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Landratsamts-Außenstelle in Hollfeld?

Die Kreistags-Fraktion der Jungen Liste macht sich derzeit stark für weitere Standorte in ausgesuchten Landkreis-Kommunen. - 21.05.2019 11:25 Uhr

Eine Außenstellen-Option? Stadtrat Johannes Röhm, die Hollfelder Bürgermeisterin Karin Barwisch und Kreisrat Georg Röhm (von links) vor dem leerstehenden Gebäude am Unteren Markt.


Allerdings ist nicht nur eine Erweiterung mit Neubau im Gespräch: Kommunen hatten bis zum 19. Oktober 2018 die Chance, Leerstands-Meldungen abzugeben und damit auf Gebäude im Landkreis aufmerksam zu machen, in denen die – nach altem Planungsstand – 35 Büroräume des Landratsamtes Platz fänden.

Den Antrag dazu stellte die Junge-Liste-Kreistagsfraktion im Februar 2018. Es sei logistisch kein Problem, einen oder mehrere Geschäftsbereiche des Landratsamtes an einen Standort zu verlegen und sich damit einen teuren Anbau am Standort Bayreuth zu ersparen, heißt es in dem Antrag.

"In Bezug auf die Zeitungs-Berichterstattung, dass das Landratsamt nicht mehr um 35, sondern um 50 Büroplätze erweitert werden soll und somit auch die Kosten für den Landkreis weiter steigen werden, haben wir Anfang Mai einen zweiten Antrag an den Kreistag gestellt", erklärt Georg Röhm, der Fraktionsvorsitzende der Jungen Liste.

"Einen Anbau mit 50 Büros an den Hauptstandort für wohl mehr als fünf Millionen Euro (3,5 Millionen bezog sich auf 35 Büros) sehen wir als unwirtschaftlich an", steht in dem Papier geschrieben und als Begründung: "Hierfür gibt es wohl keinerlei Förderung und vor allem keinen Mehrwert in Sachen Leerstand." Für eine Sanierung leer stehender Gebäude hingegen sei eine Förderung möglich, als Beispiel nennt Röhm das Programm "Innen statt außen".

"In einer Kommune im Landkreis ein leer stehendes Gebäude zu finden, das Platz für 50 Büros bietet, ist unwahrscheinlich", schränkt Georg Röhm ein. Deshalb soll auf Wunsch der Jungen Liste auch geprüft werden, ob einzelne Verwaltungsbereiche, die wenig oder keinen Besucherverkehr haben, auf zwei bis drei Standorte im Kreis aufgeteilt werden können. "Das wäre eine Win-Win-Situation. Die Kommunen könnten die Räume an das Landratsamt verpachten, wir würden etwas gegen den Leerstand in den ländlichen Regionen tun, Kosten sparen und keine weitere Flächen versiegeln", erklärt Röhm.

An den besagten Leerstands-Meldungen an das Landratsamt hat sich auch die Stadt Hollfeld beteiligt: "Wir haben 22 Objekte im Stadtgebiet angegeben", erklärt Bürgermeisterin Karin Barwisch (Bürgerforum). Das Thema Leerstandsmanagement sei immer wieder im Hollfelder Stadtrat und im Stadtentwicklungsausschuss präsent, fügt Stadtrat Johannes Röhm (Bürgerforum) im Gespräch mit dieser Zeitung hinzu.

Zusammen mit seinem Fraktionskollegen Hartmut Stern sei die Idee geboren worden, eine Immobilie im Stadtkern von Hollfeld ins Spiel zu bringen, so Röhm. "Das Gebäude liegt am Unteren Markt und ist in den 1990er Jahren gebaut worden", erklärt Johannes Röhm.

Einen neuen Pächter habe der Besitzer Franz Neuner bis dato nicht gefunden, deshalb stünden die zwei Etagen seit fast zehn Jahren leer. "Auf den rund 300 Quadratmetern könnte man bestimmt zehn bis 15 Beamte unterbringen", ist Johannes Röhm überzeugt und ergänzt: "Die Räume sind in einer Top-Lage, es gibt Parkplätze direkt vor der Tür."

Sowohl die Bürgermeisterin als auch Johannes Röhm sähen eine Landratsamts-Außenstelle als Chance für die Stabilisierungsgemeinde Hollfeld. "Damit könnte uns der Landkreis unter die Arme greifen", so Röhm. Karin Barwisch würde eine Außenstelle für Hollfeld begrüßen, sieht aber auch eine Möglichkeit in Pegnitz. "Die Hotelfachschule würde sich anbieten."

"Wir müssen auch pendeln"

Die Gegenargumente aus dem Bayreuther Landratsamt – die Beamten hätten zu einer Außenstelle wie Hollfeld zu lange Anfahrtswege – findet Johannes Röhm nicht gerechtfertigt: "Wir Hollfelder müssen auch pendeln, um auf die Arbeit zu kommen."

Und was sagt das Landratsamt dazu? "Ursprünglich war geplant, das Gesamtpaket, also Neubau oder Außenstelle, noch im Juli in den Gremien zu beraten. Allerdings ist der neue Antrag der Jungen Liste auf mehrere Außenstellen noch einer gründlichen Prüfung zu unterziehen, was eine Anpassung des Zeitplans erforderlich macht", sagt der amtierende Pressesprecher des Landratsamtes, Herbert Retzer, auf Anfrage dieser Zeitung.

LENA BUCKREUS

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