Samstag, 14.12.2019

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Gewaltige Erdbewegungen im Auerbacher Gewerbegebiet

Bei der Erschließung im Ortsteil Saaß sind bis zu acht Bagger im Einsatz - 13.07.2019 17:29 Uhr

Markus Lehnert (Mitte) arbeitet seit 29 Jahren im Tiefbau. Das Gewerbegebiet Saaß ist seine drittgrößte Baustelle, erklärte er bei einem Ortstermin mit Mitgliedern von SPD-Fraktion und -Ortsverein. © Foto: Brigitte Grüner


So groß hätten sich die Mitglieder der SPD-Fraktion und des Ortsvereins das Gebiet nicht vorgestellt. Von der B 85 aus sieht man vor allem den Cherry-Neubau. Was auf den insgesamt 24 Hektar Fläche schon geschehen oder noch in Arbeit ist, war daher Anlass zu einem Ortstermin.

"Wir reden seit Monaten von Auerbachs größter Baustelle. Nun wollen wir sie auch sehen." Fraktionssprecher Dr. Edmund Goß hatte dazu nicht nur Stadtbaumeisterin Margit Ebner, sondern auch Bauleiter Markus Lehnert eingeladen. Beide gaben ihr Fachwissen gerne weiter und beantworteten geduldig die Fragen.

Für Markus Lehnert ist das Industriegebiet Saaß die drittgrößte Fläche, die er in 29 Jahren Berufstätigkeit erschlossen hat. Der Auerbacher nannte interessante Zahlen. Auf der Baustelle seien zeitweise acht Bagger, zwei Lader und zwei Walzen eingesetzt gewesen. Es wurden 40 000 Kubikmeter Erde ausgehoben. In den vergangenen Tagen wurden 11 000 Tonnen Mineralbeton eingebaut und 3,8 Kilometer Randsteine gesetzt.

Die Bagger sind mit einer 3D-Steuerung ausgestattet. Der Verlauf und die Tiefe einer Leitung sind gespeichert, sodass das Verlegen von Leitungen von einer einzigen Person schnell durchgeführt werden kann. Rund 200 Meter Wasserleitung seien am Tag bei normalem Untergrund möglich. Eine Station mit einer Antenne im Ortsbereich von Saaß mache den Einsatz der modernen Technik möglich.

"Es läuft auf der Baustelle besser als gedacht", freut sich der Bauleiter. Die Einhaltung des Erschließungszeitplans sei manchmal aber nicht steuerbar, berichtet Lehnert. Denn so manche Unwägbarkeit, wie der Untergrund, würde erst im Verlauf der Arbeiten ersichtlich. Bei normalem Boden könnten beispielsweise 40 Meter Kanalrohre an einem Tag verlegt werden. Treffen die Arbeiter aber auf felsigen Untergrund, sind mitunter nur vier Meter täglich möglich.

Bereits am 29. Juli könne mit der Asphaltierung begonnen werden. Danach stehen noch Restarbeiten wie das Anlegen der Bankette an. Mit einer neuen, 6,5 Meter breiten Fahrbahn wird vom Kreisel aus auch der Ortsteil Sand angebunden, erläuterte Ebner. Da innerorts einige Bereiche der Fahrbahn auf Privatgrund lägen, bemühe sich die Stadtverwaltung aktuell um Flächentausch, um die neue Straße bis ins Dorf weiterführen zu können.

Die Erschließung des Gewerbegebiets kostet im ersten Abschnitt 6,15 Millionen Euro. Alle Aufträge wurden im Stadtrat schon vergeben. In dem Betrag enthalten sind die neue Verbindungsstraße in den Ortsteil Saaß, der Bau von großen Regen-Rückhaltebecken, die Straßenbeleuchtung und der Abbau der oberirdischen Stromleitung. Ein Bushalt wird angelegt, um Arbeitnehmern zu ermöglichen, mit dem öffentlichen Nahverkehr zu kommen.

Radler auf neuen Wegen

Das Gebiet hat ferner die Option einer zusätzlichen Erschließung. Um mit der geplanten Querstraße keinen Bauplatz zu zerschneiden, solle diese erst angelegt werden, wenn eine konkrete Anfrage vorliege. Neu trassiert wird der Radweg, der momentan unterhalb des Gewerbegebietes nach Michelfeld führt. Künftig landen aus Auerbach kommende Radler im Industriegebiet, durchqueren dieses und fahren dann nach Michelfeld oder in Richtung Pegnitz weiter.

Für einen Neubau auf Saaß haben sich bislang zwei Firmen entschieden: Die Cherry GmbH baut seit letztem August und wird Ende dieses Jahres ihre Maschinen und Arbeitsplätze aus den ZF-Gebäuden im Industriegebiet Lohe auslagern. Die Andreas Christ Spedition und Möbeltransport GmbH plant eine Ansiedlung im hinteren Bereich des Gewerbegebietes.

BRIGITTE GRÜNER

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