Dienstag, 07.04.2020

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Künstler ziehen ins alte Horlacher Forstamt

Ein Ehepaar aus dem Raum Nürnberg entdeckt die ländliche Idylle und ist begeistert - 27.02.2020 14:45 Uhr

In dem alten For4sthaus in Horlach leben derzeit noch Brigitte Kasch und ihr Bruder Jens. Das Anwesen wird an ein Künstlerehepaar aus dem Raum Nürnberg verkauft. Platz ist ausreichend vorhanden - allein die Fläche der drei Wohnungen beträgt über 400 Quadratmeter. © Klaus Trenz


Bewohnt wird es derzeit noch von Brigitte Kasch und ihrem Bruder Jens. 1969 hatten ihre Eltern das in Hufeisenform angelegte Objekt erworben und waren mit ihren Kindern eingezogen. Nach dem Tod der Eltern, ihr Vater Wilhelm Kasch war Theologie-Professor an der Universität Bayreuth, und dem Auszug ihrer Geschwister halten nur noch Brigitte und Jens Kasch die Stellung. Doch auch sie werden demnächst ausziehen. "Das ist mir zu groß geworden. Ich schaffe das nicht mehr. Ich werde nicht jünger", sagt Brigitte Kasch.

Die ehemalige Leiterin des Finanzamts Hersbruck muss sich um ein Grundstück mit rund 6700 Quadratmetern kümmern. Und es fallen Reparaturen an, denn das Gebäude müsse erhalten werden. Sie verweist auf die große Dachfläche. "Die Grenze ist erreicht." Sie frage sich, für wen sie das denn eigentlich mache.

Deshalb war der Entschluss naheliegend, das alte Forsthaus zu verkaufen. Ein Interessent ist inzwischen gefunden. "Die Vorgespräche sind positiv verlaufen. Der Kaufvertrag ist allerdings noch nicht abgeschlossen." Dies dürfte reine Formsache sein. Ein renommiertes Künstlerehepaar aus dem Raum Nürnberg wird das Anwesen erwerben.

Name bleibt vorerst geheim

Solange der Kaufvertrag nicht unter Dach und Fach ist, bitten die voraussichtlichen Käufer ihren Namen nicht zu veröffentlichen. "Wir wollen sichergehen, dass das, was wir wollen, erst von Behörden und Nachbarn genehmigt wird." Feststeht, dass sie im hinteren Teil des Grundstücks, dort wo sich früher ein Tennisplatz befand, ein Atelier mit Skulpturenlager errichten wollen. Der Stadtrat hat vergangene Woche den Bauvorbescheid gebilligt.

In Horlach wollen sie das alte Forsthaus nach und nach umgestalten; es soll ein fließender Prozess werden – ohne Zeitvorgaben und Termindruck. Die Renovierung werde sich über Jahre hinziehen. "In den Stadel oben wollen wir einen Ausstellungsraum einrichten."

Die Werke des mehrfach mit hochkarätigen Preisen ausgezeichneten Ehemanns sind in verschiedenen Sammlungen zu finden und in Kunsthallen ausgestellt. Er verwendet oft ungewöhnliche Materialien und Objekte und entwirft daraus komplexe, großformatige Skulpturen.

"Wir haben das Anwesen in Horlach zufällig gefunden", so der Künstler, der Pegnitz kennt. "Ich bin schon öfters in der Stadt gewesen. Eine schöne landschaftliche Gegend. Ich schätze Land und Leute." Dort will das Ehepaar, das zwei Kinder hat, "in Ruhe arbeiten". "Ich mag das historische Gebäude und die Atmosphäre, die das Ganze hat. Wir haben sofort gesehen, dass das unsere Arbeit positiv beeinflusst."

Was sie an ihrem künftigen Domizil zudem schätzen, ist die gute Verkehrsanbindung nach Nürnberg. So könnten sie Kontakt halten zu Freunden und Künstlern. "Ich bin gespannt, wie es wird. Ich freue mich darauf", sagt der künftige Horlacher.

HANS-JOCHEN SCHAUER

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