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Konzert der "Jungen Christen": 400 Stühle reichten nicht

Beim Auftritt zum Michelfelder Klosterjubiläum herrschte großer Andrang - 28.05.2019 20:35 Uhr

Beim Konzert der „Jungen Christen“ reichten die 400 vorbereiteten roten Stühle am Sonntagabend nicht aus. Schnell wurden deshalb im hinteren Bereich noch ein paar Bierbänke aufgestellt. © Foto: Brigitte Grüner


"Ich hab euch bislang nie gehört, aber es gefällt mir sehr." Kommentare wie dieser zeigen, dass nicht nur das Stammpublikum der Formation gekommen war. Besucher aller Generationen hatten im anfangs windigen Klosterhof Platz genommen.

Neuß sammelte Liedblätter auf

Rathauschef Joachim Neuß (FW/AA) und Dritter Bürgermeister Norbert Gradl (SPD) sprangen hilfsbereit auf, um die Liedblätter aufzusammeln, die von den Notenständern geweht worden waren. "Ein Höhepunkt jagt an diesem Wochenende den anderen", sagte Neuß und dankte der Gruppe für die Bereitschaft, das Klosterjubiläum musikalisch zu bereichern. "Singet dem Herrn ein neues Lied." So heißt es in Psalm 98, erklärte Martina Popp. In den Jahrhunderten seit der Klostergründung habe sich die Musik sehr verändert.

Die "Jungen Christen" singen am liebsten "neue Lieder" – wie im Psalm gewünscht. Mal laut, mal leise, mal rhythmisch, mal verhalten. Mal mit vollem Sound der Gitarren, des Keyboards und des Schlagzeugs, mal mit den wohltönenden Stimmen und einem lässigen Fingerschnippen bot die Gruppe um die musikalische Leiterin Andrea Kiefhaber einen Ausschnitt aus dem großen Repertoire der 1982 gegründeten Formation.

Dazu gehören Songs aus dem Bereich "Neues geistliches Liedgut", zum Beispiel "Jesus berühre mich" oder "Freude, die von innen kommt". Beide Stücke hat Albert Frey komponiert, der sich als Produzent christlicher Popularmusik einen Namen gemacht hat. Auch an Lieder, die man von bekannten Interpreten kennt, wagt sich die Gruppe heran und intoniert diese sicher. "Seite an Seite", das von der österreichischen Künstlerin Christina Stürmer gesungen wurde, gehört dazu.

Immer wieder populär sind auch "To love somebody" (1967 von den Bee Gees veröffentlicht), "I can see clearly now" (Johnny Nash, 1972) oder "Weit weit weg", das Hubert von Goisern vor 27 Jahren erstmals gespielt hat.

Gesanglicher Stempel

Die "Jungen Christen" gefallen als harmonischer Chor und rhythmisch sichere Band. Und es gibt Solisten wie Christian Holl, Andrea Kiefhaber, Anita Kohl oder Klaus Schwemmer, die einigen Liedern ihren gesanglichen Stempel aufdrücken. Dass die Band zusammenhält, zeigte das Beispiel von Sängerin Babsi Schwemmer, die wenige Minuten vor Konzertbeginn von einem Kurzurlaub nach Hause kam, das Band-Shirt überzog und zum Klosterhof eilte.

Gemeinsam nahm die Gruppe Hand in Hand am Ende des Konzerts den großen Beifall der Zuhörer entgegen und bedankte sich mit zwei Zugaben. Eine davon war eines der jüngeren Lieder im Konzertprogramm: der Silbermond-Hit "Irgendwas bleibt" von 2009. Was von diesem Konzertabend auf jeden Fall bleiben wird, sind das Wissen, dass die "Jungen Christen" jung geblieben sind, und der Wunsch, dass es noch viele Konzerte der Formation geben wird.

BRIGITTE GRÜNER

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