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Kindergarten in Eschenfelden ist gerettet

Mehrheit stimmt für Erhalt der Einrichtung - 11.11.2018 20:55 Uhr

Hatten mit ihrem Bürgerbegehren pro Kindergarten St. Johannes in Eschenfelden Erfolg: Hermann Mertel (von links), Simone Steger und Jürgen Leißner. © Foto: privat


Zur Abstimmung aufgerufen waren 1016 Wahlberechtigte, wie Wahlleiter Tobias Schuminetz am Sonntagabend berichtete. Die Bürger konnten dabei über die Frage entscheiden: Sind Sie dafür, dass der bestehende Kindergarten in Eschenfelden in seiner Funktion erhalten bleibt? 472 Wähler beantworteten dies mit Ja, 102 Wähler mit Nein. Drei abgegebene Stimmzettel waren ungültig. Die Wahlbeteiligung lag somit bei 56,8 Prozent.

Den Hirschbacher Bürgermeister Hans Durst überraschte das eindeutige Abstimmungsergebnis nicht: "Das ist so wie die Stimmung in der Bevölkerung im Vorfeld war." Er sei vom Verlauf des ganzen Verfahrens enttäuscht, resümierte der SPD-Politiker. Denn: "Die interkommunale Zusammenarbeit mit Königstein wird jetzt, wenn überhaupt, nur noch sehr schwer umsetzbar sein."

Genugtuung herrschte indes bei den drei Initiatoren des Bürgerbegehrens. "Wir sehen uns in unserer Arbeit der vergangenen dreieinhalb Monate bestätigt", sagte Jürgen Leißner. Auch wenn das Team in dieser Zeit viel Rückhalt in der Bevölkerung gespürt hätte, habe es nicht mit einem derart klaren Votum pro Kindergarten gerechnet.

Mit einem weinenden Auge

Auf das Bürgerbegehren blickt Leißner mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück: "Es war der erste Bürgerentscheid in dieser Gemeinde und damit ein historisches Zeichen", wertet der Hirschbacher. "Das sollte auch ein Zaunpfahl an den einen oder anderen Gemeinderat sein, den Willen der Bürger ernst zu nehmen."

Andererseits sei es schade, dass sie zu solchen Mitteln hätten greifen müssen. Auch dass die Abstimmung über den Erhalt des Kindergartens von offizieller Seite zusehends mit einem Votum über die gesamte interkommunale Zusammenarbeit gleichgesetzt wurde, kann Leißner nicht nachvollziehen. Ihm und seinen Mitstreitern sei es immer nur um St. Johannes und den Politikstil gegangen.

Der Gemeinderat ist nun für ein Jahr an das Ergebnis des Bürgerentscheids gebunden. Durst will einen neuerlichen Versuch zur Kindergartenzusammenlegung auch nach dieser Frist von sich aus nicht mehr unternehmen. "Da bin ich zu sehr Demokrat, den Bürgerwillen hat man zu akzeptieren", sagt Durst. "Ich hoffe nur, dass die Bürger auch die Konsequenzen dieser Entscheidung mittragen." Schließlich könne er jeden Euro nur einmal ausgeben und wenn Mittel zur Instandhaltung in den 40 Jahre alten Eschenfeldener Kindergarten flössen, fehlten sie selbstredend an anderer Stelle.

Wie es nun weitergeht, hänge auch an der Gemeinde Königstein, skizziert Rathauschef Durst. Er werde seinerseits noch einen Versuch in Sachen Bauhof anstrengen. Werde dieser ebenfalls abgeschmettert, dieses Mal von den Gemeinderäten, sei das für ihn der eindeutige Beleg, dass die interkommunale Zusammenarbeit abgelehnt werde. Auch er halte sie nicht für ein Allheilmittel, aber für ein Instrument, anstehende Aufgaben gut zu lösen, so Durst. 

Astrid Löffler

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