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Sonntag, 26.05.2019

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"Gastgeber in Tansania haben sich um uns gerissen"

Pfarrer Christoph Weißmann und fünf Dekanatsmitglieder besuchten erstmalig Partnergemeinde in Mwanga - 12.03.2019 09:14 Uhr

Die Reisegruppe mit den Massai in einem Kirchenrohbau: (von links) Pfarrer Christoph Weißmann, Simon Kaiser, Iris Reichstein, Sybille Koch, Karin Sitz und Martina Raab. © Foto: privat


Mit fünf Mitgliedern des Dekanats war Weißmann im Februar knapp drei Wochen lang unterwegs, das Programm war dicht. Die Diözese hat 22 Gemeinden mit jeweils bis zu 14 Untergemeinden, 22 000 evangelische Christen leben hier. Weißmann und seine Begleiter wollten so viele wie möglich besuchen. "Unglaublich, was man da erlebt", sagt Weißmann. "Diese Gastfreundlichkeit. Die Leute haben sich riesig gefreut, dass wir kamen."

Der Dekanatsmissionspfarrer Christoph Weißmann hat bei seinem Tansania-Besuch von den Massai eine schwangere Ziege geschenkt bekommen. © Foto: privat


Bis zu sieben Besuche absolvierte die Gruppe pro Tag, in Kirchen, Kindergärten und Schulen. Überall boten die Menschen ihnen traditionelle Speisen an, führten Tänze auf und beschenkten die deutschen Besucher mit handgemachtem Schmuck. "Das ist ein völlig anderes Leben dort", sagt Weißmann. Sie besuchten auch kleine Wasserprojekte, denn: "Das größte Problem ist der Wassermangel." Hunger leiden müsste hier niemand, auch wenn die Menschen kaum Geld haben. "Sie sind arm, aber mit einfachen Dingen zufrieden."

Zwischen 15 und 800 Mitgliedern haben die Untergemeinden im Durchschnitt, 80 Prozent davon gehen in die Kirche. Das kennt Weißmann aus Plech nur von der Weihnachtsmesse. "Das liegt an der kirchlichen Verbundenheit dort, aber auch an dem sozialen Zusammenhalt in den Großfamilien und den dörflichen Strukturen."

Vier Stämme leben in der Diözese Mwanga im Nordosten von Tansania, die Massai, die Tschagge, die Pare und die Kigueno. Sie leben im Flachland in der Steppe und im Bergland.

Überall sei es sehr grün, so Weißmann. Jeder Stamm hat seine eigene Sprache, die aber nur noch die ältere Generation spricht. Amtssprache in Tansania ist Suaheli, das sprechen inzwischen alle. Englisch sprechen die Kinder etwa ab der 7. Klasse.

Fast alle Kinder gehen hier in die Schule — das Schulgeld wurde abgeschafft. Nur die Massai schicken viele ihrer Kinder nicht dorthin. Als Wanderhirten ziehen sie mit ihren Schafen und Ziegen von Ort zu Ort, für die Kinder ist es deswegen schwierig, die Schule zu besuchen.

Die Gruppe aus Plech hatte keine Probleme, sich zu verständigen. Weißmann: "Ich habe auf Englisch gepredigt und die Einheimischen haben übersetzt." Der Pfarrer und der Bischof vor Ort, die sich viel Zeit nahmen für ihre deutschen Besucher, sprechen fließend Englisch.

Weißmann und seine Begleiter schliefen in Privatquartieren, also in den Lehmhütten der Ureinwohner. "Die Gastgeber haben sich um uns gerissen", sagt Weißmann. Obwohl die Menschen ihren Gästen nicht viel bieten konnten: Eine der Ehrenamtlichen schlief sogar mit ihrer Gastgeberin im selben Bett.

"Echte Probleme hatten wir keine", sagt Weißmann. Zwei der Mitreisenden erkälteten sich, wurden aber sofort von einem Arzt vor Ort behandelt. Medikamente seien zwar zu bekommen, aber für die meisten Menschen nicht erschwinglich. Die nächste größere Stadt ist mindestens 100 Kilometer weit entfernt. Viele junge Menschen ziehen dorthin, um Arbeit zu finden. "Wir haben dort sehr verlässliche Partner gefunden", sagt Weißmann. "Wir können viel voneinander lernen."

Über ihre Erlebnisse berichten Weißmann und seine Begleiter auch bei einem Vortrag am Sonntag, 24. März, um 14 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in Pegnitz. 

CHARLOTTE PEKEL

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