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Hauchdünner Vorsprung für Hartmut Stern

Sechs Stimmen mehr entscheiden die Bürgermeisterwahl in Hollfeld - 31.03.2020 11:03 Uhr

Die noch amtierende Bürgermeisterin Karin Barwisch gratulierte ihrem Nachfolger Hartmut Stern mit einem Blumenstrauß. © nn


Der 40-jährige WG-Mann musste das dramatische Auszählungsgeschehen zuhause in Freienfels verfolgen. Ihn hatte eine Grippe erwischt. "Da wäre es unverantwortlich gewesen, ins Rathaus zu kommen". Als das Resultat um 19.33 Uhr offiziell auf der Leinwand im ersten Stock des Rathauses angezeigt wurde, wusste Roß schon Bescheid: Er hatte schon von den Resultaten der drei Wahllokale erfahren. Die Enttäuschung sitze schon tief, bekundete er am Telefon.

"Ich hatte in den letzten Tagen den Eindruck, die Waage neigt sich den entscheidenden Hauch auf unsere Seite." Nicht nur, weil ihm in den sozialen Netzwerken "viele ,Daumen hoch‘ geschickt wurden". Dass es sehr eng werden würde, sei ihm und der ganzen WG-Mannschaft klar gewesen. Nun sei es "schade, dass es so gelaufen ist, aber das ist halt Demokratie, das ist schon okay". Aber, klar, der Frust über diesen Wahlausgang lasse sich nicht leugnen. "Sechs Stimmen, puuh . . ."

Er habe immer wieder im Wahlkampf geäußert: "Fraktionsübergreifend mit allen zusammenzuarbeiten, das gilt nach wie vor." Denn diese Idee eines partnerschaftlichen Miteinanders "steht und fällt nicht mit dem Amt des Bürgermeisters". Er und die WG – sie holte bei der Stadtratswahl sechs Sitze und ist damit stärkste Gruppierung im Gremium – wollen dieses Ziel anpacken, wollen in den nächsten Tagen Gespräche mit allen Fraktionen suchen. Für Details sei es noch zu früh.

So sieht das auch Stichwahlgewinner Hartmut Stern (47). Er war mit seiner Frau im Rathaus live dabei, wie Roß hatte auch er im Vorfeld prophezeit: "Das wird eine ganz ee Kiste." So eng hätte es dann aber doch nicht sein müssen, sagte Stern. "Wir wussten im Prinzip, dass es kaum mehr als 30 bis 50 Stimmen Differenz geben wird." Aber deren sechs – das sei schon "der Wahnsinn".

Als die endgültigen Zahlen aufleuchteten, saß Stern sekundenlang regungslos da, wollte gar nicht so recht glauben, wie ihm geschah. Aber er blieb gefasst.

sbr

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