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Langes Ringen mit den Handwerkern

Stadt drängt seit einem Jahr auf erneute Sanierung der fehlerhaften Brücke bei der Grundschule - 16.09.2019 06:55 Uhr

Als die neue Brücke über die Pegnitz Ende November 2017 eingehoben wurde, waren die Stadträte noch optimistisch, eine dauerhafte Lösung gefunden zu haben. © Archiv: Ralf Münch


Im Dezember 2016 hatte der Stadtrat entschieden, für 70 000 Euro eine neue Brücke über die Pegnitz bauen zu lassen. Aus Aluminium statt – wie bisher – aus Holz sollte sie sein, denn dann müsse die Brücke nicht so oft gewartet werden, befanden die Räte. Die Probleme, die folgen sollten, ahnte damals wohl niemand.

Denn bereits kurz nachdem die Brücke errichtet wurde, traten die ersten Schäden auf: "In kürzester Zeit ist der Belag auf der Brücke abgegangen", berichtet der zweite Bürgermeister Wolfgang Nierhoff. Ärgerlich, aber das kann passieren, dachte man sich damals im Rathaus. Das Unternehmen, das die Brücke gebaut hatte – die Peter Maier Leichtbau GmbH (PML) in Singen (Baden-Württemberg), wurde informiert und setzte das Bauwerk daraufhin wieder instand, erklärt Nierhoff. Fall erledigt? Weit gefehlt: "Anscheinend ist das Material einfach nicht von Bestand", mutmaßt Nierhoff. Denn kaum ein halbes Jahr später blätterte der Belag wieder. Im September 2018 meldete sich die Stadtverwaltung notgedrungen also erneut bei der Firma mit der Aufforderung, den Übergang nochmal zu sanieren. Doch darauf wartetet die Stadt seitdem vergebens. Es hieß, die Arbeiten seien nur bei guter Witterung machbar.

Unzählige E-Mails

"Unsere Mitarbeiter schicken alle paar Wochen eine Mail an die Firma, ich kann sie schon gar nicht mehr zählen", so Nierhoff. Zwischenzeitlich musste die Stadt sogar selbst eingreifen – mit einer außergewöhnlichen Maßnahme: Nachdem die Beschichtung immer weiter abplatzte, klebten Mitarbeiter Teile der Brücke provisorisch mit rutschfestem Klebeband ab, um Fußgänger und Radfahrer bei schlechtem Wetter nicht in Gefahr zu bringen.

Dann endlich eine konkrete Antwort: Ende Juni könnten die neuen Arbeiten beginnen, teilte das Unternehmen mit. Doch die Firma ließ den Termin verstreichen, ohne das Bauarbeiter anrückten. "Unsere Mitarbeiter mahnen immer wieder", klagt Nierhoff. "Aber viel mehr können wir aktuell leider nicht machen."

Bei dem Fall handelt es sich laut dem zweiten Bürgermeister um eine Gewährleistungspflicht. Das Unternehmen ist dabei verpflichtet, den Schaden auf eigene Kosten zu reparieren. Eine konkrete Frist gebe es dabei aber nicht, sagt er. Und damit auch keine rechtliche Handhabe.

Viele Einschränkungen

Ein weiteres Problem: Damit die Kinder weiter über die Brücke zur Grundschule kommen, können die Arbeiten nur während der Ferien erledigt werden. "Es wäre eine schöne Sache gewesen, wenn wir das Ganze in den Sommerferien hätten machen können", sagt Nierhoff. Doch daraus wurde nichts – und auch nach den kommenden Herbstferien werden die Pegnitzer Grundschüler weiter über die sanierungsbedürftige Brücke laufen müssen. Denn die Firma hat sich inzwischen zwar noch mal gemeldet, aber nicht mit der lange ersehnten Nachricht – im Gegenteil: "Sie hat mitgeteilt, dass es im Herbst schon zu kalt ist, um die Arbeiten durchzuführen", erklärt Nierhoff.

Die Peter Maier Leichtbau GmbH war bislang für keine Stellungnahme zu erreichen. Nierhoff rechnet nun mit einer weiteren Verzögerung um mehrere Monate. In der Stadtverwaltung will man in diesem Fall aber nicht locker lassen. Und im Stadtrat wird man sich die Bewerber für den nächsten Brückenbau wohl genauer anschauen.

KILIAN TRABERT

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