14°

Mittwoch, 16.10.2019

|

Historien-Spektakel zum Michelfelder Jubiläum

Theaterverein D’Veldensteiner spielt zum 900-jährigen Bestehen des Klosters das Stück "So kann es nicht weitergehen". - 10.05.2019 09:00 Uhr

Der Pegnitzer Autor und Mundartdichter Walter Tausendpfund spricht den Prolog zum Theaterstück „So kann es nicht weitergehen“. Dieses wird anlässlich des Klosterjubiläums Ende Mai zweimal im Klosterhof aufgeführt.


Seit Februar dieses Jahres befasst sich der Theaterverein D’Veldensteiner mit dem Stück und probt seitdem zwei bis drei Mal in der Woche. Nicht öfter, als wenn sich die Hobbyschauspieler in eine Komödie einarbeiten – dem eigentlichen Metier der Veldensteiner.

Längere Proben

"Wir proben aber länger" sagt Vorsitzender Achim Kroher, der im Stück den Grafen Berengar spielt. Komödien gehen den Laiendarstellern aus Neuhaus, Auerbach und Michelfeld leichter von der Hand. "Der Text ist schwer zu lernen", sagt Kroher, aufgrund des Aufbaus. Dieser sei eine Herausforderung für die Theatertruppe.

Immerhin handle es sich um ein historisches Ereignis, das man nachspiele, so müsse "der historische Inhalt richtig dargestellt werden — wir bilden die Realität nach".

Neu für die Veldensteiner ist auch die für sie ungewöhnlich hohe Anzahl an Rollen. Rund 25 sind es, die Statisten noch nicht mit eingerechnet.

"Vor allem im letzten Akt", sagt Kroher, "ist auf der Bühne viel los". Das erfordere viel Konzentration – mehr als sonst. Wie bei einer Komödie, wo sechs bis acht Leute das Stück meistern. "Man muss schauen, dass man den richtigen Einsatz findet".

Zusammen mit Tausendpfund hat man sich in den vergangenen Wochen und Monaten in das Stück eingearbeitet und gegebenenfalls kleine Änderungen, besser gesagt "Anpassungen" an die Charaktere vorgenommen. Der Inhalt bleibt natürlich der gleiche.

Vor 900 Jahren ist die Situation an der oberen Pegnitz geprägt von verschiedenen Spannungen zwischen den Menschen in der Region. Die Lage soll ziemlich chaotisch gewesen sein. Auch das religiöse Leben spielte sich offenbar mehr am Rande ab. Der Bamberger Bischof Otto I. wollte nicht mehr länger zusehen: "So kann es nicht weitergehen."

Derbe Oberpfälzer

Mit der Gründung des Klosters Michelfeld sollte wieder Religiosität und Ordnung einkehren. Es musste aber erst ein Konflikt gelöst werden. Denn die frommen Benediktinermönche, die in das neue Kloster einzogen, kamen mit den rauen und derben Oberpfälzern nicht zurecht. Auch das alles andere als fromme Markttreiben in Michelfeld war den Mönchen ein Dorn im Auge.

Die Folge ist historisch belegt und von Tragweite: Der Markt kam nach Auerbach. Vor und im Kloster Michelfeld kehrte Ruhe ein, während das damals unbedeutende Auerbach einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte.

Im vierten Akt wird im Stück die Auflösung des Konflikts zwischen religiösem Leben und weltlichem Treiben gespielt. "Das kommt gut raus", sagt Tausendpfund. Überhaupt sei dieses wichtige historische Ereignis für eine ganze Region "nicht abgehoben, lebendig und nah am Volk" gespielt, "anschaulich und auch heiter, wenn auch mit einem ernsten Hintergrund". So, wie ein Volksstück sein soll.

"Das Publikum soll auch lachen können", so Tausendpfund. Und es kann auf humoristische Weise ein Kapitel Geschichte kennenlernen, das für die Entwicklung der Region wegweisend war.

InfoKarten zu der Freilichtaufführung gibt es für sieben Euro bei Gemischtwaren Höhn-Lindner in Michelfeld, bei Schreibwaren Kleefeldt in Auerbach, im Rathaus in Auerbach und in der Wagneria in Pegnitz.

VON KLAUS TRENZ

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Michelfeld