit Rat und Tat zur Seite steht.


Gauschützenmeisterin Rebecca Kramer dankte stellvertretend für viele tatkräftige Mitstreiter Christian Betz vom Schützenverein Benzendorf, der aus privaten Gründen derzeit kürzer tritt, für seine langjährige Tätigkeit in der Gauverwaltung. Kramer: "Mit Deiner zuverlässigen und manchmal auch kritischen Art warst Du uns eine große Stütze".

Anders als das Königsschießen Sportpistole, das sich, gemessen am Verhältnis der Pistolen- zu den Luftgewehrschützen, mit 117 Schützinnen und Schützen sehr guter Resonanz erfreute, ließen die Teilnehmerzahlen in der Disziplin Luftgewehr/Luftpistole sehr zu wünschen übrig, kritisierte die Gauschützenmeisterin. Sie richtete deshalb einen dringenden Appell an ihre Schützenbrüder und -schwestern, dieser Traditionsveranstaltung künftig wieder größeres Interesse zu widmen.

Zudem würde es große Schwierigkeiten bereiten, für das Gauschießen Luftgewehr/Luftpistole einen Ausrichter zu finden. Auch ein eindringlicher Appell von Rebecca Kramer und eine zehnminütige Sitzungsunterbrechung führten zunächst nicht weiter; an diesem Abend wurde keine Lösung mehr gefunden. Die Alternative, dass die SSG Schönberg wie schon im vergangenen Jahr das Gauschießen Luftgewehr wieder ausrichtet, wäre für Rebecca Kramer nur als letzte Möglichkeit in Betracht gekommen. Inzwischen hat sich jedoch die Schützengesellschaft Hartmannshof bereit erklärt, das Gauschießen der Luftgewehr- und Luftpistolenschützen zu übernehmen.

Keine Probleme gab es im Gegensatz dazu bei der Vergabe der weiteren Wettbewerbe. Das Gauschießen Sportpistole richtet vom 4. bis 30. Juni die SG Heuchling aus. Der Gaudamentag findet bei den "Eichenlaubschützen" in Oberkrumbach statt, das Gaujugendschießen in Waischenfeld, die Böllerschützen treffen sich am 30. Juni in Waidach. Höhepunkt und Abschluss des Schützenjahres wird wieder der Gauehrenabend am 18. Oktober im Wollner-Saal in Heuchling sein.

Angesichts sinkender Mitgliederzahlen – der Schützengau hat aktuell noch 4881 Mitglieder gegenüber 5140 zum Jahresende 2016 – bekommt das Thema Aus- und Weiterbildung für die Schützenvereine einen immer größeren Stellenwert.

Kramer freute sich, dass dieser Bereich mit Christian Ringer, Vanessa Radl und Werner Werthner wieder besetzt werden konnte und appellierte an die Vereine, bei Fragen der Aus- und Weiterbildung deren fachlichen Rat in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus warb die Gauschützenmeisterin für die ausgeschriebenen Weiterbildungslehrgänge.

Darüber hinaus wird die Mitgliederentwicklung immer mehr zu einer existentiellen Frage. Zur Gewinnung von Neumitgliedern im Kinder- und Jugendbereich bietet der Schützengau seinen Vereinen deshalb neuerdings ein Lichtgewehrschießen an. Dabei wird mittels eines "Lichtgewehres" ein unsichtbarer Lichtstrahl auf ein elektronisches Ziel gerichtet. Diese Schießversion sei hervorragend für die Jugendarbeit geeignet, weil es keinen waffenrechtlichen Altersbeschränkungen unterliegt. Während mit einem Luftgewehr grundsätzlich erst ab dem Alter von zwölf Jahren geschossen werden darf, können mit dem Lichtgewehr auch jüngere Kinder an den Sport herangeführt werden.

"Kein Verein wird gezwungen"

Das Angebot richtet sich an Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Dies könne, wie stellvertretender Gauschützenmeister Herbert Haas ausführte, zum Beispiel im Rahmen eines "Tages der offenen Tür" geschehen. Damit habe jeder Schützenverein "eine hervorragende Möglichkeit", für sich Werbung zu machen. Wobei Rebecca Kramer ergänzend ausdrücklich betonte: "Kein Verein wird gezwungen, an diesem Lichtgewehrschießen teilzunehmen".

Eingangs der Versammlung hatte Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer in seinem Grußwort: "Die Vereine sind der Spiegel unserer Gemeinschaft; das Leben auf den Dörfern ohne Vereine wäre sehr arm", nachdenkliche Worte an die Versammlung gerichtet. Er würdigte das Vereinsleben, speziell das der Schützenvereine in seinem Gemeindegebiet, als Gemeinschaft, in der man sich noch zusammenfinde, wo noch etwas geleistet, Verantwortung übernommen und Geselligkeit gelebt werde. "In Vereinen wie den Ihren sind Menschen da, die einen großen Gegenpol darstellen zum modernen Lebensentwurf der Selbstverwirklichung".

MANFRED KEILHOLZ

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